Berufswahl ohne Druck – warum diese Messe so anders erfolgreich war

Am 20. März war die erste Ausbildungsbörse an der Realschule Kaufering. Klein und familiär kommen Schülerinnen, Schüler und Betriebe locker ins Gespräch. Was als Testversion gedacht war, könnte sich etablieren.

15.03.2026 | Presseinfo Nr. 7

Kaufering, 20. März – „Kleine Messe, große Chancen“, sagt Paul Bär, Berufsberater der Agentur für Arbeit Landsberg. „Kein Messetrubel, keine überladenen Stände, kein Stress – das wollten und haben wir mit unserer Messe erreicht.“ Stattdessen persönliche Gespräche auf Augenhöhe, kurze Wege und echte Einblicke in die Berufswelt. Das bot die Ausbildungsmesse, die am 20. März von 10:30 bis 13:00 Uhr in den Räumlichkeiten der Realschule Kaufering stattfand.

Rund 300 Schülerinnen und Schüler der achten bis zehnte Klassen nutzten die Gelegenheit, mit insgesamt 15 regionalen Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen. Organisatoren der Messe waren die Arbeitsagentur Landsberg in enger Zusammenarbeit mit der Realschule.

Zitat:

„Kleine Messe, große Chancen.“


Das Konzept: bewusst klein, bewusst familiär – und damit genau richtig 

Jugendlichen auf Praktikums- oder Ausbildungssuche fällt es auf großen Messen oft schwer mit Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen. Nicht selten meinen es die Eltern zu gut und werden zum Sprachrohr ihrer Kinder – was wenig zielführend ist. „Es bringt nichts, wenn die Eltern das Bewerbungsgespräch übernehmen“, sagt Bär. „Der eigentliche Effekt verpufft. Berufsorientierung funktioniert am besten, wenn Jugendliche selbst Fragen stellen und ihren eigenen Eindruck gewinnen.“ 
Weiterer Vorteil der kleinen familiären Messe war, dass Schülerinnen und Schüler sich im vertrauten Umfeld eher wagten, Arbeitgeber anzusprechen. Und das war neben Berufsorientierung ein weiteres Ziel: Berührungsängste abbauen, ausprobieren und echte Begegnungen schaffen.

Zitat:

„Es bringt nichts, wenn die Eltern das Bewerbungsgespräch übernehmen. Der eigentliche Effekt verpufft. Berufsorientierung funktioniert am besten, wenn Jugendliche selbst Fragen stellen und ihren eigenen Eindruck gewinnen.“ 


Etablierung der Messe steht nichts mehr im Wege 

„Unser Test einer hauseigenen Berufsmesse im Schulgebäude der Realschule Kaufering hatte zum Ziel, unser vielfältiges Angebot zum Thema Berufsorientierung um einen weiteren Baustein erweitern“, resümiert Realschuldirektorin Annette Ring, Schulleiterin der Staatlichen Realschule Kaufering. Die Schülerinnen und Schüler der 8. bis 10. Jahrgangsstufe hätten in ihrer Aula mit Ausbildern, Azubis und Personalern unkompliziert Kontakt aufgenommen und sich über Berufsbilder informiert. Ohne lange Anfahrtswege und ohne aufwändige Vororganisation. 

„Die Resonanz der Jugendlichen war durchweg positiv“, freut sich die Rektorin. „Wenn die anwesenden Handwerks-, Firmen- und Behördenvertreter ebenfalls eine gute Bilanz ziehen, steht einer Etablierung dieses Formats der hauseigenen Berufsmesse an der Realschule Kaufering nichts mehr im Wege.“

Es muss nicht immer größer, lauter und digitaler sein

Nicht wenige interessierten sich für den Türöffner „Praktika“. Wer einmal weiß, wie sich ein Beruf „anfühlt“, kann viel leichter entscheiden, wohin die Reise gehen soll – oder auch nicht. Berufsberater Paul Bär ist sehr zufrieden. „Die Veranstaltung war gut und zeigt, dass es nicht immer größer, lauter oder digital sein muss. Manchmal reicht ein Klassenzimmer, ein offenes Ohr – und die richtige Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen.“