Der Arbeitsmarkt im Februar 2026

27.02.2026 | Presseinfo Nr. 8

  • Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit
  • Alle Personengruppen vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen
  • Arbeitslosenzahlen liegen deutlich über dem Vorjahr – Anstieg um fast 20 Prozent im Rechtskreis der Arbeitsagentur
  • Arbeitslosenquote steigt auf 6,6 Prozent (Vorjahr 6,1 Prozent)
Überblick

Im Februar ist ein leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit um 69 Personen auf 10.555 zu verzeichnen. Im Ver-gleich zum Vorjahr sind 698 Personen bzw. 7,1 Prozent mehr arbeitslos. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im Februar 6,6 Prozent (Vormonat 6,5%).

„Im Februar ist die Arbeitslosigkeit im Landkreis Zwickau marginal gestiegen. Diese Entwicklung spiegelt sich durchgehend in den einzelnen Personengruppen wider. Insbesondere bei den Jugendlichen, der Personengruppe der Ausländer und bei den Langzeitarbeitslosen ist im Jahresverlauf ein deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit erkennbar. Angesichts der konjunkturellen Rahmenbedingungen hat es dieser Personenkreis deutlich schwerer eine neue Beschäftigung aufzunehmen. Fehlende Abschlüsse bzw. Berufserfahrung, komplexe Problemlagen oder fachliche Faktoren erschweren meist den Wiedereinstieg in den Job. Im Vergleich zum Vorjahr zählen wir, dem Trend der Vormonate folgend, erneut mehr Arbeitslose. Dabei nahm die Arbeitslosigkeit im Zuständigkeitsbereich der Arbeitsagentur deutlich zu - während im Jobcenter Zwickau ein leichter Rückgang zu verzeichnen ist“, informiert Andreas Fleischer, Chef der Zwickauer Arbeitsagentur, über die aktuellen Arbeitsmarktdaten.

Beim Blick auf die Daten der Grundsicherung im Land-kreis ist folgendes festzustellen: Die Anzahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten und die Zahl der Bedarfsgemeinschaften liegen aktuell deutlich unter den Werten vom Vorjahr.

„Es bleibt abzuwarten, wie sich die konjunkturelle Entwicklung weiter auf den regionalen Arbeitsmarkt aus-wirkt. Das Risiko arbeitslos zu werden steigt und die Chancen Arbeitslosigkeit zu beenden sinken. Trotz der Unsicherheiten, werden alle Menschen und auch Unternehmer unsere Hilfe und Unterstützung bekommen. Wir beraten weiterhin aktiv die Menschen sowie die Unternehmen zu Qualifizierungsangeboten und Fördermöglichkeiten. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen wir einen Anstieg bei arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen insbesondere bei Aktivierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen. Denn der Arbeitsmarkt braucht Fachkräfte. Und je besser das Qualifizierungsniveau, um so einfacher wird es, einen neuen Job zu finden oder ihn gar nicht erst zu verlieren“, betont Andreas Fleischer abschließend.

Arbeitslosigkeit in den beiden Rechtskreisen

Nach dem Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar ist die Zahl der arbeitslosen Menschen im Februar erneut gestiegen (+69). Im Vergleich zum Februar 2025 sind jetzt 698 Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr betrifft ausschließlich den Rechtskreis der Arbeitsagentur.
Im Februar 2026 waren in der Zwickauer Arbeitsagentur 24 Frauen und Männer weniger als im Januar arbeitslos (-0,5%) gemeldet. Im Jobcenter Zwickau waren es 93 Personen mehr (+1,6%).

Zugänge in und Abgänge aus Arbeitslosigkeit

Es meldeten sich mehr Personen aus dem Job heraus arbeitslos als wieder in Erwerbstätigkeit gehen konnten. Insgesamt ist die Fluktuation wie immer hoch, den 2.119 Zugängen stehen 2.038 Abgänge gegenüber. Im Februar wurden 810 Zugänge aus und 562 Abgänge in Erwerbstätigkeit erfasst.

Langzeitarbeitslosigkeit

Im Agenturbezirk Zwickau sind derzeit 3.400 Arbeitslose länger als ein Jahr auf Jobsuche. Das entspricht einem Anteil von 32,2 Prozent an allen Arbeitslosen im Agenturbezirk. Im Vergleich zum Vormonat nahm die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 30 zu. Im Vergleich zum Vorjahr sind aktuell 266 Langzeitarbeitslose mehr gemeldet.

Jugendarbeitslosigkeit

Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen ist im Februar um 93 auf 1.135 gestiegen. Der Anteil der Jugendlichen an allen Arbeitslosen im Agenturbezirk beträgt damit 10,8 Prozent. Im Februar 2025 waren 219 Jugendliche weniger arbeitslos.

Stellenangebote

2.141 Stellen – 19 weniger als im Januar – waren im Monat Februar im Agenturbezirk registriert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat standen 55 Stellen weniger für die Vermittlung zur Verfügung.
Durch den gemeinsamen Arbeitgeberservice wurden im Februar 443 sozialversicherungspflichtige Stellen neu aufgenommen. Das waren 89 weniger als im Vorjahresmonat.

Den Großteil der Stellen meldeten erneut das Verarbeitende Gewerbe (68), das Gesundheits- und Sozialwesen (49) und der Handel/Instandhaltung sowie Reparatur von Kraftfahrzeugen (57). Darüber hinaus werden von den Unternehmen der Arbeitnehmerüberlassung zahlreiche Stellen (103) gemeldet.

Blick in die Geschäftsstellen

In den Geschäftsstellenbezirken der Zwickauer Arbeitsagentur stellt sich die Arbeitslosigkeit folgendermaßen dar: Die Arbeitslosenquote beträgt in Hohenstein-Ernstthal 5,8 Prozent (Vorjahr 5,3 %) und in der Hauptagentur Zwickau 7,1 Prozent (Vorjahr 6,5 %).
Hinweis: Aufgrund der Zusammenlegung der Geschäftsstellen Werdau und Zwickau zum 31.12.2025 ist keine Vergleichbarkeit gegeben.

Unterbeschäftigung

Im Februar haben nach ersten Hochrechnungen rund 2.100 Personen aus dem Landkreis Zwickau an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, wie Weiterbildung, Praktika in Betrieben oder Beschäftigung in Arbeitsgelegenheiten teilgenommen.

Insgesamt belief sich die Unterbeschäftigung – die Summe aus Arbeitslosen und Teilnehmern in Maßnahmen – auf über 12.600. Damit liegt der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung bei 83,3 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – analog der Arbeitslosenquote – liegt die vorläufige Unterbeschäftigungsquote für Februar bei 7,8 Prozent (Vorjahr: 7,3 %).

Kurzarbeit

Anzeigen zur Kurzarbeit
Im Kalendermonat Januar 2026 wurden von 31 Betrieben bzw. Betriebszweigen 283 Personen zur Kurzarbeit angezeigt. Das sind 12 Anzeigen mehr und 9 Personen in Anzeigen weniger im Vergleich zum Vormonat.

Realisierte Kurzarbeit
Im Kalendermonat August 2025 - Daten liegen mit 5 Monaten Wartezeit vor - haben 69 Betriebe bzw. Betriebszweige und 1.746 Personen Kurzarbeitergeld erhalten. Das sind 16,9% mehr Betriebe und 22,3% mehr Personen im Vergleich zum Vormonat.
Hochgerechnete Daten ergeben für Oktober 2025 52 Betriebe und 2.306 Personen in Kurzarbeit.

Die TOP 2 von realisierter Kurzarbeit betroffenen Wirtschaftsabteilungen nach Anzahl der Personen im Monat August 2025 waren »Maschinenbau« (575 Personen / 9 Betriebe) sowie »Herstellung von Kraftwagen u. -teilen« (547 Personen / 8 Betriebe)