Sommerpause auf dem Arbeitsmarkt: Arbeitslosenquote steigt auf 4,8 Prozent | Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt – den Blick über den Tellerrand wagen

Im Ferienmonat August nahm die Zahl der Arbeitslosen im Rems-Murr-Kreis zum Vormonat um 389 Personen zu. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 4,7 auf 4,8 Prozent. Für den stellvertretenden Leiter der Waiblinger Agentur für Arbeit, Ralf Steeg, ist der Anstieg den zweiten Monat in Folge nicht überraschend. „Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Sommermonaten ist zu einem großen Teil saisonbedingt. Wenn Ausbildungen enden und Anschlussbeschäftigungen erst nach der Sommerpause beginnen, melden sich viele Menschen vorübergehend arbeitslos. Wir rechnen damit, dass sich die Entwicklung auch in diesem Jahr nach dem Sommer wieder verbessern wird.“

28.08.2026 | Presseinfo Nr. 22

In den vergangenen vier Wochen meldeten sich kreisweit insgesamt 1014 Männer und Frauen nach der Beendigung ihres Beschäftigungsverhältnisses arbeitslos. Im gleichen Zeitraum konnten 664 Personen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Beschäftigung beenden, 462 weitere begannen mit einer Aus- oder Weiterbildung. Insgesamt sind bei der Waiblinger Agentur für Arbeit und dem Jobcenter Rems-Murr Ende August 11.838 Personen arbeitslos gemeldet. Davon werden 5872 Arbeitslose vom Jobcenter betreut, während 5966 Personen bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet sind. 

„Die Arbeitslosenquote liegt gleichauf zum August letzten Jahres. Gleichzeitig nehmen wir wahr, dass viele Unternehmen bei Stellenmeldungen zurückhaltender agieren als in den Vorjahren“, ordnet Steeg die aktuelle Entwicklung ein. 

Landesweit nahm die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte zu und liegt derzeit ebenfalls bei 4,8 Prozent (Vorjahr: 4,7%).  

Wie bereits im Juli dieses Jahres waren im August verstärkt unter 25-Jährige vom Eintritt in die Arbeitslosigkeit betroffen. Ihre Zahl stieg im Bezirk der Waiblinger Agentur für Arbeit in den letzten vier Wochen um 160 auf 1034 Personen. Die Arbeitslosenquote dieses Personenkreises erhöhte sich von 3,6 auf 4,2 Prozent. „Diese saisonale Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit wird sich voraussichtlich ab September wieder entspannen. Gleichzeitig besteht aber ein strukturelles Problem: Über die Hälfte der arbeitslosen Unter-25-Jährigen verfügt über keinen Berufsabschluss – außerhalb des aktuellen saisonalen Effektes liegt der Anteil sogar bei fast zwei Drittel. Beim Jobcenter haben nur etwa 15 Prozent der jugendlichen Arbeitslosen eine Berufsausbildung. Wer keine Berufsausbildung hat, trägt ein deutlich höheres Risiko, arbeitslos zu werden und zu bleiben. Eine abgeschlossene Ausbildung ist deshalb gerade für junge Menschen der beste Schutz vor anhaltender Arbeitslosigkeit und eröffnet auch in schwierigen Zeiten gute Chancen auf einen schnellen und nachhaltigen Einstieg ins Berufsleben“, betont Steeg.

LAST CALL: Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt

Auch wenn das Ausbildungsjahr offiziell zum 01. September startet, suchen viele Unternehmen im Rems-Murr-Kreis weiterhin motivierte Azubis, die noch in diesem Jahr starten möchten. „Es ist noch nicht zu spät! Aktuell sind bei uns noch fast 600 freie Ausbildungsstellen gemeldet. Wer noch auf der Suche ist, sollte jetzt die Chance ergreifen und sich rasch bei unserer Berufsberatung informieren“, so Steeg. Ein Beratungstermin kann unter 0800 4 5555 00 oder online unter www.mein-BERUF.de vereinbart werden.

Eine gute Gelegenheit kurzfristig noch einen Ausbildungsplatz für 2026 zu ergattern, bietet die Last Minute Ausbildungsstellenbörse der Waiblinger Agentur für Arbeit am 16. September. Von 14 Uhr bis 17 Uhr können Jugendliche in der Mayenner Straße 60 ganz spontan und ohne Anmeldung mit Unternehmen ins Gespräch kommen. Auch die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Waiblingen ist vor Ort und steht für Fragen rund um Ausbildung und Bewerbung zur Verfügung.

„Jetzt ist Flexibilität auf beiden Seiten gefragt“, betont Steeg. Jugendliche sollten auch alternative Ausbildungsberufe in Betracht ziehen. Gleichzeitig lohnt es sich für Unternehmen, auch denjenigen eine Chance zu geben, die auf den ersten Blick nicht perfekt zum Anforderungsprofil passen. 

Unterstützung bietet dabei die assistierte Ausbildung: Das Angebot begleitet Auszubildende individuell, hilft bei schulischen oder persönlichen Herausforderungen und unterstützt auch Betriebe dabei, ihre Auszubildende zu fördern und Ausbildungsabbrüche zu vermeiden. 

Interessierte Betriebe melden sich bei ihrer persönlichen Ansprechperson im Arbeitgeber-Service, unter 0800 4555520 oder online unter  www.arbeitsagentur.de/unternehmen.

Übrigens: Für diejenigen, die für 2027 auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle sind oder noch nicht genau wissen, wo die Reise beruflich hingehen soll, gibt es eine tolle Möglichkeit, in verschiedene Berufsbilder reinzuschnuppern: Unter www.praktikumswoche.de/rems-murr-kreis  können sich junge Erwachsene anmelden und erhalten so die Möglichkeit in der Zeit vom 12. Oktober bis 06. November im Rahmen von Schnuppertagen Einblick in verschiedene Unternehmen und Berufsfelder zu gewinnen. Betrieben eröffnet sich durch die Teilnahme die Chance, innerhalb kürzester Zeit interessierte Jugendliche kennenzulernen und für eine Ausbildung zu gewinnen.