Zum Abschied: Tina Heliosch blickt auf fast zehn Jahre im Oldenburger Münsterland zurück

Vertrauen, Gestaltung und Zuversicht – im Gespräch blickt die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Vechta auf eine Region zurück, die sie fast zehn Jahre begleitet und zugleich selbst geprägt hat. Sie spricht über wirtschaftliche Veränderungen, starke Partnerschaften und darüber, warum ihr das Oldenburger Münsterland besonders in Erinnerung bleiben wird.

 

04.08.2026 | Presseinfo Nr. 43

Im Gespräch

Zum Abschied beantwortet Tina Heliosch Fragen zu ihrer Zeit im Oldenburger Münsterland. 

Wenn Sie Ihre Zeit im Oldenburger Münsterland in drei Worten beschreiben müssten, welche wären das? 

„Vertrauen. Gestaltung. Zuversicht. 

Vertrauen, weil gute Zusammenarbeit immer bei den Menschen beginnt. Gestaltung, weil diese Region Herausforderungen nie einfach hinnimmt, sondern gemeinsam nach Lösungen sucht. 

Und Zuversicht, weil ich überzeugt bin, dass das Oldenburger Münsterland mit seinen engagierten Menschen, seinen starken kleinen und mittelständischen, oft familiengeführten Unternehmen, dem Handwerk und den lebendigen Netzwerken auch die kommenden Veränderungen erfolgreich gestalten wird. 

Diese drei Begriffe beschreiben für mich zugleich die Menschen in dieser Region.“

Mit welchem Gefühl verabschieden Sie sich?

„Mit Dankbarkeit, auch mit Wehmut - und gleichzeitig mit einem sehr guten Gefühl. Fast zehn Jahre sind weit mehr als eine berufliche Station. In dieser Zeit sind viele vertrauensvolle Beziehungen entstanden. Gemeinsam mit engagierten Kolleginnen und Kollegen sowie vielen Partnerinnen und Partnern konnten wir Veränderungen gestalten und Entwicklungen begleiten. 

Ich gehe mit großem Vertrauen in diese Region. Ich habe hier Menschen erlebt, die Verantwortung übernehmen und gemeinsam etwas bewegen wollen.“

Die vergangenen zehn Jahre waren von tiefgreifenden Veränderungen geprägt. Was war aus Ihrer Sicht besonders?

„Es waren Jahre tiefgreifender gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und technologischer Veränderungen. 

Die Integration geflüchteter Menschen, die Corona-Pandemie, geopolitische Krisen, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und inzwischen die demografische Entwicklung haben Wirtschaft und Arbeitsmarkt immer wieder verändert. 

Gerade in einer Region wie dem Oldenburger Münsterland wurde dadurch noch deutlicher, wie entscheidend Fachkräfte für wirtschaftlichen Erfolg sind. Die Frage lautete häufig nicht, ob Unternehmen wachsen wollen, sondern wie dieses Wachstum personell überhaupt möglich werden kann. 

Beeindruckt hat mich immer wieder, wie pragmatisch die Region mit diesen Herausforderungen umgegangen ist. Hier wird nicht lange über Probleme gesprochen – hier werden Lösungen entwickelt.“ 

Was macht das Oldenburger Münsterland für Sie besonders?

„Viele verbinden das Oldenburger Münsterland mit wirtschaftlicher Stärke. Für mich beginnt diese Stärke bei den Menschen. 

Die vielen mittelständischen und familiengeführten Unternehmen, das starke Handwerk und zahlreiche innovative Betriebe übernehmen oft über Generationen hinweg Verantwortung – für ihre Beschäftigten, ihre Region und ihre Zukunft. 

Ebenso prägend ist das Miteinander. Unternehmen, Kommunen, Kammern, Verbände, Weiterbildungseinrichtungen und viele weitere Akteurinnen und Akteure verstehen Zusammenarbeit nicht als Ausnahme, sondern als Selbstverständlichkeit. Das, was voranbringt. 

Wer das Oldenburger Münsterland verstehen will, sollte deshalb weniger auf Statistiken schauen und mehr mit den Menschen sprechen. Dann versteht man schnell, warum diese Region so erfolgreich ist.“

 Welche Rolle spielte Zuwanderung für die Entwicklung der Region?

„Eine sehr große. Das Oldenburger Münsterland war in den vergangenen Jahren nahezu durchgängig von einem hohen Bedarf an Arbeits- und Fachkräften geprägt.

Viele Unternehmen haben früh erkannt, dass Wachstum ohne internationale Beschäftigte kaum möglich sein würde. Sie haben Menschen aus vielen Ländern Chancen eröffnet. Für viele wurde das Oldenburger Münsterland nicht nur ein Arbeitsort, sondern eine neue Heimat. 

Diese Offenheit hat wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region beigetragen. Gleichzeitig zeigt sie, dass Integration dann besonders gut gelingt, wenn Wirtschaft, Kommunen, Bildungseinrichtungen und viele weitere Partnerinnen und Partner gemeinsam Verantwortung übernehmen.“

Worauf blicken Sie persönlich mit besonderem Stolz zurück?

„Darauf, dass wir als Region immer wieder gemeinsam nach vorne gedacht haben.

Wir haben die Fachkräftesicherung früh in den Mittelpunkt gestellt, Weiterbildung gestärkt. Nicht erst, wenn die Arbeitslosigkeit da ist. Sondern aufgrund des Wandels in der Arbeitswelt auch bei den Beschäftigten. Wir haben Transparenz zu den vielfältigen Möglichkeiten bei der Gewinnung von Arbeits- und Fachkräften hergestellt und Unternehmen bei Veränderungsprozessen begleitet.

Besonders wichtig war mir dabei nie das einzelne Projekt, sondern die Art der Zusammenarbeit.

Wenn viele unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen und daraus gemeinsame Lösungen entstehen, entwickelt eine Region eine besondere Stärke. Genau das habe ich im Oldenburger Münsterland immer wieder erlebt.

Darauf blicke ich mit Stolz zurück.“

Was werden Sie vermissen?

„Vor allem die Gespräche. Ich habe in den vergangenen Jahren viele Unternehmen besucht – vom familiengeführten Handwerksbetrieb bis zum international erfolgreichen Mittelständler.

Häufig ging es nach wenigen Minuten nicht mehr nur um Arbeitsmarktzahlen, Stellenbesetzungen oder Fördermöglichkeiten, sondern um Menschen, Zukunftspläne und die Frage, wie wir gemeinsam etwas möglich machen können.

Diese Offenheit, die direkten Wege und die Bereitschaft, auch schwierige Themen pragmatisch anzupacken, werde ich vermissen. Ebenso die vielen persönlichen Begegnungen mit Menschen, die sich mit großer Überzeugung für ihre Unternehmen, ihre Kommunen und für das Oldenburger Münsterland einsetzen.“

Was möchten Sie der Region zum Abschied mitgeben?

„Vor allem Dank. Für das Vertrauen. Für die Offenheit. Und für viele Jahre verbindlicher Zusammenarbeit.

Das Oldenburger Münsterland hat mich in den vergangenen fast zehn Jahren nicht nur beruflich begleitet. Die Region und ihre Menschen haben mich auch persönlich bereichert und geprägt.

Redaktioneller Hinweis: Mit dem Wechsel von Tina Heliosch zur Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven endet eine fast zehnjährige Zeit an der Spitze der Agentur für Arbeit Vechta. Die Klärung der Nachfolge für den Vorsitz der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Vechta läuft derzeit noch.