Arbeitsmarkt im Oldenburger Münsterland stemmt sich gegen konjunkturelle Schwäche

Arbeitslosigkeit etwa auf dem Niveau des Vorjahres

Unternehmen melden weniger freie Stellen als im Vorjahr 

Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wieder gestiegen 

28.01.2026 | Presseinfo Nr. 6

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosen lag im Jahr 2025 annähernd auf dem Niveau des Vorjahres. „Die Zugänge aus Beschäftigung sind gesunken. Gleichzeitig zeigten sich die Unternehmen aufgrund verschiedener wirtschaftlicher Herausforderung im Jahresverlauf noch zurückhaltend bei Neueinstellungen. Daher war es für arbeitslose Menschen nicht immer leicht, eine neue Beschäftigung zu finden. Die Arbeitslosenquote lag in 2025 wie im Vorjahr bei 4,1 Prozent. Das ist der zweitniedrigste Wert aller 16 Arbeitsagenturen in Niedersachsen und deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 6,1 Prozent“ resümiert Tina Heliosch, Chefin der Agentur für Arbeit Vechta. 

Nachdem im Oldenburger Münsterland die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in 2024 erstmals nicht mehr gestiegen war, konnte zum Stichtag 30. Juni 2025 wieder ein Zuwachs von 1,6 Prozent verzeichnet werden. Vor allem die Zahl der ausländischen Beschäftigten sowie der Beschäftigten in Teilzeit sind angestiegen. Am meisten profitierten Branchen wie das verarbeitende Gewerbe sowie die Logistik. „Für 2026 rechne ich damit, dass die Wirtschaft im Oldenburger Münsterland weiter Fahrt aufnimmt. Um den zunehmenden Fachkräfteengpässen entgegenzuwirken, sollten Unternehmen frühzeitig aktiv werden, etwa durch verstärkte Ausbildung, Weiterbildung von Beschäftigten oder Gewinnung internationaler Fachkräfte“, sagt die Agentur-Chefin. 

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Nachdem die Arbeitslosigkeit in 2025 auf einem höheren Niveau als im Vorjahr gestartet ist, endete sie auf einem niedrigeren Wert als im Dezember 2024. Im Jahresdurchschnitt waren 8.159 Personen arbeitslos gemeldet. Das waren 23 bzw. 0,3% mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote betrug im Jahresdurchschnitt 4,1%, was auch dem Wert aus 2024 entspricht. 

Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung und in der Grundsicherung 

Die Arbeitslosigkeit hat sich von 2024 zu 2025 in der Agentur für Arbeit und im Jobcenter unterschiedlich entwickelt. Bei der für die Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld) zuständigen Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen von 3.531 auf 3.735 gestiegen, das ist ein Zuwachs von 204 Personen bzw. 5,8 Prozent. Bei den für die Grundsicherung (Bürgergeld) zuständigen Jobcentern ist die Zahl der Arbeitslosen von 4.605 auf 4.424 gesunken, das waren 181 Personen bzw. 3,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. 

Stellenmarkt

Dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und der Jobcenter wurden im vergangenen Jahr mit 6.741 neuen Stellen 193 bzw. 2,8% weniger als im Vorjahr gemeldet. Der durchschnittliche Bestand an gemeldeten Stellen sank von 2.727 auf 2.637 Stellen, das waren 91 bzw. 3,3% weniger als im Vorjahr. 

Entwicklung der Beschäftigung (Stand Juni 2025)

In 2025 waren 152.726 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg um 2.343 bzw. 1,6 Prozent, nachdem das Beschäftigungswachstum von 2023 zu 2024 erstmals stagnierte (minus 34 bzw. 0,0 Prozent). Der aktuelle Zuwachs geht vorrangig auf Beschäftigte ohne deutsche Staatsangehörigkeit zurück (plus 2.062 bzw. 7,4 Prozent). Auch die Zahl der Teilzeitbeschäftigten ist gestiegen (plus 1.474 bzw. 3,8 Prozent). In Vollzeit arbeiten lediglich 869 Personen mehr (plus 0,8 Prozent). Besonders profitiert von einem Beschäftigungszuwachs hat die Branche ‚Herstellung von überwiegend häuslich konsumierten Gütern‘ (Teilbereich des Verarbeitenden Gewerbes) mit einem Plus von 962 Beschäftigten bzw. 4,6 Prozent mehr. Am ungünstigsten war die Entwicklung in der Arbeitnehmerüberlassung mit einem Minus von 357 Beschäftigten bzw. 13,4 Prozent weniger. 

Ausblick 2026

Entwicklung Arbeitslosigkeit und Beschäftigung

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) rechnet in 2026 mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenzahl zwischen 7.500 und 8.800 Personen im Agenturbezirk, wobei als Mittelwert 8.200 Arbeitslose geschätzt werden. Damit wird sich der Jahresdurchschnitt im Vergleich zu 2025 kaum verändern. Bei der Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung schätzt das IAB einen mittleren Zuwachs von plus 1,0 Prozent, lokale Expertinnen und Experten der Region kommen zu einer leicht höheren Einschätzung (plus 1,3 Prozent). „Die Faktoren, die aktuell auf die wirtschaftliche Entwicklung und den Arbeitsmarkt im Oldenburger Münsterland einwirken, bleiben sehr komplex. Dazu zählen u.a. hohe Energiepreise und die fortschreitende Transformation. Es wird also auch weiter darauf ankommen, wie zuversichtlich und innovativ wir gemeinsam diese herausfordernden Zeiten in der Region zur Sicherung des zukünftigen Arbeits- und Fachkräftebedarfs nutzen“, sagt Tina Heliosch. 

Beitrag zur Fachkräftesicherung 

Die Fachkräftesicherung bleibt das vorherrschende Thema für die Region. Die Sicherung eines ausreichenden Erwerbspersonenpotenzials ist eine der großen Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt für die nächsten Jahre. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund der fortschreitenden demografischen Entwicklung und des bereits jetzt ungedeckten Arbeits- und Fachkräftebedarfs von Bedeutung. „Das Erwerbspersonenpotential wird aufgrund demografischer Entwicklungen in diesem Jahr erstmals sinken. Dies verschärft den bereits bestehenden Arbeits- und Fachkräftebedarf in vielen Branchen, vor allem im produzierenden Gewerbe. Es wird in diesem Jahr daher für Unternehmen noch stärker darauf ankommen, bei der Besetzung offener Stellen auch diejenigen in den Blick zu nehmen, deren Qualifikation nicht perfekt passt. Der Arbeitgeber-Service berät zur Weiterbildung Beschäftigter und passenden Förderungen“, sagt Tina Heliosch. Auch in 2026 werden weiterhin Beschäftigte freigesetzt, während in anderen Bereichen händeringend Arbeitskräfte gesucht werden. Es bleibt daher wichtig, von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen, so schnell wie möglich wieder in die Unternehmen in der Region zu vermitteln. Laut Agentur-Chefin Tina Heliosch wird „jede Arbeitskraft in der Region weiterhin gebraucht.“ Ein weiterer wichtiger Hebel zur Sicherung des langfristigen Fachkräftebedarfs in der Region bleibt die duale Ausbildung. Der Ausbau der beruflichen Orientierung ist weiterhin zentral, um die Offenheit Jugendlicher und junger Erwachsener für die duale Berufsausbildung zu fördern. Heliosch betont, dass hier gemeinsames Engagement und innovative Ideen gefragt sind. Auch in den kommenden Jahren setzt die Agentur für Arbeit Vechta auf die Kooperation in den lokalen Netzwerken, um in der Region dem Arbeits- und Fachkräftemangel zu begegnen.

Ausbau digitale Angebote und Serviceleistungen zugunsten individueller Beratung

Die digitalen Dienstleistungen werden auch in 2026 weiter ausgebaut. Fast alle Anliegen können mittlerweile online erledigt werden. Dies verkürzt Wege für die Kundinnen und Kunden und unterstützt die individuelle persönliche Beratung bei Bedarf vor Ort.