Cloppenburg. Manchmal verändert ein einziger Tag das ganze Leben. Bei Dominik Menke war das der 2. Juli 2022. An diesem Datum erlitt der bei der Firma Lumberg tätige Konstrukteur für Maschinenbau privat einen schweren Unfall. Nach einem längeren Krankenhausaufenthalt stand für den damals 26-Jährigen fest, dass er fortan auf einen Rollstuhl angewiesen sein würde. Doch wie sollte es für den jungen Familienvater beruflich weitergehen? In seinem Arbeitsalltag hatte Dominik Menke lange Wege im Familienunternehmen Lumberg zurückzulegen, das seit 1970 einen Produktionsstandort in Cloppenburg betreibt und heute der größte industrielle Arbeitgeber der Stadt ist. Denn bei der Konstruktion der Maschinen arbeitet der junge Mann normalerweise nicht nur am Schreibtisch, sondern agiert auch immer wieder in den Produktionsräumen. Schnell war klar: Ohne zahlreiche Umbaumaßnahmen würde dies in Zukunft nicht gehen.
Die Agentur für Arbeit unterstützt Unternehmen bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen oder gesundheitlichen Einschränkungen auf vielfältige Weise. Zu den Fördermöglichkeiten können unter anderem Zuschüsse für die behinderungsgerechte Gestaltung von Arbeitsplätzen, technische Arbeitshilfen sowie weitere Leistungen, die die Teilhabe am Arbeitsleben erleichtern und den Erhalt von Arbeitsplätzen fördern, gehören.
Dominik Menke konnte zunächst im Home-Office weiterarbeiten. In der Zwischenzeit wurden mit Förderung der Agentur für Arbeit Maßnahmen geplant, um die verschiedenen Unternehmensbereiche für den jungen Konstrukteur Maschinenbau mit Rollstuhl zugänglich zu machen. Manchmal reichten einfache Dinge, wie die Installation eines Spiegels im Aufzug, damit er beim Herausrollen den Querverkehr im Zielstockwerk sehen kann. Aber auch komplexere Umbauten wie die barrierefreie Gestaltung von Türen, Rettungswegen und der Sanitäranlage zählten dazu. Die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit verlief dabei sehr pragmatisch, wie Werksleiter Ralf Sperveslage betont. So wurde ein Arbeitsumfeld geschaffen, das den individuellen Bedürfnissen von Dominik Menke gerecht wird und gleichzeitig die langfristige Beschäftigung sichert.
„Es ist wichtig, mehr Transparenz zu den vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten und dem Mehrwert, der bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung für alle Seiten entsteht, herzustellen. Denn oftmals ist es die fehlende Vorstellung, wie die Einrichtung eines passenden Arbeitsplatzes einfach gelingen kann, was Unternehmen davon abhält, Menschen mit Handicap zu beschäftigen. Dabei geht es nicht nur um die Sicherung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung, sondern auch um Lösungen für die in vielen Branchen dringend benötigten Fachkräfte“, sagt Tina Heliosch, Chefin der Agentur für Arbeit Vechta.
Dominik Menke und das Cloppenburger Unternehmen Lumberg zeigen, dass mit Engagement, einer offenen Unternehmenskultur und passgenauer Förderung auch nach einschneidenden Lebensereignissen eine erfolgreiche berufliche Zukunft möglich ist.

Hintergrund
Unternehmen, die Interesse oder Fragen zur Einstellung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung haben, können sich an den gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Vechta und der Jobcenter Cloppenburg und Vechta wenden, entweder an die bekannten Ansprechpersonen oder über die kostenlose Servicenummer 0800 4 5555 20 oder per E-Mail.
Weiterführende Informationen zum Thema „Menschen mit Behinderungen“ finden sich auch im Internet unter https://www.arbeitsagentur.de/menschen-mit-behinderungen.