Im Juli ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Wiesbaden gestiegen. 18.887 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 487 mehr als im Juni. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 7,1 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Gesamtzahl dagegen kaum verändert.
Die Entwicklung steht vor allem im Zusammenhang mit den für den Sommer typischen Übergängen. Viele junge Menschen beenden in diesen Wochen die Schule oder ihre Ausbildung. Nicht immer folgt ohne Unterbrechung eine Beschäftigung, eine weitere Ausbildung oder ein anderer beruflicher Anschluss. Zugleich werden Einstellungen während der Ferienzeit teilweise später umgesetzt. Auf die unter 25-Jährigen entfällt knapp die Hälfte des gesamten monatlichen Anstiegs.
„Für viele junge Menschen ist die Arbeitslosmeldung im Sommer nur eine kurze Zwischenstation. Darauf dürfen wir uns aber nicht verlassen“, sagt Monika Kessler, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Wiesbaden. „Entscheidend ist, dass aus einer kurzen Übergangsphase keine längere Arbeitslosigkeit wird. Wer noch keine konkrete Perspektive hat, sollte deshalb spätestens jetzt unsere Beratungs- und Vermittlungsangebote nutzen.“
Trotz des Anstiegs bleibt das Gesamtbild des regionalen Arbeitsmarktes vergleichsweise stabil. Die Arbeitslosigkeit liegt nur geringfügig über dem Vorjahresniveau. Gleichzeitig waren zum jüngsten verfügbaren Stichtag 0,7 Prozent mehr Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt als ein Jahr zuvor. Damit entwickelte sich die Beschäftigung in Wiesbaden und im Rheingau-Taunus-Kreis günstiger als in Hessen insgesamt, wo die Beschäftigung zurückging.
„Die Beschäftigungsbasis in der Region ist stabil“, ordnet Kessler ein. „Gleichzeitig bleibt die Dynamik begrenzt. Betriebe haben Personalbedarf, treffen ihre Einstellungsentscheidungen angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aber branchenabhängig sehr gezielt.“
Weniger Auswahl am Ausbildungsmarkt
Auch am Ausbildungsmarkt zeigt sich die zurückhaltende Personalnachfrage der Betriebe.
Für diejenigen, die bislang keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, ist die Auswahl spürbar kleiner geworden.
Ende Juli waren noch 720 Bewerberinnen und Bewerber unversorgt. Ihnen standen 381 bei der Agentur für Arbeit gemeldete, noch unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber. In den Vorjahren lagen diese Zahlen zum gleichen Zeitpunkt noch nahezu gleichauf.
Zwar ist die Zahl der unversorgten jungen Menschen gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Das Angebot an noch verfügbaren Stellen hat sich jedoch fast halbiert. Häufiger wird es notwendig sein, verwandte Berufe, einen größeren Suchradius oder andere geeignete Anschlüsse in die Überlegungen einzubeziehen.
Ein abschließendes Fazit lässt sich Ende Juli noch nicht ziehen. Viele Ausbildungen beginnen am 1. August, andere erst im September oder Oktober. Auch in den kommenden Wochen werden noch Verträge geschlossen. Zudem können bereits vergebene Ausbildungsplätze kurzfristig wieder frei werden.
Wo ein unmittelbarer Einstieg nicht gelingt, gilt es eine tragfähige Alternative zu entwickeln, damit keine längere Zeit ohne Anschluss entsteht.
Die Zahlen im Überblick
Lage auf dem Arbeitsmarkt im Juli - Agentur für Arbeit Wiesbaden
Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Wiesbaden (Stadt Wiesbaden, Rheingau-Taunus-Kreis) im Juli 2026 gestiegen. 18.887 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 487 Personen mehr (+2,6 Prozent) als im Juni und 49 Personen bzw. 0,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 7,1 Prozent und lag mit 0,2 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie ebenfalls bei 7,1 Prozent.
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 6.115 Personen (414 Personen mehr als im Vormonat und 659 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 12.772 Arbeitslose registriert (73 Personen mehr als im Vormonat, aber 610 Personen weniger als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden rund 68 Prozent aller Arbeitslosen betreut.
Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 2.683 Personen arbeitslos. Davon kamen 1.043 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 2.656 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 842 eine Erwerbstätigkeit auf.
Ein Blick auf den Stellenmarkt ergänzt das Bild der aktuellen Arbeitsmarktlage: 596 Stellen wurden im Juli neu gemeldet (206 mehr als im Vormonat und 52 mehr als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Gesundheits- und Sozialwesen, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Handel Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, Verarbeitendes Gewerbe. Aktuell befanden sich damit 2.201 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Der Bestand an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sank zum Stichtag am 31.01.2026 im Agenturbezirk Wiesbaden gegenüber dem Vormonat um 1.028 Personen. 198.297 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte waren zu diesem Zeitpunkt im Agenturbezirk Wiesbaden tätig. Das entspricht gleichzeitig einem Zuwachs von 1.446 Beschäftigungsverhältnissen im Vergleich zum Vorjahr (+0,7 Prozent).
Lage auf dem Ausbildungsmarkt im Juli (Agenturbezirk)
Im Bereich der Agentur für Arbeit Wiesbaden (Stadt Wiesbaden, Rheingau-Taunus-Kreis) waren bis Juli insgesamt 2.417 Interessierte als Bewerber und Bewerberinnen für eine Ausbildungsstelle oder ein duales Studium bei der Berufsberatung gemeldet.
Das waren 181 Personen (+8,1 Prozent) mehr als im Juli 2025. Aktuell suchen 720 Bewerber und Bewerberinnen aktiv nach einer Ausbildung oder einem dualen Studium. Alle anderen Bewerber bzw. Bewerberinnen haben sich bereits für ein Angebot entschieden oder eine andere Alternative für sich gefunden.
Die regionalen Unternehmen haben bisher 1.596 Ausbildungs- und duale Studienplätze gemeldet (517 Stellen bzw. 24,5 Prozent weniger als vor einem Jahr). Rein rechnerisch kommen damit auf 100 Stellen 153 Bewerber bzw. Bewerberinnen. Aktuell sind 381 Ausbildungs- und duale Studienplätze frei, vor allem in den Berufen Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Verkäufer/in, Kaufmann/-frau - Versicherungen/Finanzanlagen, Bankkaufmann/-frau und Kaufmann/-frau - Büromanagement.
Die Regionen im Überblick
Lage auf dem Arbeitsmarkt im Juli - Stadt Wiesbaden
Die Arbeitslosigkeit ist in der Stadt Wiesbaden im Juli 2026 gestiegen. 13.659 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 408 Personen mehr (+2,3 Prozent) als im Juni und 45 Personen bzw. 0,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 8,3 Prozent und lag mit 0,2 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie ebenfalls bei 8,3 Prozent.
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 4.119 Personen (322 Personen mehr als im Vormonat und 409 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 9.540 Arbeitslose registriert (86 Personen mehr als im Vormonat, aber 364 Personen weniger als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden rund 70 Prozent aller Arbeitslosen betreut.
Ein Blick auf den Stellenmarkt ergänzt das Bild der aktuellen Arbeitsmarktlage: 435 Stellen wurden im Juli neu gemeldet (164 mehr als im Vormonat und 94 mehr als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, Handel Instandhaltung und Reparatur von Kfz, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Gesundheits- und Sozialwesen, Baugewerbe. Aktuell befanden sich damit 1.437 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Lage auf dem Ausbildungsmarkt im Juli – Stadt Wiesbaden
In der Stadt Wiesbaden waren bis Juli insgesamt 1.532 Interessierte als Bewerber und Bewerberinnen für eine Ausbildungsstelle oder ein duales Studium bei der Berufsberatung gemeldet. Das waren 100 Personen (7 Prozent) mehr als im Juli 2025.
Aktuell suchen 463 Bewerber und Bewerberinnen aktiv nach einer Ausbildung oder einem dualen Studium. Alle anderen Bewerber bzw. Bewerberinnen haben sich bereits für ein Angebot entschieden oder eine andere Alternative für sich gefunden.
Diese Jugendlichen suchen schwerpunktmäßig noch eine Ausbildung bzw. ein duales Studium als: Kaufmann/-frau - Büromanagement, Kraftfahrzeugmechatroniker/in - PKW-Technik, Verkäufer/in, Anlagenmechaniker/in - Sanitär-/Heizungs-Klimatechnik., Elektroniker/in- Energie-/Gebäudetechnik, Fachinformatiker/in - Systemintegration, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Medizinische/r Fachangestellte/r, Tischler/in und Fachinformatiker/in-Anwendungsentwicklung.
Die regionalen Unternehmen haben bisher 1.102 Ausbildungs- und duale Studienplätze gemeldet (403 Stellen bzw. 26,8 Prozent weniger als vor einem Jahr). Rein rechnerisch kommen damit auf 100 Stellen 141 Bewerber bzw. Bewerberinnen. Aktuell sind 255 Ausbildungs- und duale Studienplätze frei, vor allem in den Berufen Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Verkäufer/in, Bankkaufmann/-frau, Kfm. - Versicherungen/Finanzanlagen und Justizfachangestellte/r.
Lage auf dem Arbeitsmarkt – Rheingau-Taunus-Kreis
Die Arbeitslosigkeit ist Rheingau-Taunus-Kreis im Juli 2026 gestiegen. 5.228 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 79 Personen mehr (+1,5 Prozent) als im Juni und 4 Personen bzw. 0,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 5,1 Prozent und war identisch zum Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie ebenfalls bei 5,1 Prozent.
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 1.996 Personen (92 Personen mehr als im Vormonat und 250 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 3.232 Arbeitslose registriert (13 Personen weniger als im Vormonat und 246 Personen weniger als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden rund 62 Prozent aller Arbeitslosen betreut.
161 Stellen wurden im Juli neu gemeldet (42 mehr als im Vormonat, aber 42 weniger als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen Gesundheits- und Sozialwesen, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Handel Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Verarbeitendes Gewerbe, Gastgewerbe. Aktuell befanden sich damit 764 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Lage auf dem Ausbildungsmarkt im Juli - Rheingau-Taunus-Kreis
Rheingau-Taunus-Kreis waren bis Juli insgesamt 885 Interessierte als Bewerber und Bewerberinnen für eine Ausbildungsstelle oder ein duales Studium bei der Berufsberatung gemeldet. Das waren 81 Personen (+10,1 Prozent) mehr als im Juli 2025.
Aktuell suchen 257 Bewerber und Bewerberinnen aktiv nach einer Ausbildung oder einem dualen Studium. Alle anderen Bewerber bzw. Bewerberinnen haben sich bereits für ein Angebot entschieden oder eine andere Alternative für sich gefunden.
Diese Jugendlichen suchen schwerpunktmäßig noch eine Ausbildung bzw. ein duales Studium als: Kaufmann/-frau - Büromanagement, Kraftfahrzeugmechatroniker/in - PKW-Technik, Verkäufer/in, Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r, Fachinformatiker/in - Systemintegration, Fachinformatiker-Anwendungsentwicklung, Anlagenmechaniker/in. - Sanitär-/Heizung-Klimatechnik, Automobilkaufmann/-frau, Medizinische/r Fachangestellte/r und Elektroniker/in- Energie-/Gebäudetechnik.
Die regionalen Unternehmen haben bisher 494 Ausbildungs- und duale Studienplätze gemeldet (114 Stellen bzw. 19 Prozent weniger als vor einem Jahr). Rein rechnerisch kommen damit auf 100 Stellen 179 Bewerber bzw. Bewerberinnen. Aktuell sind 126 Ausbildungs- und duale Studienplätze frei, vor allem in den Berufen Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Verkäufer/in, Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r, Fachwirt/in - Handel und Koch/Köchin