Als Ruslan Miemiedieminov vor dem Krieg in der Ukraine nach Deutschland flüchtete, stand er vor einem Neuanfang. Heute arbeitet der 34-Jährige bei OBI in Weiden und hat damit einen wichtigen Meilenstein auf seinem Weg in ein eigenständiges Leben erreicht. Die Erfolgsgeschichte zeigt beispielhaft, wie berufliche Integration durch das Zusammenspiel von Eigeninitiative, Qualifizierung und engagierter Unterstützung gelingen kann.
Bereits in seiner Heimat verfügte Miemiedieminov über Berufserfahrung im Verkauf. Der direkte Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt gestaltete sich jedoch zunächst schwierig. Vor allem die Sprache stellte eine große Herausforderung dar. Gemeinsam mit dem Jobcenter Weiden-Neustadt entwickelte er deshalb einen individuellen Integrationsplan.
Über eine Qualifizierungsmaßnahme im Bereich Verkauf mit berufsbezogenem Deutsch beim ISE Sprach- und Berufsbildungszentrum GmbH konnte er seine fachlichen und sprachlichen Kenntnisse gezielt ausbauen. Ein anschließendes Praktikum bei OBI in Weiden eröffnete ihm schließlich die Chance, sich auch im Arbeitsalltag zu beweisen.
„Mein Ziel war es, nach dem Kurs direkt ins Berufsleben einzusteigen“, so Ruslan Miemiedieminov
Das Praktikum entwickelte sich schnell zu einer Erfolgsgeschichte. Die Verantwortlichen bei OBI zeigten sich von der Motivation und Einsatzbereitschaft des Ukrainers überzeugt.
„Die Zusammenarbeit mit Herrn Miemiedieminov entstand durch unsere langjährigen und vertrauensvollen Kontakte zum Jobcenter Weiden-Neustadt. Das Praktikum bot die ideale Möglichkeit, sich gegenseitig kennenzulernen und die Anforderungen der Tätigkeit realistisch einzuschätzen“, erklärt Stefan Schäffler, Marktleiter bei OBI in Weiden.
Für das Unternehmen sei schnell deutlich geworden, dass Miemiedieminov die gesuchten Eigenschaften mitbringt.
„Herr Miemiedieminov hat uns durch seine Zuverlässigkeit, seine Lernbereitschaft und seine positive Einstellung überzeugt. Die enge und unkomplizierte Zusammenarbeit mit dem Jobcenter war dabei ein wichtiger Erfolgsfaktor. Solche Praktika schaffen für beide Seiten eine wertvolle Grundlage für eine langfristige Beschäftigung.“
Seit dem 1. Juni 2026 ist Miemiedieminov nun in Teilzeit bei OBI beschäftigt. Perspektivisch besteht die Möglichkeit einer Vollzeitbeschäftigung oder einer weiterführenden Ausbildung.
Auch Stefan Erndt, Geschäftsführer des Jobcenters Weiden-Neustadt, sieht in dem erfolgreichen Vermittlungsverlauf ein positives Signal:
„Wir freuen uns sehr, dass die Integration von Herrn Miemiedieminov gelungen ist. Sein Beispiel zeigt, was möglich ist, wenn Motivation, Qualifizierung und die Unterstützung aller Beteiligten zusammenkommen. In den vergangenen Jahren konnten wir zahlreiche geflüchtete Menschen erfolgreich in den Arbeitsmarkt integrieren. Insbesondere bei ukrainischen Geflüchteten ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung kontinuierlich gestiegen. Diesen Weg wollen wir gemeinsam mit unseren regionalen Arbeitgebern konsequent weitergehen.“
Der Fall von Ruslan Miemiedieminov steht stellvertretend für viele Menschen, die nach ihrer Flucht in Deutschland eine neue Perspektive suchen. Durch gezielte Förderung, berufliche Qualifizierung und die Bereitschaft regionaler Unternehmen, Chancen zu geben, kann Integration nachhaltig gelingen.
Arbeitsmarktintegration ukrainischer Geflüchteter im Agenturbezirk Weiden
Im August 2026 waren insgesamt 5.543 Arbeitslose im Agenturbezirk Weiden (Stadt Weiden i. d. Opf., Lkr. Neustadt a. d. Waldnaab, Lkr. Tirschenreuth) registriert. Davon waren 432 ukrainische Staatsangehörige, die im Zuge der Fluchtmigration nach Deutschland gekommen sind.
Während die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung insgesamt in den vergangenen Monaten eher rückläufig war, zeigt sich bei ukrainischen Staatsangehörigen eine positive Entwicklung. So stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Ukrainerinnen und Ukrainer im Agenturbezirk Weiden von 488 Personen im Dezember 2023 auf 805 Personen im Dezember 2025. Dies entspricht einem Zuwachs von rund 65 Prozent innerhalb von zwei Jahren.
Die Entwicklung verdeutlicht, dass immer mehr geflüchtete Menschen aus der Ukraine nach dem Erwerb von Sprachkenntnissen und beruflichen Qualifikationen erfolgreich in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Gleichzeitig bleibt die weitere Unterstützung bei Sprache, Qualifizierung und Arbeitsmarktintegration eine wichtige Aufgabe für die kommenden Jahre.