Der Arbeitsmarkt im Landkreis Tirschenreuth im Mai 2026

Jugendarbeitslosigkeit und Beschäftigungsrückgang im Fokus

29.05.2026 | Presseinfo Nr. 18

Die Arbeitslosigkeit in Tirschenreuth ist im Mai 2026 gesunken. 1.581 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 15 Personen weniger (-0,9 Prozent) als im April, aber 55 Personen bzw. 3,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 3,9 Prozent und war identisch zum Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 3,7 Prozent.

 

 

„Der leichte Rückgang der Arbeitslosigkeit im Mai ist für den Landkreis Tirschenreuth zunächst eine positive Entwicklung. Gleichzeitig zeigen die aktuellen Zahlen aber auch, dass der Arbeitsmarkt weiterhin vor Herausforderungen steht. Insbesondere der Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung sowie die steigende Jugendarbeitslosigkeit machen deutlich, dass sich die wirtschaftliche Unsicherheit zunehmend auf den regionalen Arbeitsmarkt auswirkt. Gerade jungen Menschen fällt der Übergang von der Schule in Ausbildung oder Beschäftigung derzeit schwerer. Umso wichtiger bleiben frühzeitige Berufsorientierung, Ausbildung und Qualifizierung“, erklärt Thomas Franz, Leiter der Agentur für Arbeit Tirschenreuth.

 

Herausforderungen für junge Menschen nehmen zu

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt im Landkreis Tirschenreuth zeigte sich im Mai bei vielen Personengruppen stabil beziehungsweise positiv. So waren 719 ältere Menschen ab 50 Jahren arbeitslos gemeldet – ein Rückgang um 2,4 Prozent gegenüber dem Vormonat. Die Zahl arbeitsloser Männer belief sich auf 850 Personen und entsprach damit einem Anteil von knapp 54 Prozent an der Gesamtarbeitslosigkeit. Zudem waren 407 Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit arbeitslos gemeldet; ihr Anteil lag bei rund 26 Prozent.

Besonders im Blick bleibt jedoch die Entwicklung bei den jungen Menschen: Aktuell sind 193 Personen im Alter von 15 bis unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um rund 32 Prozent beziehungsweise 47 Personen mehr.

Davon werden 80 Jugendliche im Rechtskreis der Arbeitslosenversicherung betreut, weitere 113 junge Menschen gehören dem Bereich der Grundsicherung an. Gerade in diesem Bereich ist innerhalb eines Jahres ein deutlicher Anstieg um 82 Prozent bzw. 51 Personen mehr festzustellen. Dies kann ein Hinweis darauf sein, dass der Übergang von der Schule in Ausbildung oder Beschäftigung für viele Jugendliche schwieriger geworden ist.

Thomas Franz, Leiter der Agentur für Arbeit Tirschenreuth, appelliert in diesem Zusammenhang an die Bedeutung beruflicher Qualifikation:

„Eine fehlende oder unzureichende Qualifikation erschwert jungen Menschen häufig den Einstieg in das Berufsleben. Eine abgeschlossene Berufsausbildung bleibt daher ein entscheidender Faktor für langfristige Beschäftigungschancen. Unsere Berufsberatung unterstützt Jugendliche umfassend bei der Berufsorientierung, bei Qualifizierungsangeboten und auf dem Weg zum Berufsabschluss.“

 

 

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung rückläufig

 

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Landkreis Tirschenreuth war zuletzt weiterhin rückläufig. Zum Stichtag 30.11.2025 waren insgesamt 27.145 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Rückgang um 1.005 Personen beziehungsweise 3,6 Prozent.

Zu den Ursachen zählen unter anderem die andauernden wirtschaftlichen und globalen Unsicherheiten, Betriebsschließungen kleinerer Unternehmen sowie eine zurückhaltendere Personalplanung vieler Betriebe. Auch die Auswirkungen der Insolvenz der Ziegler-Gruppe spiegeln sich weiterhin in der Beschäftigungsentwicklung wider.

Darüber hinaus macht sich der Rückgang tschechischer Arbeitskräfte im Landkreis Tirschenreuth zunehmend bemerkbar. Zum Stichtag September 2025 waren 402 Personen weniger aus Tschechien beschäftigt als noch im Vorjahr.

 

 

Bedarf an Fachkräften weiterhin vorhanden

 

Im Mai waren im Landkreis Tirschenreuth 650 freie Arbeitsstellen gemeldet. Gegenüber dem Vormonat entspricht dies einem Rückgang von 15 Stellen. Freie Stellen bestehen insbesondere im verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel, im Baugewerbe sowie im Bereich der wirtschaftlichen Dienstleistungen. Thomas Franz bewertet die aktuelle Entwicklung differenziert:

„Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen bleibt der Bedarf an Arbeits- und Fachkräften in vielen Branchen bestehen. Unternehmen agieren bei Neueinstellungen zwar vorsichtiger, gleichzeitig bieten sich für qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber weiterhin gute Chancen auf dem regionalen Arbeitsmarkt. Flexibilität und berufliche Qualifizierung bleiben dabei wichtige Erfolgsfaktoren.“

 

 

Entwicklung in den Rechtskreisen

 

Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 803 Personen (37 Personen weniger als im Vormonat und 1 Person weniger als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 778 Arbeitslose registriert (22 Personen mehr als im Vormonat und 56 Personen mehr als im Vorjahr). 

49 Prozent aller Arbeitslosen bezogen Bürgergeld.

 

 

Bezugsgrößenänderung 2026

 

Die Bezugsgrößen für die Berechnung der Arbeitslosen- bzw. Unterbeschäfti-gungsquoten werden einmal jährlich aktualisiert. Dies geschieht üblicherweise zum Berichtsmonat Mai, Rückrechnungen werden nicht vorgenommen. Auch für 2026 erfolgt die Aktualisierung im Berichtsmonat Mai. Die Bezugsgrößen sind zweckgebundene Berechnungsgrößen. Dabei wird auf verschiedene Statistiken – Arbeitslosen-, Beschäftigungs-, Förder- und Personalstandsstatistik sowie Mikrozensus und Grenzgängerstatistik – zugegriffen, deren Ergebnisse überwiegend erst nach einer gewissen Zeitverzögerung zur Verfügung stehen. Deshalb beruht die Bezugsgröße für 2026 auch überwiegend auf Daten aus dem Jahr 2025. (s. Anlage Info_BZG_2026.pdf)