Arbeitsmarkt startet mit leichter Entlastung in den Herbst

* Arbeitslosenquote sinkt auf 6,9 Prozent

* Saisonale Entlastung fällt regional unterschiedlich aus

* Neue Stellenmeldungen liegen seit Jahresbeginn über dem Vorjahresniveau

30.09.2026 | Presseinfo Nr. 32

Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Wiesbaden ist im September zurückgegangen. 18.403 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 348 weniger als im August. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 6,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Zahl der Arbeitslosen allerdings weiterhin leicht höher.

Ein Teil des Rückgangs lässt sich mit den üblichen September-Effekten erklären: Ausbildungen und Studiengänge beginnen, sommerliche Übergangsphasen enden. Besonders deutlich zeigt sich das bei jüngeren Menschen. Der September bietet aber noch ein zweites Signal: Es meldeten sich weniger Menschen neu arbeitslos als im August, während zugleich etwas mehr Arbeitslose wieder eine Beschäftigung aufnahmen.

Innerhalb des Agenturbezirks verteilt sich die Entlastung sehr unterschiedlich. Von den insgesamt 348 Arbeitslosen weniger entfielen 280 auf die Landeshauptstadt. Im Rheingau-Taunus-Kreis fiel der Rückgang mit 68 Personen deutlich kleiner aus. Und auch dort zeigt sich kein einheitliches Bild: Während die Arbeitslosigkeit im Bereich Idstein unter dem Vorjahresniveau liegt, ist sie im Rheingau rund um Rüdesheim höher als vor einem Jahr.

Ähnlich unterschiedlich entwickelt sich die Nachfrage der Betriebe. In Wiesbaden gingen im September mehr neue Stellenmeldungen ein als im Vorjahresmonat. Im Rheingau-Taunus-Kreis blieb die Entwicklung insgesamt verhaltener. 

Für den gesamten Agenturbezirk ergibt sich dennoch ein vorsichtig positives Signal: Sowohl im September als auch seit Jahresbeginn haben die Unternehmen mehr neue Arbeitsstellen gemeldet als im jeweiligen Vorjahreszeitraum. Der Bestand der gemeldeten Stellen liegt allerdings noch unter dem Vorjahresniveau.

„Die Septemberzahlen passen zu einer wirtschaftlichen Stimmung, die sich zuletzt etwas aufgehellt hat“, sagt Monika Kessler, Leiterin der Agentur für Arbeit Wiesbaden. „Das ifo Institut meldet gerade bei den Dienstleistungen eine bessere Entwicklung. Für unsere stark dienstleistungsgeprägte Region ist das interessant. Auf dem Arbeitsmarkt kommt davon bislang erst ein Teil an. Dass die Arbeitslosigkeit sinkt und wieder mehr neue Stellen gemeldet werden, ist dennoch ein erfreuliches Signal.“ Der bundesweite ifo-Geschäftsklimaindex stieg im September von 88,8 auf 89,9 Punkte. Im Dienstleistungssektor drehte das Geschäftsklima wieder in den positiven Bereich. 

Für Kessler machen die regional unterschiedlichen zugleich deutlich, wie wichtig eine möglichst breite Suche auf beiden Seiten bleibt. Nicht jede freie Stelle passt automatisch zu jedem Arbeitsuchenden. Neben Tätigkeit und Qualifikation spielen auch Arbeitszeit, Verdienst, Erreichbarkeit und die persönliche Lebenssituation eine Rolle. Die Arbeitsvermittlung unterstützt dabei, realistische Möglichkeiten auszuloten; Unternehmen sollten den Arbeitgeber-Service bei der Suche nach passendem Personal einbeziehen, um ihren Personalbedarf sichtbar zu machen und passende Bewerberinnen und Bewerber zu erreichen.

 

Die Zahlen im Überblick

 

Agentur für Arbeit Wiesbaden

Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Wiesbaden (Stadt Wiesbaden, Rheingau-Taunus-Kreis) im September 2026 gesunken. 18.403 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 348 Personen weniger (-1,9 Prozent) als im August, aber 126 Personen bzw. 0,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 6,9 Prozent und lag mit 0,2 Prozentpunkten unter dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie ebenfalls bei 6,9 Prozent.

Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 5.897 Personen (154 Personen weniger als im Vormonat, aber 834 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 12.506 Arbeitslose registriert (194 Personen weniger als im Vormonat und 708 Personen weniger als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 68 Prozent aller Arbeitslosen betreut.

Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 2.986 Personen arbeitslos. Davon kamen 1.166 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 3.325 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 1.030 eine Erwerbstätigkeit auf.

Ein Blick auf den Stellenmarkt ergänzt das Bild der aktuellen Arbeitsmarktlage: 617 Stellen wurden im September neu gemeldet (15 mehr als im Vormonat und 22 mehr als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, sowie im Gesundheits- und Sozialwesen.

Aktuell befanden sich damit 2.290 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur. 

Der Bestand an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg zum Stichtag am 31.03.2026 im Agenturbezirk Wiesbaden gegenüber dem Vormonat um 149 Personen. 198.776 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte waren zu diesem Zeitpunkt im Agenturbezirk Wiesbaden tätig. Das entspricht gleichzeitig einem Zuwachs von 1.176 Beschäftigungsverhältnissen im Vergleich zum Vorjahr (+0,6 Prozent).

 

Ausbildungsmarkt

Aufgrund des Abschlusses des Berichtsjahres stehen für den Ausbildungsmarkt die September-Daten derzeit noch nicht zur Verfügung.

 

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Die Regionen im Überblick

 

Stadt Wiesbaden

Die Arbeitslosigkeit ist in der Stadt Wiesbaden im September 2026 gesunken. 13.367 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 280 Personen weniger (-2,1 Prozent) als im August, aber 120 Personen bzw. 0,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 8,2 Prozent und lag mit 0,1 Prozentpunkten unter dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 8,1 Prozent.

Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 3.985 Personen (141 Personen weniger als im Vormonat, aber 557 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 9.382 Arbeitslose registriert (139 Personen weniger als im Vormonat und 437 Personen weniger als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden rund 70 Prozent aller Arbeitslosen betreut.

Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 2.128 Personen arbeitslos. Davon kamen 841 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 2.412 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 760 eine Erwerbstätigkeit auf.

Ein Blick auf den Stellenmarkt ergänzt das Bild der aktuellen Arbeitsmarktlage: 419 Stellen wurden im September neu gemeldet (10 mehr als im Vormonat und 40 mehr als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, Handel Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Gesundheits- und Sozialwesen, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung.

Aktuell befanden sich damit 1.547 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur. 

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Rheingau-Taunus-Kreis

Die Arbeitslosigkeit ist Rheingau-Taunus-Kreis im September 2026 gesunken. 5.036 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 68 Personen weniger (-1 Prozent) als im August, aber 6 Personen bzw. 0,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 4,9 Prozent und lag mit 0,1 Prozentpunkten unter dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie ebenfalls bei 4,9 Prozent.

Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 1.912 Personen (13 Personen weniger als im Vormonat, aber 277 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 3.124 Arbeitslose registriert (55 Personen weniger als im Vormonat und 271 Personen weniger als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden rund 62 Prozent aller Arbeitslosen betreut.

Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 858 Personen arbeitslos. Davon kamen 325 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 913 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 270 eine Erwerbstätigkeit auf.

Ein Blick auf den Stellenmarkt ergänzt das Bild der aktuellen Arbeitsmarktlage: 198 Stellen wurden im September neu gemeldet (5 mehr als im Vormonat, aber 18 weniger als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen Gesundheits- und Sozialwesen, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Verarbeitendes Gewerbe, Handel Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Gastgewerbe.

Aktuell befanden sich damit 743 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.