Der Arbeitsmarkt im Landkreis Tirschenreuth im Juni 2026

Keine Bewegung trotz Sommerbeginn – Unternehmen zögern bei Neueinstellungen

30.06.2026 | Presseinfo Nr. 20

 

Die Arbeitslosigkeit ist im Bereich Tirschenreuth im Juni 2026 im Vergleich zum Vormonatsniveau um 0,1 Prozent auf 3,8 Prozent gesunken. Vor einem Jahr lag sie bei 3,7 Prozent. 1.575 Menschen sind aktuell arbeitslos gemeldet, 6 Personen weniger (-0,4 Prozent) als im Mai, aber 50 Personen bzw. 3,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.

 

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Landkreis Tirschenreuth bleibt auch im Juni angespannt. Zwar ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat leicht gesunken, die für diese Jahreszeit übliche Entlastung des Arbeitsmarktes bleibt jedoch erneut aus.

„Anders als in den Vorjahren beobachten wir trotz des Sommerbeginns keine spürbare Belebung des Arbeitsmarktes“, erklärt Thomas Franz, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Tirschenreuth. Bis einschließlich 2023 war die Arbeitslosigkeit in den Sommermonaten regelmäßig deutlich zurückgegangen. Dieser saisonale Effekt ist in den vergangenen beiden Jahren ausgeblieben.

„Die anhaltende konjunkturelle Schwäche und die fehlende Planungssicherheit in vielen Unternehmen wirken sich weiterhin auf die Beschäftigtenzahlen aus. Solange keine nachhaltigen wirtschaftlichen Erholungssignale erkennbar sind, ist nicht mit einer spürbaren Entspannung zu rechnen“, so Franz.

 

Stellenbestand weiterhin unter Vorjahresniveau

 

Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften entwickelt sich weiterhin verhalten. Zwar befanden sich in der Agentur für Arbeit Tirschenreuth im Juni insgesamt 35 Stellenangebote mehr im Bestand als im Vormonat, der Gesamtbestand liegt mit 685 offenen Stellen jedoch weiterhin unter dem Vorjahresniveau und damit um rund 40 Stellen niedriger als im Juni 2025.

„Viele Unternehmen verschieben derzeit Investitionen und prüfen Neueinstellungen sehr sorgfältig. Entsprechend zurückhaltend fällt die Personalplanung aus“, erläutert Thomas Franz.

Dennoch bestehen in zahlreichen Branchen weiterhin gute Beschäftigungsmöglichkeiten. Besonders gefragt sind Fachkräfte im Verarbeitenden Gewerbe, im Baugewerbe, im Handel sowie im Gesundheits- und Sozialwesen. Auch technische Berufe sowie Tätigkeiten im Bereich Fahrzeugwartung und -reparatur bieten weiterhin gute Chancen.

 

 

Entwicklung trifft zunehmend ältere Erwerbspersonen

 

Neben der steigenden Jugendarbeitslosigkeit – im Juni waren 185 Arbeitslose im Alter von 15 bis 25 Jahren gemeldet, ein Plus von rund 11 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat – nimmt auch die Zahl älterer Arbeitsloser weiter zu. Im Juni waren 589 Menschen ab 55 Jahren arbeitslos gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von rund 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Entwicklung zeigt, dass es nach einem Arbeitsplatzverlust zunehmend schwerfällt, zeitnah wieder in Beschäftigung einzumünden.

„Die Stellensuche gestaltet sich derzeit insgesamt schwieriger. Dadurch steigt das Risiko, länger arbeitslos zu bleiben. Gerade ältere Bewerberinnen und Bewerber sehen sich häufig noch mit Vorurteilen konfrontiert. Dabei bringen sie neben ihrer Berufserfahrung oft ein hohes Maß an Zuverlässigkeit, Flexibilität, Fachkompetenz und Lebenserfahrung mit. Dieses Potenzial sollten Unternehmen stärker nutzen“, betont Thomas Franz.

 

Entwicklung in den Rechtskreisen

 

Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 822 Personen (19 Personen mehr als im Vormonat und 32 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 753 Arbeitslose registriert (25 Personen weniger als im Vormonat, aber 18 Personen mehr als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 48 Prozent aller Arbeitslosen betreut.

 

Kurz vor den Sommerferien: Ausbildungschancen bestehen weiterhin

 

Die Sommerferien rücken näher. Für knapp 100 Schulabgängerinnen und Schulabgänger ist der Schulabschluss jedoch noch mit einer wichtigen Frage verbunden: Sie haben bislang keinen Ausbildungsplatz gefunden. Die Agentur für Arbeit Tirschenreuth appelliert deshalb an Jugendliche und ihre Eltern, die verbleibende Zeit aktiv zu nutzen und sich bei der Ausbildungsplatzsuche unterstützen zu lassen.

Im Landkreis Tirschenreuth bleiben jedes Jahr zahlreiche Ausbildungsstellen unbesetzt – im Moment sind noch über 340 Stellen unbesetzt. Jeder unbesetzte Ausbildungsplatz bedeutet zugleich eine verpasste Chance für junge Menschen. Eine Berufsausbildung eröffnet langfristige Perspektiven und bietet den besten Schutz vor späterer Arbeitslosigkeit.

Bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz müssen Jugendliche nicht allein bleiben. Neben den Eltern stehen auch die Berufsberaterinnen und Berufsberater der Agentur für Arbeit mit individueller Beratung und Vermittlungsangeboten zur Seite. Sie sind unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 4 5555 00 erreichbar.

Auch ein Praktikum während der Sommerferien kann den Einstieg erleichtern. Viele Unternehmen nutzen diese Möglichkeit, um potenzielle Auszubildende kennenzulernen. Häufig ist auch ein Ausbildungsbeginn zu einem späteren Zeitpunkt noch möglich.

„Wer die verbleibenden Wochen nutzt, aktiv auf Unternehmen zugeht und sich beraten lässt, verbessert seine Chancen auf einen Ausbildungsplatz erheblich. Gemeinsam finden wir auch kurzfristig noch Lösungen – damit einem entspannten Start in die Sommerferien nichts im Wege steht“, ermutigt Thomas Franz.