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Freiwilligendienst leisten

Du möchtest dich sozial, politisch oder kulturell engagieren? Dann bietet sich ein Freiwilligendienst an. So kannst du deine Zwischenzeit sinnvoll nutzen, um anderen zu helfen.

Bei einem Freiwilligendienst engagierst du dich meist ehrenamtlich für die Gesellschaft. Für einen Zeitraum von mehreren Monaten übernimmst du bestimmte Aufgaben. Das kann ganz unterschiedlich aussehen – je nachdem, für welchen Dienst du dich entscheidest.

Mit einem Freiwilligendienst kannst du spannende Projekte mitgestalten und anderen Menschen helfen. Der Dienst bringt dich auch selbst weiter.

Meist gibt es eine Betreuerin bzw. einen Betreuer, die oder der dir zur Seite steht. Außerdem sind sogenannte Seminartage vorgeschrieben. Dort setzt du dich mit kulturellen, politischen und sozialen Themen auseinander und lernst interessante Menschen kennen.

Weitere gute Gründe für einen Freiwilligendienst sind:

  • neue Erfahrungen zu sammeln,
  • sich beruflich zu orientieren oder
  • Wartezeiten für ein Studium oder bis zum Beginn einer Ausbildung zu überbrücken.

Es gibt verschiedene Freiwilligendienste:

  • Bundesfreiwilligendienst (BFD)
  • Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)
  • Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ)
  • Freiwilliger Wehrdienst (FWD)
  • Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege (FJD)

Die Freiwilligendienste unterscheiden sich teilweise auch im Einsatzgebiet.

Das Freiwillige Soziale Jahr kannst du zum Beispiel in sozialen Einrichtungen, aber auch in Sport, Kultur, Politik, Wissenschaft oder in Schulen machen. Es kommt also ganz darauf an, für welche Einsatzstelle du dich entscheidest.

Tipp: Reportagen und Erfahrungsberichte von Freiwilligen findest du bei abi>>.

Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) ist ein Angebot für Menschen jeden Alters, die sich außerhalb von Schule und Beruf für die Allgemeinheit engagieren wollen.

Die Rahmenbedingungen sind im Bundesfreiwilligendienstgesetz geregelt.

Um daran teilnehmen zu können, musst du deine Pflichtschulzeit erfüllt haben. Ansonsten spielen Alter, Geschlecht, Nationalität oder die Art des Schulabschlusses keine Rolle.

Die Regeldauer sind 12 Monate. Man kann den Dienst aber auch auf 6 Monate verkürzen oder auf 18 Monate verlängern, maximal möglich sind 24 Monate.

Einsatzbereiche sind zum Beispiel die Kinder- und Jugendarbeit, die Flüchtlingshilfe, Gesundheits- und Altenpflege, Behindertenhilfe, Umwelt- und Naturschutz, Sport, Integration, Kultur- und Denkmalpflege, Bildung, Zivil- und Katastrophenschutz.

Freiwillige erhalten einen Freiwilligenausweis, mit dem es bestimmte Vergünstigungen geben kann. Daneben gibt es ein Taschengeld, über dessen Höhe die Einsatzstellen entscheiden. Auch Berufskleidung, Unterkunft und Verpflegung können gestellt oder die Kosten ersetzt werden. Beiträge für Renten-, Unfall-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zahlt die Einsatzstelle.

Weitere Informationen findest du auf der Seite des Bundesfreiwilligendienstes.

In einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) können junge Leute eine praktische Hilfstätigkeit ausüben. Es gibt dabei eine Vielzahl von Einsatzfeldern, zum Beispiel in den Bereichen:

  • Kinder- und Jugendarbeit
  • Gesundheits- und Altenpflege
  • Sport, Kultur, Politik und Schule
  • Umwelt- und Naturschutz, Landschafts- und Denkmalpflege

Die Rahmenbedingungen für diese Freiwilligendienste sind durch das Jugendfreiwilligendienstegesetz geregelt. Freiwilligenjahre können auch im Ausland geleistet werden, wenn der Träger seinen Sitz im Inland hat.

Wer an FSJ oder FÖJ teilnehmen möchte, muss jünger als 27 Jahre sein und die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben.

Ein FSJ oder FÖJ dauert in der Regel 12 Monate, mindestens jedoch 6 und höchstens 18 Monate in Vollzeit. In Ausnahmefällen können FSJ und FÖJ auf bis zu 24 Monate verlängert werden.

Freiwillige erhalten einen Freiwilligenausweis, mit dem es bestimmte Vergünstigungen geben kann. Daneben gibt es ein Taschengeld und ggf. weitere Geld- oder Sachleistungen für Unterkunft, Verpflegung oder Arbeitsbekleidung. Beiträge für Renten-, Unfall-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung werden übernommen. Eltern der Freiwilligen haben Anspruch auf Kindergeld.

Weitere Informationen findest du beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) können nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland oder als kombinierter Jugendfreiwilligendienst abschnittsweise sowohl im In- als auch im Ausland geleistet werden. Weitere Informationen zu Trägern, die ein FSJ oder FÖJ im Ausland anbieten, findest du in diesem PDF-Dokument.

Daneben gibt es spezielle internationale Freiwilligendienste, die nur im Ausland absolviert werden können:

kulturweit

kulturweit ist der internationale Kultur-Freiwilligendienst des Auswärtigen Amtes in Kooperation mit der Deutschen UNESCO-Kommission. Einsatzstellen sind in der Regel Auslandsinstitute von Organisationen der Kultur- und Bildungspolitik mit Sitz in Deutschland (zum Beispiel Goethe-Institute).

Freiwillige müssen zwischen 18 und 26 Jahre alt sein, der Dienst dauert 6 oder 12 Monate.

Weitere Informationen gibt es auf der Seite kulturweit.

weltwärts

Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst "weltwärts" bietet die Möglichkeit, in Entwicklungsländern bei der Armutsbekämpfung mitzuarbeiten. Arbeitsfelder können zum Beispiel sein: Gesundheit, Landwirtschaft, Bildung, Menschenrechte, Umweltschutz, Demokratieförderung, Jugendbeschäftigung, Not- und Übergangshilfe oder Sport.

Freiwillige müssen zwischen 18 und 28 Jahre alt sein (Höchstalter 30 Jahre bei einer Behinderung oder Beeinträchtigung). Der Freiwilligendienst dauert zwischen 6 und 24 Monaten.

Weitere Informationen gibt es auf der Seite weltwärts.

Europäischer Freiwilligendienst (EFD)

Der Europäische Freiwilligendienst (EFD) ist ein Teil des EU-geförderten Programms Erasmus+ JUGEND IN AKTION und wird von der Nationalen Agentur Erasmus+ JUGEND IN AKTION umgesetzt. Bei dem Dienst arbeiten und leben junge Menschen (einzeln oder in Gruppen) für eine bestimmte Zeit  in einem gemeinnützigen Projekt im Ausland.

Freiwillige müssen zwischen 17 und 30 Jahre alt sein. Der Freiwilligendienst dauert zwischen 2 und 12 Monaten. Kürzere Projekte ab zwei Wochen sind unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Weitere Informationen auf der Seite ERASMUS+ Jugend in Aktion.

Internationaler Jugendfreiwilligendienst (IJFD)

Der IJFD ermöglicht es, einen freiwilligen Dienst im Ausland zu leisten und dabei interkulturelle, gesellschaftspolitische und persönliche Erfahrungen in einer anderen Kultur zu sammeln. Der Einsatz findet im sozialen oder ökologischen Bereich, im Bildungswesen, im Bereich Kultur, Sport oder Denkmalpflege sowie in der Friedens- und Versöhnungsarbeit statt.

Freiwillige müssen die Vollzeitschulpflicht erfüllt und das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Der Freiwilligendienst kann zwischen 6 und 18 Monaten dauern, zumeist beträgt die Dienstzeit jedoch 12 Monate.

Weitere Informationen auf der Seite Internationaler Jugendfreiwilligendienst (IJFD).

Friedensdienste und kirchliche Dienste im Ausland

Kirchliche Gemeinschaften und andere, vor allem in der Friedensarbeit tätige Organisationen bieten ebenfalls Dienste im Ausland an.

Hier einige Beispíele mit Links zu den Internetseiten, auf denen du weitere Informationen dazu findest:

Seit der Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht im Jahr 2011 gibt es in Deutschland die Möglichkeit, einen freiwilligen Wehrdienst zu leisten. Der Freiwillige Wehrdienst steht Männern und Frauen offen.

Alle Bewerberinnen und Bewerber müssen die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Das Mindestalter beträgt 17 Jahre (mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten) und die Vollzeitschulpflicht muss erfüllt sein. Ab einer Verpflichtungszeit von 12 Monaten wird die Bereitschaft zur Teilnahme an Auslandseinsätzen sowie die deutschlandweite Versetzbarkeit erwartet.

Die Dauer des Freiwilligen Wehrdienstes (FWD) beträgt bis zu 23 Monate. Die ersten 6 Monate gelten unabhängig von der Gesamtdauer als Probezeit.

Die freiwillig Wehrdienst Leistenden erhalten einen Wehrsold. Daneben gibt es einen Wehrdienstzuschlag und ein Entlassungsgeld. Beiträge zur Sozialversicherung werden übernommen.

Weitere Informationen findest du auf der Seite der Bundeswehr zum Freiwilligen Wehrdienst.

Du bewirbst dich bei einem sogenannten Träger. Damit sind meistens soziale Einrichtungen gemeint. Diese haben Kontakte zu den Einsatzstellen, wo du deinen Dienst absolvierst.

Eine Übersicht über die verschiedenen Träger hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zusammengestellt.

Informiere dich am besten direkt bei dem Träger, den du dir ausgesucht hast. Dort erfährst du, welche Unterlagen du einreichen musst. Meistens musst du einen Lebenslauf einreichen und deine Motivation in einem Anschreiben begründen.

Auch die Bewerbungsfristen können sich je nach Träger unterscheiden. Du solltest genügend Zeit einplanen und dich am besten schon ein Jahr vor Beginn bewerben. So verbesserst du deine Chancen auf deinen Wunschplatz.

Es lohnt sich, schon vor dem Dienst nach einem Studienplatz zu suchen. Du kannst nämlich auch einen Freiwilligendienst machen, wenn du schon einen Studienplatz zugeteilt bekommen hast. Dein Platz an der Hochschule bleibt dir erhalten. Du musst dich dazu nur bei einem folgenden Bewerbungstermin erneut bewerben. Dann kannst du nach dem Ende deines Dienstes mit dem Studieren anfangen.

Gut zu wissen: Bei bestimmten Studiengängen kann ein Dienst wie das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) auch als Vorpraktikum anerkannt oder als Wartezeit angerechnet werden. Frag bei deiner Hochschule nach, inwieweit das möglich ist.