Im Juni zeigt sich der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Wiesbaden weitgehend stabil. Die Arbeitslosigkeit bleibt nahezu unverändert, auch die Arbeitslosenquote verharrt bei 6,9 Prozent. Gleichzeitig entwickelt sich der Stellenmarkt schwächer als im Vormonat. Das macht deutlich: Der Arbeitsmarkt bleibt aufnahmefähig, bietet aber weniger Bewegung. Mit Blick auf die Sommerferien nimmt die Dynamik am Arbeitsmarkt erfahrungsgemäß eher ab.
„Gerade in einer solchen Phase rückt stärker in den Blick, wie Menschen ihre beruflichen Perspektiven sichern oder weiterentwickeln können“, sagt Monika Kessler, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Wiesbaden. „Wenn der direkte Übergang in Beschäftigung nicht gelingt oder Menschen immer wieder von einer Tätigkeit in die nächste wechseln, ohne dass sich ihre berufliche Situation nachhaltig verbessert, kann Weiterbildung neue Wege eröffnen. Es geht dann nicht nur um den nächsten Job, sondern um eine langfristigere berufliche Perspektive.“
Qualifizierung ist dabei kein Thema nur für Menschen ohne Berufsabschluss oder ohne Beschäftigung. Auch Beschäftigte stehen vor der Hausforderung, sich auf veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt einzustellen. Wer sich beruflich weiterentwickelt, verbessert oft nicht nur die Chancen auf eine neue Stelle, sondern auch auf die Aussicht auf eine dauerhaft tragfähige Beschäftigung.“
Die Sommerzeit kann deshalb auch genutzt werden, um sich über Weiterbildung, Qualifizierung und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten zu informieren. Ein konkreter Anlaufpunkt dafür ist in Wiesbaden der Bildungspunkt. Dort beraten die Agentur für Arbeit, die Industrie- und Handelskammer sowie weitere Netzwerkpartner zu beruflichen Perspektiven, Qualifizierung und die nächsten Schritte. Der Bildungspunkt in der Karl-Glässing-Str. 8 ist dienstags bis donnerstags von 10 bis 15 Uhr geöffnet, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Auch mit Blick auf den Ausbildungsmarkt bleibt Beratung in dieser Phase wichtig. Zwar ist der 1. August in vielen Berufen der reguläre Ausbildungsbeginn, dennoch gibt es auch danach noch Möglichkeiten für Jugendliche, die noch keinen passenden Platz gefunden haben. Das Berufsinformationszentrum und die Berufsberatung der Agentur für Arbeit stehen weiterhin zur Verfügung, um zu klären, wo in diesem Jahr noch etwas möglich ist und welche Alternativen sich eröffnen können.
Die Zahlen im Überblick
Lage auf dem Arbeitsmarkt im Juni - Agentur für Arbeit Wiesbaden
Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Wiesbaden (Stadt Wiesbaden, Rheingau-Taunus-Kreis) im Juni 2026 gestiegen. 18.400 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 29 Personen mehr (+0,2 Prozent) als im Mai und 11 Personen bzw. 0,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 6,9 Prozent und war identisch zum Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie ebenfalls bei 6,9 Prozent.
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 5.701 Personen (80 Personen mehr als im Vormonat und 572 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 12.699 Arbeitslose registriert (51 Personen weniger als im Vormonat und 561 Personen weniger als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden rund 69 Prozent aller Arbeitslosen betreut.
Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 2.683 Personen arbeitslos. Davon kamen 1.043 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 2.656 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 842 eine Erwerbstätigkeit auf.
Ein Blick auf den Stellenmarkt ergänzt das Bild der aktuellen Arbeitsmarktlage: 390 Stellen wurden im Juni neu gemeldet (266 weniger als im Vormonat und 129 weniger als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Gesundheits- und Sozialwesen, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Handel Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Verarbeitendes Gewerbe, öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung.
Aktuell befanden sich damit 2.125 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Der Bestand an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sank zum Stichtag am 31.12.2025 im Agenturbezirk Wiesbaden gegenüber dem Vormonat um 791 Personen. 199.325 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte waren zu diesem Zeitpunkt im Agenturbezirk Wiesbaden tätig. Das entspricht einem Zuwachs von 1.920 Beschäftigungsverhältnissen im Vergleich zum Vorjahr (+1,0 Prozent).
Lage auf dem Ausbildungsmarkt im Juni (Agenturbezirk)
Im Bereich der Agentur für Arbeit Wiesbaden (Stadt Wiesbaden, Rheingau-Taunus-Kreis) waren bis Juni insgesamt 2.264 Interessierte als Bewerber und Bewerberinnen für eine Ausbildungsstelle oder ein duales Studium bei der Berufsberatung gemeldet.
Von den 2.264 Bewerbern und Bewerberinnen waren zahlenmäßig 167 Personen (8 Prozent) mehr als im Juni 2025 gemeldet. Aktuell suchen 973 Bewerber und Bewerberinnen aktiv nach einer Ausbildung oder einem dualen Studium. Alle anderen Bewerber bzw. Bewerberinnen haben sich bereits für ein Angebot entschieden oder eine andere Alternative für sich gefunden.
Die regionalen Unternehmen haben bisher 1.494 Ausbildungs- und duale Studienplätze gemeldet (567 Stellen bzw. 28 Prozent weniger als vor einem Jahr). Rein rechnerisch kommen damit auf 100 Stellen 153 Bewerber bzw. Bewerberinnen. Aktuell sind 517 Ausbildungs- und duale Studienplätze frei, vor allem in den Berufen Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Verkäufer/in, Kaufmann/-frau - Versicherungen/Finanzanlagen, Bankkaufmann/-frau und Kaufmann/-frau - Büromanagement.
Die Regionen im Überblick
Lage auf dem Arbeitsmarkt im Juni - Stadt Wiesbaden
Die Arbeitslosigkeit ist in der Stadt Wiesbaden im Juni 2026 gestiegen. 13.251 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 68 Personen mehr (0,5 Prozent) als im Mai und 10 Personen bzw. 0,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 8,1 Prozent und lag mit 0,1 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie ebenfalls bei 8,1 Prozent.
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 3.797 Personen (71 Personen mehr als im Vormonat und 322 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 9.454 Arbeitslose registriert (3 Personen weniger als im Vormonat und 312 Personen weniger als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden rund 71 Prozent aller Arbeitslosen betreut.
Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 2.011 Personen arbeitslos. Davon kamen 762 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 1.945 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 615 eine Erwerbstätigkeit auf.
Ein Blick auf den Stellenmarkt ergänzt das Bild der aktuellen Arbeitsmarktlage: 271 Stellen wurden im Juni neu gemeldet (171 weniger als im Vormonat und 60 weniger als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Handel Instandhaltung und Reparatur von Kfz, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Gesundheits- und Sozialwesen, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung. Aktuell befanden sich damit 1.337 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Lage auf dem Ausbildungsmarkt im Juni – Stadt Wiesbaden
In der Stadt Wiesbaden waren bis Juni insgesamt 1.439 Interessierte als Bewerber und Bewerberinnen für eine Ausbildungsstelle oder ein duales Studium bei der Berufsberatung gemeldet, darunter befanden sich 433 Jugendliche mit Migrationshintergrund.
Von den 1.439 Bewerbern und Bewerberinnen waren zahlenmäßig 96 Personen (7 Prozent) mehr als im Juni 2025 gemeldet. Aktuell suchen 601 Bewerber und Bewerberinnen aktiv nach einer Ausbildung oder einem dualen Studium. Alle anderen Bewerber bzw. Bewerberinnen haben sich bereits für ein Angebot entschieden oder eine andere Alternative für sich gefunden.
Die regionalen Unternehmen haben bisher 1.029 Ausbildungs- und duale Studienplätze gemeldet (440 Stellen bzw. 30 Prozent weniger als vor einem Jahr). Rein rechnerisch kommen damit auf 100 Stellen 141 Bewerber bzw. Bewerberinnen. Aktuell sind 371 Ausbildungs- und duale Studienplätze frei.
Lage auf dem Arbeitsmarkt – Rheingau-Taunus-Kreis
Die Arbeitslosigkeit ist Rheingau-Taunus-Kreis im Juni 2026 gesunken. 5.149 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 39 Personen weniger (-0,7 Prozent) als im Mai und 1 Person mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 5,1 Prozent und war identisch zum Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 5 Prozent.
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 1.904 Personen (9 Personen mehr als im Vormonat und 250 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 3.245 Arbeitslose registriert (48 Personen weniger als im Vormonat und 249 Personen weniger als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden rund 63 Prozent aller Arbeitslosen betreut.
Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 672 Personen arbeitslos. Davon kamen 281 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 711 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 227 eine Erwerbstätigkeit auf.
Ein Blick auf den Stellenmarkt ergänzt das Bild der aktuellen Arbeitsmarktlage: 119 Stellen wurden im Juni neu gemeldet (95 weniger als im Vormonat und 69 weniger als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen Gesundheits- und Sozialwesen, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Handel Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Verarbeitendes Gewerbe, öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung. Aktuell befanden sich damit 788 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Lage auf dem Ausbildungsmarkt im Juni - Rheingau-Taunus-Kreis
Im Rheingau-Taunus-Kreis waren bis Juni insgesamt 825 Interessierte als Bewerber und Bewerberinnen für eine Ausbildungsstelle oder ein duales Studium bei der Berufsberatung gemeldet.
Von den 825 Bewerbern und Bewerberinnen waren zahlenmäßig 71 Personen (9 Prozent) mehr als im Juni 2025 gemeldet. Aktuell suchen 372 Bewerber und Bewerberinnen aktiv nach einer Ausbildung oder einem dualen Studium. Alle anderen Bewerber bzw. Bewerberinnen haben sich bereits für ein Angebot entschieden oder eine andere Alternative für sich gefunden.
Die regionalen Unternehmen haben bisher 465 Ausbildungs- und duale Studienplätze gemeldet (127 Stellen bzw. 21 Prozent weniger als vor einem Jahr). Rein rechnerisch kommen damit auf 100 Stellen 177 Bewerber bzw. Bewerberinnen. Aktuell sind 146 Ausbildungs- und duale Studienplätze frei.