- Mehr als 10.000 Arbeitslose
- Arbeitslosenquote liegt bei 6,5 Prozent
- Jugendarbeitslosigkeit steigt
Überblick
Zum Jahresbeginn ist die Arbeitslosigkeit im Landkreis Zwickau gestiegen. Die Zahl der Arbeitslosen hat sich gegenüber dem Vormonat um 523 auf 10.486 erhöht. Im Vergleich zum Januar 2025 sind 895 Personen mehr arbeitslos. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Januar 6,5 Prozent; vor einem Jahr lag diese bei 5,9 Prozent.
„Die negative Arbeitsmarktentwicklung, die nicht nur saisonal bedingt ist, hat sich im Januar 2026 weiter fortgesetzt. Im Landkreis Zwickau stieg die Arbeitslosigkeit deutlich an. Das spiegelt sich in allen Personengruppen wider. Insbesondere bei den 15 bis unter 25-Jährigen ist im Jahresverlauf ein Anstieg um rund 21 Prozent erkennbar. Die hohe Jugendarbeitslosigkeit ist ein vielschichtiges Problem, das besonders in wirtschaftlichen Schwächephasen deutlich zutage tritt. Hier finden wir eine paradoxe Situation auf dem Arbeitsmarkt vor. Während die Wirtschaft händeringend Fachkräfte sucht, steigt die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen. Fehlende Berufsabschlüsse oder -erfahrung, der Wegfall von einfachen Jobs sowie ein schwererer Zugang zum ersten Arbeitsmarkt für junge Menschen mit Einwanderungsgeschichte oder aus bildungsferneren Schichten können Gründe dafür sein“, bewertet Andreas Fleischer, Chef der Zwickauer Arbeitsagentur, die jetzt veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen für den abgelaufenen Monat. „Der Zugang an freien Arbeitsstellen ist dank unserer regionalen Unternehmen weiterhin stabil. Uns wurden rund 16 Prozent mehr zu besetzende Stellen als im Januar 2025 gemeldet“, kommentiert Andreas Fleischer abschließend.
Arbeitslosigkeit in den beiden Rechtskreisen
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betrifft beide Rechtskreise – den zahlenmäßig höheren verzeichnet im Januar die Arbeitsagentur. 470 Frauen und Männer mehr als im Dezember waren im ersten Monat des Jahres arbeitslos (+11,2 %). Im Jobcenter Zwickau nahm die Arbeitslosigkeit um 53 Personen bzw. 0,9 Prozent zu.
Im Rechtskreis des SGB III waren damit im Januar 4.668 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 921 mehr als im Januar 2025 und im Rechtskreis SGB II 5.88 Arbeitslose, 26 weniger als im Vorjahr.
Zugänge in und Abgänge aus Arbeitslosigkeit
Zur Jahreszeit passt, dass sich deutlich mehr Personen aus dem Job heraus arbeitslos melden mussten als wieder in Erwerbstätigkeit gehen konnten. Im Januar wurden 1.184 Zugänge aus und 551 Abgänge in Erwerbstätigkeit erfasst. Insgesamt ist die Fluktuation wie immer hoch, den 2.359 Zugängen stehen 1.831 Abgänge gegenüber.
Langzeitarbeitslosigkeit
Im Agenturbezirk Zwickau sind derzeit 3.370 Arbeitslose länger als ein Jahr auf Jobsuche. Das entspricht einem Anteil von 32,61Prozent an allen Arbeitslosen. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Langzeitarbeitslosigkeit um 3,9 Prozent (126 Personen) an. Im Vergleich zum Vorjahr sind es aktuell 246 Langzeitarbeitslose bzw. 7,9 Prozent mehr.
Jugendarbeitslosigkeit
Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen ist im Januar um 44 auf 1.042 gestiegen. Der Anteil der Jugendlichen an allen Arbeitslosen im Agenturbezirk beträgt 9,9 Prozent.
Im Januar 2025 waren 183 Jugendliche weniger arbeitslos.
Stellenangebote
Durch den gemeinsamen Arbeitgeberservice wurden im Januar 469 sozialversicherungspflichtige Stellen neu aufgenommen. Das waren 66 mehr als im Vorjahr (+16,4%). Der Gesamtbestand an Stellen beläuft sich im Januar auf 2.160; Das sind 10 Stellen mehr im Vergleich zum Vorjahresmonat.
Blick in die Geschäftsstellen
In den Geschäftsstellenbezirken der Zwickauer Arbeitsagentur stellt sich die Arbeitslosigkeit folgendermaßen dar: Die Arbeitslosenquote beträgt in Hohenstein-Ernstthal 5,8 Prozent (Vorjahr 5,3 %), in der Hauptagentur Zwickau 7,0 Prozent (Vorjahr 6,4 %).
Hinweis: Aufgrund der Zusammenlegung der Geschäftsstellen Werdau und Zwickau zum 31.12.2025 ist keine Vergleichbarkeit gegeben.
Unterbeschäftigung
Im Januar haben nach ersten Hochrechnungen rund 2.000 Personen aus dem Landkreis Zwickau an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, wie Weiterbildung, Praktika in Betrieben oder Beschäftigung in Arbeitsgelegenheiten teilgenommen.
Insgesamt belief sich die Unterbeschäftigung – die Summe aus Arbeitslosen und Teilnehmern in Maßnahmen – auf über 12.000. Damit liegt der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung bei 84,3 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – analog der Arbeitslosenquote – liegt die vorläufige Unterbeschäftigungsquote für Januar bei 7,6 Prozent (Vorjahr 7,2 %).
Kurzarbeit
Anzeigen zur Kurzarbeit
Im Kalendermonat Dezember 2025 wurden von 10 Betrieben bzw. Betriebszweigen 46 Personen zur Kurzarbeit angezeigt. Das sind 14 Anzeigen weniger und 180 Personen in Anzeigen weniger im Vergleich zum Vormonat.
Realisierte Kurzarbeit
Im Kalendermonat Juli 2025 - Daten liegen mit 5 Monaten Wartezeit vor - haben 59 Betriebe bzw. Betriebszweige und 1.428 Personen Kurzarbeitergeld erhalten. Das sind 3,5% mehr Betriebe und 4,8% mehr Personen im Vergleich zum Vormonat. Hochgerechnete Daten ergeben für September 2025 57 Betriebe und 1.432 Personen in Kurzarbeit.
Die Top 2 von realisierter Kurzarbeit betroffenen Wirtschaftsabteilungen nach Anzahl der Personen im Monat Juli 2025 waren »Maschinenbau« (491 Personen / 6 Betriebe) und »Herstellung von Kraftwagen u.-teilen« (331 Personen / 6 Betriebe).