Ausbildungsprämie und Ausbildungsprämie plus

Die Corona-Krise stellt viele Ausbildungsbetriebe vor große finanzielle Herausforderungen. Das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ unterstützt Ihren Betrieb mit der Ausbildungsprämie (plus), wenn Sie die Anzahl Ihrer Ausbildungsplätze halten oder sogar erhöhen.

Die Ausbildungsprämie richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Fällt Ihr Betrieb darunter, können Sie die Prämie erhalten, wenn Folgendes zutrifft: Ihr Betrieb ist in erheblichem Umfang von der Corona-Krise betroffen, schließt aber dennoch genauso viele Ausbildungsverträge für das Ausbildungsjahr 2020/2021 ab, wie im Durchschnitt der Jahre 2017/2018 bis 2019/2020. In diesem Fall kann das Unternehmen mit einem einmaligen Zuschuss in Form der Ausbildungsprämie gefördert werden.

Alternativ gibt es die Ausbildungsprämie plus, wenn Sie die Anzahl der Ausbildungsplätze in Ihrem Betrieb erhöhen, indem Sie zusätzliche Ausbildungsverträge abschließen. 

Auch neu abgeschlossene Ausbildungsverträge für Berufsausbildungen, die im Betrieb fortgesetzt werden (sogenannte Ausbildungswechsler), können mit den oben genannten Prämien bezuschusst werden – sofern die Fördervoraussetzungen erfüllt sind.

Beide Zuschüsse, Ausbildungsprämie und Ausbildungsprämie plus, werden nach der erfolgreich abgeschlossenen Probezeit ausgezahlt.

Gehört Ihr Betrieb einem Franchise-Unternehmen an, wird er in der Regel nicht dem Gesamtunternehmensverbund zugerechnet, sondern einzeln bewertet.

Voraussetzungen

Um die Ausbildungsprämie oder die Ausbildungsprämie plus erhalten zu können, muss Ihr Betrieb erheblich von der Corona-Krise betroffen sein. Dafür muss mindestens eines der folgenden Kriterien gelten:

Zahlung von Kurzarbeitergeld 

Dem Betrieb wurde seit Januar 2020 wenigstens für einen Zeitraum, der vor dem Ausbildungsbeginn liegt, von der Agentur für Arbeit Kurzarbeitergeld gezahlt.

Umsatzrückgang 

Der Umsatz Ihres Betriebes ist seit April 2020 gegenüber dem jeweiligen Zeitraum im Jahr 2019 entweder in 2 aufeinanderfolgenden, vor dem Ausbildungsbeginn liegenden Monaten um durchschnittlich 50 Prozent zurückgegangen oder in 5 zusammenhängenden, vor dem Ausbildungsbeginn liegenden Monaten um durchschnittlich 30 Prozent zurückgegangen. Bei einem Ausbildungsbeginn ab dem 1. Juni 2021 genügt ein Einbruch des Umsatzes seit April 2020 in mindestens einem, vor dem Ausbildungsbeginn liegenden Monat um 30 Prozent gegenüber dem jeweiligen Zeitraum im Jahr 2019.

Wurde Ihr Betrieb nach April 2019 gegründet, kann der Durchschnitt des jeweiligen Zeitraums für 2020 mit dem Durchschnitt der Umsätze der Monate November und Dezember 2019 verglichen werden.

Wichtig: Neben den oben genannten Voraussetzungen gelten die allgemeinen Voraussetzungen des Bundesprogramms. Diese erfahren Sie auf der Seite: Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“. Sie finden dort auch die Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Bundesprogramm.

Einschränkung 

Ausbildungen werden nicht bezuschusst, wenn die Auszubildenden Ehegatten oder Verwandte ersten Grades der Betriebsinhaberin oder des -inhabers sind. Jedoch werden diese Ausbildungsverhältnisse bei der Berechnung der Anzahl der Ausbildungsplätze berücksichtigt.

Frist für den Antrag

Stellen Sie den Antrag spätestens 3 Monate nachdem die Probezeit des begründeten Ausbildungsverhältnisses erfolgreich abgeschlossen wurde.

Höhe der Ausbildungsprämie (plus)

Die konkrete Höhe der Förderung hängt davon ab, wann die Ausbildung begann oder beginnt.

Für Ausbildungsverhältnisse, die zwischen dem 24. Juni 2020 und dem 31. Mai 2021 begonnen haben, beträgt die Ausbildungsprämie 2.000 Euro pro Ausbildungsvertrag, die Ausbildungsprämie plus 3.000 Euro. Förderberechtigt für diesen Zeitraum sind Betriebe mit bis zu 249 Beschäftigten

Begann oder beginnt die Ausbildung ab dem 1. Juni 2021, erhöht sich die Förderung durch die Ausbildungsprämie auf 4.000 Euro pro Ausbildungsvertrag, die der Ausbildungsprämie plus auf 6.000 Euro. Ab diesem Zeitpunkt können auch Unternehmen mit bis zu 499 Beschäftigten die entsprechenden Förderungen beantragen.

Ausbildungsprämie (plus) online einreichen

Prüfen Sie, bevor Sie den Upload-Service nutzen, ob alle benötigten Dokumente vollständig ausgefüllt und unterschrieben sind. Die Ausfüllhinweise zum Antrag finden Sie unter Downloads am Ende dieser Seite. Die Dokumente sowie die Anlagen müssen als Dateien verfügbar sein. Bitte nutzen Sie keine elektronische Signatur, da diese nicht konvertiert werden kann.

Antrag auf Ausbildungsprämie und Ausbildungsprämie plus für Berufsausbildungen mit Ausbildungsbeginn bis zum 31. Mai 2021

Bescheinigung der zuständigen Stelle mit Ausbildungsbeginn bis zum 31. Mai 2021

De-minimis-Erklärung des Antragstellers bei Ausbildungsbeginn bis zum 31. Mai 2021

Antrag auf Ausbildungsprämie und Ausbildungsprämie plus für Berufsausbildungen mit Ausbildungsbeginn ab dem 1. Juni 2021

Bescheinigung der zuständigen Stelle mit Ausbildungsbeginn ab dem 1. Juni 2021

Kleinbeihilfen-Erklärung des Antragstellers bei Ausbildungsbeginn ab dem 1. Juni 2021

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Erklärung zur Probezeit online einreichen oder nachreichen

Um die Förderung zu erhalten, muss Ihr Unternehmen eine Erklärung zur Probezeit abgeben. Diese reichen Sie nach dem erfolgreichen Abschluss der Probezeit ein.

Wenn keine Probezeit vereinbart wurde, können Sie die Erklärung direkt im Anschluss an Ihren Antrag einreichen.

Nutzen Sie in beiden Fällen folgendes Formular:

Prüfen Sie, bevor Sie den Upload-Service nutzen, ob alle benötigten Dokumente vollständig ausgefüllt und unterschrieben sind. Die Dokumente sowie die Anlagen müssen als Dateien verfügbar sein. Bitte nutzen Sie keine elektronische Signatur, da diese nicht konvertiert werden kann.

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Fragen und Antworten zur Ausbildungsprämie (plus)

Ja. In diesen Fällen wird von einem Vorjahresniveau gleich Null ausgegangen. Somit können alle Auszubildenden mit einer Ausbildungsprämie plus in Höhe von 3.000 Euro (bei Ausbildungsbeginn bis zum 31. Mai 2021) beziehungsweise 6.000 Euro (bei Ausbildungsbeginn ab dem 1. Juni 2021) gefördert werden, soweit die grundsätzlichen Fördervoraussetzungen erfüllt sind (siehe auch: Berechnungsbeispiel 8 beziehungsweise Berechnungsbeispiel 9).

Pro Ausbildungsvertrag kann entweder eine Ausbildungsprämie, eine Ausbildungsprämie plus oder eine Übernahmeprämie plus gewährt werden. Mehrere Prämien für einen Ausbildungsvertrag werden nicht gewährt.

Eine Förderung ist ausgeschlossen, wenn der Ausbildungsbetrieb für ein und denselben Ausbildungsvertrag bereits eine Förderung mit gleicher Zielrichtung oder mit gleichem Inhalt erhält.

Bei der Berechnung des Ausbildungsniveaus der Ausbildungsjahre 2017/18, 2018/19 und 2019/20, jeweils im Zeitraum vom 24. Juni bis 23. Juni des Folgejahres, werden alle beginnenden Ausbildungsverhältnisse berücksichtigt, bei denen die Probezeit erfolgreich abgeschlossen wurde.

Dazu zählen auch:

  • beginnende Ausbildungsverhältnisse im Rahmen der sogenannten Nachvermittlung, die nach dem regulären Ausbildungsbeginn starteten,
  • Ausbildungsverträge, für Nachbesetzungen von Auszubildenden, die die Ausbildung vorzeitig beendet oder das Unternehmen verlassen haben, sowie
  • neu abgeschlossene Ausbildungsverträge für Ausbildungsverhältnisse, die im beantragenden Betrieb fortgesetzt werden (so genannte Ausbildungswechslerinnen und Ausbildungswechsler) – unabhängig davon in welchem Ausbildungsjahr der Wechsel stattfindet.

Nicht berücksichtig werden eingetragene Ausbildungsverhältnisse, die vor dem Ausbildungsbeginn gelöst oder nicht angetreten wurden, oder bei denen die Probezeit nicht bestanden wurde.

Wie die Ausbildungsprämien beziehungsweise die Ausbildungsprämie plus für Berufsausbildungen mit Ausbildungsbeginn bis zum 31. Mai 2021 ermittelt werden, können Sie anhand der Beispiele für die Berechnung der Ausbildungsprämie (plus) für das Ausbildungsjahr 2020/2021 nachvollziehen.

Bei der Berechnung des Ausbildungsniveaus der Ausbildungsjahre 2018/19, 2019/20 und 2020/21, jeweils im Zeitraum vom 1. Juni bis 31. Mai des Folgejahres, werden alle beginnenden Ausbildungsverhältnisse berücksichtigt, die sowohl am 31. Mai des Folgejahres als auch über die Probezeit hinaus fortbestehen.

Verglichen werden die Summen der Ausbildungsniveaus der Ausbildungsjahre 2019/20 bis 2021/22 (2021/22 ohne Fortbestand über den 31. Mai des Folgejahres) mit den Ausbildungsjahren 2018/19 bis 2020/21. Sofern die bisherige Berechnung und der Vergleich der Anzahl der Ausbildungsverhältnisse 2021/22 mit dem Ausbildungsniveaus der Vorjahre zu einem günstigeren Ergebnis kommt, wird weiterhin diese Berechnung herangezogen. 

Dabei werden eingetragene Ausbildungsverhältnisse, die vor dem Ausbildungsbeginn gelöst oder nicht angetreten wurden oder bei denen die Probezeit nicht bestanden wurde, nicht berücksichtigt.

Wie die Ausbildungsprämie beziehungsweise die Ausbildungsprämie plus für Berufsausbildungen mit Ausbildungsbeginn ab dem 1. Juni 2021 ermittelt werden, können Sie anhand der Beispiele für die Berechnung der Ausbildungsprämie (plus) für das Ausbildungsjahr 2021/2022 nachvollziehen.

Der Ausbildungsbeginn allein bestimmt maßgeblich, welchem Ausbildungsjahr die Ausbildung zugeordnet wird. Wann der Ausbildungsvertrag abgeschlossen wurde, ist unerheblich.

Die Bestätigung erfolgt über die Erklärung des Ausbildungsbetriebs über Probezeiten.

Der Antrag wird von dem Betrieb gestellt, der den Ausbildungsvertrag abgeschlossen hat. Er kann gegebenenfalls durch eine zentrale Stelle des Konzerns oder des Unternehmens vertreten werden.

Für die Berechnung der Förderung werden jedoch nur die Ausbildungsverhältnisse des jeweiligen Betriebes berücksichtigt. Das bedeutet: Vom selben Konzern können Anträge für mehrere zugehörige Betriebe gestellt werden – vorausgesetzt, der Konzern beziehungsweise das Gesamtunternehmen beschäftigt bis zu 249 Personen (bei Ausbildungsbeginn bis zum 31. Mai 2021) beziehungsweise 499 Personen (bei Ausbildungsbeginn ab dem 1. Juni 2021)

 

Ja. Ziel der Ausbildungsprämie (plus) ist es, Ausbildungsbetriebe zu motivieren, die Anzahl ihrer Ausbildungsplätze zu halten beziehungsweise zu erhöhen.

Nein. Mit der Ausbildungsprämie und Ausbildungsprämie plus können nur die in Ziffer 2.5 der Förderrichtlinie genannten Ausbildungen gefördert werden.

Die Umschülerinnen und Umschüler werden auch nicht bei der Berechnung des durchschnittlichen Niveaus der letzten 3 Jahre berücksichtigt.

Ja. Ziel der Ausbildungsprämie (plus) ist es, Ausbildungsbetriebe zu motivieren, die Anzahl ihrer Ausbildungsplätze zu halten beziehungsweise zu erhöhen. Angesetzt wird also auf Betriebsseite, nicht auf Seite des jungen Menschen, der zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen eine zweite Ausbildung machen muss.

Ja, auch Ausbildungsverträge von Auszubildenden, die ihre Ausbildung im beantragenden Betrieb fortsetzen, können prämiert werden.  Dies gilt unabhängig davon in welchem Ausbildungsjahr der Wechsel stattfindet. 

Ja. Auch bei einer Ausbildung in Teilzeit wird die volle Prämie gezahlt.

Ja, für (nachträglich) eingestellte Auszubildende muss ein zweiter Antrag (Folgeantrag) gestellt werden.

In diesem Folgeantrag ist die Auflistung der Auszubildenden des ersten Antrages jedoch nicht erforderlich.

Ja, solche Ausbildungsverhältnisse werden bei der Ausbildungsprämie (plus) gleichgesetzt und berücksichtigt. Voraussetzung: Es wurde damals ein Ausbildungsvertrag inklusive Ausbildungsvergütung abgeschlossen.

Wichtig: Wenn der Betrieb in den letzten Jahren ausschließlich als Praktikumsbetrieb fungierte, also keine eigenen Ausbildungsverträge abgeschlossen hat, wird er als erstmalig ausbildender Betrieb gewertet.

Zuwendungen der Ersten Förderrichtlinie des Bundesprogramms „Ausbildungsplätze sichern“ mit einem Ausbildungsbeginn bis zum 31. Mai 2021 gelten als De-minimis-Beihilfen. Deren Höhe ist aufgrund von EU-Recht begrenzt. Dadurch soll der Wettbewerb innerhalb der EU nicht durch öffentliche Fördermittel beeinträchtigen werden.

De-minimis-Beihilfen an einen Betrieb dürfen innerhalb eines fließenden Zeitraums von 3 Steuerjahren 200.000 Euro nicht übersteigen. In manchen Branchen gelten andere Höchstgrenzen:

  • im Straßentransportsektor: 100.000 Euro
  • im Fischerei- und Aquakultursektor: 30.000 Euro 
  • im Agrarsektor: 20.000 Euro

Übersteigen die erhaltenen öffentlichen Fördermittel die genannten Höchstbeträge, ist keine Förderung aus dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ möglich.

Zuwendungen der Ersten Förderrichtlinie des Bundesprogramms „Ausbildungsplätze sichern“ mit einem Ausbildungsbeginn ab dem 1. Juni 2021 gelten als Kleinbeihilfen. Deren Höhe ist begrenzt.

Seit dem 19.03.2020 geleistete Kleinbeihilfen an einen Betrieb dürfen 1,8 Millionen Euro nicht übersteigen. In manchen Branchen gelten andere Höchstgrenzen:

  • im Fischerei- und Aquakultursektor: 270.000 Euro 
  • im Agrarsektor (Primärerzeugung landwirtschaftlicher Erzeugnisse): 225.000 Euro

Übersteigen die erhaltenen öffentlichen Fördermittel die genannten Höchstbeträge, ist keine Förderung aus dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ möglich.