Der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Weiden im August 2026

Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Weiden saisonbedingt gestiegen

28.08.2026 | Presseinfo Nr. 25

Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Weiden (Stadt Weiden in der Oberpfalz, Landkreis Neustadt an der Waldnaab und Landkreis Tirschenreuth) im August 2026 gestiegen. 5.543 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 310 Personen mehr (5,9 Prozent) als im Juli und 197 Personen bzw. 3,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 4,6 Prozent und lag mit 0,2 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 4,4 Prozent.

Statistik August 2026 Weiden

„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im August kommt nicht überraschend und hat zum Teil saisonübliche Gründe. Gleichzeitig dürfen wir aber nicht übersehen, dass die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen ist. Darin spiegeln sich die weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wider“, ordnet Bernhard Lang, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Weiden, die aktuellen Zahlen ein. Die anhaltende konjunkturelle Schwäche macht sich inzwischen in vielen Bereichen der regionalen Wirtschaft bemerkbar. Unternehmen agieren bei Neueinstellungen weiterhin vorsichtig, Personalentscheidungen werden zurückgestellt und wirtschaftliche Unsicherheiten erschweren längerfristige Planungen. Davon betroffen sind nicht nur größere Unternehmen. Auch kleinere Betriebe geraten zunehmend unter Druck.

„Die wirtschaftlich schwierige Phase geht auch an unserer Region nicht spurlos vorbei. Wir erleben, dass inzwischen auch kleinere Unternehmen wirtschaftlich unter Druck geraten und teilweise Insolvenz anmelden müssen. Solche Entwicklungen schlagen sich zunehmend am Arbeitsmarkt nieder. Umso wichtiger ist es, Beschäftigte und Betriebe frühzeitig zu unterstützen und gemeinsam nach Möglichkeiten zu suchen, Beschäftigung zu sichern“, so Lang.

Saisonaler Effekt bei jungen Menschen

Ein Teil des Anstiegs im August ist zugleich saisonüblich. Insbesondere junge Menschen melden sich nach dem Ende ihrer Schulzeit oder Ausbildung vorübergehend arbeitslos. Für viele von ihnen handelt es sich lediglich um eine kurze Übergangsphase: Im September beginnen weiterführende Schulen und neue Ausbildungen, im Oktober startet das Wintersemester an den Hochschulen.

Im August waren 744 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet – rund 100 mehr als im Juli und 92 mehr als vor einem Jahr.

„Gerade bei den Jüngeren wissen wir aus Erfahrung, dass sich die Arbeitslosigkeit nach den Sommermonaten wieder deutlich reduzieren kann. Viele haben bereits eine konkrete Perspektive und überbrücken lediglich einige Wochen bis zum Beginn ihrer Ausbildung, Schule oder ihres Studiums“, erklärt Lang.

Anstieg vor allem in der Arbeitslosenversicherung

 

Der saisonale Anstieg entfiel nahezu ausschließlich auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III). Dort waren im August 2.898 Menschen arbeitslos gemeldet – 235 mehr als im August und 91 mehr als vor einem Jahr.

Im Bereich der Grundsicherung (SGB II) stieg die Zahl der Arbeitslosen ebenfalls auf 2.645 Personen. Das sind 75 mehr als im Vormonat, sowie 106 mehr als im August des vergangenen Jahres. Rund 48 Prozent aller Arbeitslosen beziehen derzeit Grundsicherungsgeld.

 

Trotz der Entwicklung der Arbeitslosigkeit zeigt der Blick auf die Grundsicherung auch eine positive Entwicklung: Sowohl die Zahl der Bedarfsgemeinschaften als auch die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ist gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen.

„Bei aller Sorge über die derzeitige Entwicklung am Arbeitsmarkt dürfen wir positive Signale nicht aus dem Blick verlieren. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften liegt aktuell um 1,6 Prozent unter dem Vorjahreswert, bei den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten verzeichnen wir einen Rückgang um 2,0 Prozent. Das zeigt, dass es weiterhin gelingt, Menschen aus der Grundsicherung herauszuführen und neue Perspektiven zu eröffnen“, betont Lang.

 

Unternehmen bleiben bei Neueinstellungen zurückhaltend – Fachkräfte weiter gesucht

Die verhaltene wirtschaftliche Entwicklung zeigt sich auch am Stellenmarkt. Im August wurden der Agentur für Arbeit knapp 500 neue Arbeitsstellen gemeldet. Das waren 22 mehr als im Juli und 18 weniger als vor einem Jahr. Insgesamt befanden sich 2.349 freie Arbeitsstellen im Bestand.

Unternehmen bleiben bei Neueinstellungen damit weiterhin vorsichtig. Gleichzeitig zeigt der längerfristige Blick, dass Personalbedarf vorhanden ist: Seit Jahresbeginn wurden dem Arbeitgeber-Service 3.563 Stellen gemeldet – rund 12 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

„Die Unternehmen wägen Neueinstellungen derzeit sehr genau ab. Das bedeutet aber keineswegs, dass kein Personal benötigt wird. Der um zwölf Prozent gestiegene Stellenzugang seit Jahresbeginn zeigt deutlich: Fachkräfte werden in der Region weiterhin gesucht. Gerade deshalb lohnt es sich für Arbeitsuchende, mit uns im Gespräch zu bleiben und gemeinsam zu schauen, welche Möglichkeiten sich aktuell bieten“, so Lang.

Kurz vor Ausbildungsstart: Chancen weiterhin nutzen

Auch auf dem Ausbildungsmarkt ist kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres noch Bewegung möglich. Bis August waren bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Weiden insgesamt 1.236 Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle oder ein duales Studium gemeldet. Die regionalen Unternehmen meldeten bislang 2.707 Ausbildungs- und duale Studienplätze. Aktuell suchen noch rund 200 junge Menschen aktiv nach einer Ausbildung oder einem dualen Studium; gleichzeitig stehen noch rund 1.000 Ausbildungsstellen zur Verfügung.

„Wer jetzt noch keinen Ausbildungsplatz hat, sollte keinesfalls davon ausgehen, dass es für dieses Jahr zu spät ist. Auch nach dem offiziellen Ausbildungsstart ist ein Einstieg noch möglich. Viele Betriebe suchen weiterhin Nachwuchskräfte. Deshalb mein Appell an alle Jugendlichen, die noch keine feste Perspektive haben: Meldet euch bei unserer Berufsberatung und nutzt die Chancen, die jetzt noch da sind“, sagt Lang.

Die Berufs- und Studienberatung ist von überall telefonisch und per Videotelefonie erreichbar und bietet individuelle Beratungen an: Hotline 0800 4 5555 00.

 

Mehr Arbeitslose in der Stadt Weiden 

 

Die Arbeitslosigkeit in der Stadt Weiden in der Oberpfalz ist im August 2026 gestiegen. 1.704 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 85 Personen mehr (5,3 Prozent) als im Juli und 50 Personen bzw. 3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 7 Prozent und lag mit 0,4 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 6,7 Prozent.

 

Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 724 Personen (51 Personen mehr als im Vormonat und 8 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 980 Arbeitslose registriert (34 Personen mehr als im Vormonat und 42 Personen mehr als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 58 Prozent aller Arbeitslosen betreut.

 

Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 208 Stellen wurden im August neu gemeldet (36 mehr als im Vormonat und 32 mehr als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Verarbeitendes Gewerbe, öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung, Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Baugewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen.

Aktuell befanden sich damit 740 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur. 

 

Landkreis Neustadt a.d.Waldnaab: Arbeitslosigkeit gestiegen

 

Die Arbeitslosigkeit ist im Lkr. Neustadt an der Waldnaab im August 2026 gestiegen. 2.154 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 140 Personen mehr (7 Prozent) als im Juli und 55 Personen bzw. 2,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 3,9 Prozent und lag mit 0,2 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 3,8 Prozent.

 

Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 1.247 Personen (134 Personen mehr als im Vormonat und 15 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 907 Arbeitslose registriert (6 Personen mehr als im Vormonat und 40 Personen mehr als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 42 Prozent aller Arbeitslosen betreut.

 

Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 136 Stellen wurden im August neu gemeldet (44 weniger als im Vormonat und 42 weniger als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen Verarbeitendes Gewerbe, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Gesundheits- und Sozialwesen, Baugewerbe, Gastgewerbe. 

Aktuell befanden sich damit 857 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.