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Die Auswertungen zum Merkmal „Bruttomonatsentgelt“ sind auf die Kerngruppe unter den sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten eingeschränkt.

Die Kerngruppe umfasst folgende Personengruppen aus dem Meldeverfahren zur Sozialversicherung:

  • Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte ohne besondere Merkmale
  • Nebenerwerbslandwirte
  • Nebenerwerbslandwirte saisonal bedingt
  • Unständig Beschäftigte (Meldung des Arbeitgebers)
  • Versicherungsfreie Altersvollrentner und Versorgungsbezieher wegen Alters
  • Seeleute
  • Seelotsen
  • In der Seefahrt beschäftigte versicherungsfreie Altersvollrentner und Versorgungsbezieher wegen Alters
  • Unständig Beschäftigte (Meldung der Krankenkasse)

Die Kerngruppe umfasst nicht folgende Personengruppen aus dem Meldeverfahren zur Sozialversicherung:

  • Auszubildende ohne besondere Merkmale
  • Beschäftigte in Altersteilzeit
  • Hausgewerbetreibende
  • Praktikanten
  • Werkstudenten
  • Behinderte Menschen in anerkannten Werkstätten oder gleichartigen Einrichtungen
  • Personen in Einrichtungen der Jugendhilfe, Berufsbildungswerken oder ähnlichen Einrichtungen für behinderte Menschen
  • Mitarbeitende Familienangehörige in der Landwirtschaft
  • Auszubildende, deren Arbeitsentgelt die Geringverdienergrenze nach § 20 Absatz 3 Satz 1 Nummer 1 SGB IV nicht übersteigt
  • Auszubildende in einer außerbetrieblichen Einrichtung
  • Personen, die ein freiwilliges soziales, ein freiwilliges ökologisches Jahr oder einen Bundesfreiwilligendienst leisten
  • Heimarbeiter ohne Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall
  • Behinderte Menschen, die im Anschluss an eine Beschäftigung in einer anerkannten Werkstatt in einem Integrationsprojekt beschäftigt sind
  • Auszubildende in der Seefahrt ohne besondere Merkmale
  • Seeleute in Altersteilzeit
  • Auszubildende in der Seefahrt, deren Arbeitsentgelt die Geringverdienergrenze nach § 20 Absatz 3 Satz 1 Nummer 1 SGB IV nicht übersteigt
  • Teilnehmer an Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

Durch die Eingrenzung auf die Kerngruppe unter den sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten können Vergleiche durchgeführt werden, etwa zwischen Berufen und Regionen, die in ihrer Aussagekraft nicht durch unterschiedliche gesetzliche Regelungen oder durch unterschiedliche Anteile von Teilzeitbeschäftigten oder Auszubildenden beeinträchtigt sind.

Zu beachten ist: Vollzeitbeschäftigung im Sinne der Entgeltstatistik liegt vor, wenn eine Person am 31.12. eines Jahres als Vollzeitbeschäftigte(r) der Kerngruppe tätig war. Dabei muss Vollzeitbeschäftigung am Jahresende nicht ganzjährige Vollzeitbeschäftigung bedeuten. Inwieweit solche Konstellationen Einfluss auf die Ergebnisse der Entgeltstatistik haben können, ist beim Thema „Mindestlohn“ unter Punkt 2 dargestellt.

Aus Gründen der Vereinfachung werden die Vollzeitbeschäftigten der beschriebenen Kerngruppe im Entgeltatlas immer als Vollzeitbeschäftigte bezeichnet.

Aktuell gibt es in Deutschland mehr als 27.000 verschiedene Berufsbezeichnungen. Darunter befinden sich neben den geläufigen, aktuellen Berufs- und Tätigkeitsbezeichnungen auch Synonyme und verwandte Formen dieser Bezeichnungen, Vorläuferberufe, ehemalige DDR-Berufe sowie andere übliche, arbeitsmarktrelevante Bezeichnungen. Diese einzelnen Positionen werden von der Bundesagentur für Arbeit (BA) in einer Berufsdatenbank geführt und sind eindeutig einer Systematikposition der Klassifkation der Berufe 2010 (KldB 2010) zugeordnet (z.B. ist die Berufsbezeichnung „Pizzabäcker/in“ nach der KldB 2010 der Berufsgattung „Berufe in der Back- & Konditoreiwarenherstellung - fachlich ausgerichtete Tätigkeiten“ zugeordnet).

Ausführliche Informationen zur KldB 2010 sind zu finden unter:

http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Grundlagen/Klassifikation-der-Berufe/KldB2010/KldB2010-Nav.html

Von den Arbeitgebern ist das sozialversicherungspflichtige Bruttoarbeitsentgelt der Beschäftigten nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung zu melden. Bei der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung handelt es sich um die Einkommensgröße, bis zu der in Deutschland die Beiträge zur Rentenversicherung von dem Pflichtigen erhoben werden dürfen. Einkommen, welche die Beitragsbemessungsgrenze übersteigen, werden nicht zum Sozialversicherungsbeitrag herangezogen. Die Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung wird jährlich von der Bundesregierung durch Rechtsverordnung den Durchschnittseinkommen in Deutschland angepasst. Die monatlichen Beitragsbemessungsgrenzen der Allgemeinen Rentenversicherung lagen 2016 in Westdeutschland bei 6.200 Euro und in Ostdeutschland bei 5.400 Euro.

Im Rahmen der Beschäftigungsstatistik sind also die tatsächlichen Entgelte oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze nicht bekannt. Im Entgeltatlas wird deshalb für Berufe mit sehr guten Verdienstmöglichkeiten kein konkretes Medianentgelt genannt, sondern es erfolgt der Hinweis „>6.200 Euro“ (Westdeutschland) oder „>5.400 Euro“ (Ostdeutschland), der sich an der niedrigsten, für das betrachtete Gebiet geltenden Beitragsbemessungsgrenze orientiert (bei einer bundesweiten Betrachtung daher „>5.400 Euro“).

Im Entgeltatlas erfolgt die regionale Gliederung nach dem Arbeitsort der Beschäftigten. Westdeutschland umfasst dabei die alten Bundesländer (ohne West-Berlin), Ostdeutschland die neuen Bundesländer einschließlich (Gesamt-)Berlin. Rentenversicherungsrechtlich gelten für den Arbeitsort West-Berlin dieselben Beitragsbemessungsgrenzen wie in den alten Bundesländern. Die Orientierung an der niedrigsten, für das betrachtete Gebiet geltenden Beitragsbemessungsgrenze ergibt für (Gesamt-)Berlin, dass sehr hohe Medianentgelte mit dem Hinweis„>5.400 Euro“ versehen werden.

Bei einer zu geringen Anzahl an Beschäftigten (Fallzahl) ist die Aussagekraft von Entgeltverteilungen eingeschränkt. Gleiches gilt damit auch für approximativ ermittelte Medianentgelte. Deshalb veröffentlicht die Statistik der BA keine Daten zu Entgeltverteilungen und Medianentgelten in Regionen bzw. bei Merkmalskombinationen (z.B. Berufe) mit weniger als 1.000 Beschäftigten.

Im Entgeltatlas wird versucht, bei der Wahl eines bestimmten Berufs (in einem bestimmten Gebiet) mit einer eigentlich zu niedrigen Fallzahl im o.g. Sinne eine näherungsweise ähnliche Konstellation mit ausreichend hoher Fallzahl anzubieten. Dies erfolgt durch einen berufsfachlichen und/oder regionalen Gliederungsebenenwechsel. Beim berufsfachlichen Gliederungsebenenwechsel (von der Berufsgattung zur Berufsgruppe) wird dabei das Anforderungsniveau der aus dem ausgewählten Beruf abgeleiteten Berufsgattung beibehalten.

Folgende Anforderungsniveaus werden unterschieden:

Helfer = Helfer- und Anlerntätigkeiten (z.B. die Berufsbezeichnung „Belader/in“)

Fachkraft = fachlich ausgerichtete Tätigkeiten (z.B. die Berufsbezeichnung „Pizzabäcker/in“)

Spezialist = komplexe Spezialistentätigkeiten (z.B. die Berufsbezeichnung „Krankengymnast/in“)

Experte = hoch komplexe Tätigkeiten (z.B. die Berufsbezeichnung „Allgemeinarzt/-ärztin“)

Ausführliche Informationen sind zu finden unter (S. 26 ff.):

http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Grundlagen/Klassifikation-der-Berufe/KldB2010/Printausgabe-KldB-2010/Generische-Publikationen/KldB2010-Printversion-Band1.pdf

Am 1. Januar 2015 wurde in Deutschland ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn eingeführt (Mindestlohngesetz). Der Mindestlohn wurde anfänglich auf 8,50 Euro je Arbeitsstunde festgelegt (ab 2017: 8,84 Euro). Das entspricht einem Bruttomonatsentgelt einer Vollzeitkraft von etwa 1.300 bis 1.500 Euro – in Abhängigkeit von den tatsächlich geleisteten monatlichen Arbeitsstunden.

In den Ergebnissen der Entgeltstatistik wird manchmal die oben genannte Spanne der Bruttomonatsentgelte unterschritten. Das hat insbesondere zwei Gründe:

  1. In den Mindestlohnregelungen gibt es Ausnahmen für bestimmte Personengruppen. So sind Minderjährige ohne Berufsabschluss, Auszubildende und die meisten Praktikanten davon ebenso ausgenommen wie Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten einer neuen Beschäftigung. Durch die Altersgrenze von 18 Jahren soll vermieden werden, dass sich junge Leute einen Job suchen, anstatt eine – in der Regel schlechter bezahlte – Ausbildung zu absolvieren. Mit der Sonderregelung für Langzeitarbeitslose soll der Anreiz für Arbeitgeber erhöht werden, Erwerbslosen eine Chance zu geben. Des Weiteren sind bestimmte Branchen mit tariflich vereinbarten Mindestlöhnen zunächst vom Mindestlohn ausgenommen. Diese Branchen machen von einer Übergangsregelung Gebrauch.
     
  2. Die Entgeltstatistik basiert auf Auswertungen zu Beschäftigten am 31.12. eines Jahres. Dabei werden „nur“ die Beschäftigten herangezogen, die am 31.12. als Vollzeitbeschäftigte der Kerngruppe tätig waren (siehe Methodenbericht „Bruttomonatsentgelt von Beschäftigten nach der Revision 2014“). Das von den Arbeitgebern gemeldete Bruttoentgelt dieser Beschäftigten bezieht sich immer auf einen individuellen Beschäftigungszeitraum, der sowohl das gesamte Kalenderjahr, im Extremfall aber auch nur einen Tag (den 31.12.) umfassen kann. Für eine bessere Vergleichbarkeit werden die Entgeltangaben durch folgende Formel auf den Zeitraum eines Monats normiert.

    Durchschnittliches Bruttomonatsentgelt = (Entgelte in Euro) / (Beschäftigungstage) * (365,25) / (12)

    Sofern die Arbeitszeit eines Beschäftigten zwar am 31.12. zutreffend mit Vollzeit angegeben war, kann dennoch in früheren Monaten eine Teilzeitbeschäftigung im gleichen Beschäftigungsverhältnis vorgelegen haben, ohne dass dies in der Statistik bekannt ist. Änderungen in der Arbeitszeit müssen von Arbeitgebern erst mit der nächsten regulären Meldung angegeben werden. Unterjährige Änderungen können deshalb häufig in der Statistik nicht erkannt werden. Gemeldete Vollzeitbeschäftigung am Jahresende muss also nicht ganzjährige Vollzeitbeschäftigung bedeuten. Zusammen mit der Entgeltmeldung für das gesamte Kalenderjahr können dann Monatsentgelte auftreten, die unter der oben genannten Spanne von ca. 1.300 bis 1.500 Euro liegen, obwohl der Mindestlohn eingehalten wurde.

    Beispiel: Eine durchgehend beschäftigte Person arbeitet Teilzeit von Januar bis Oktober mit einem Bruttomonatsentgelt von 1.000 Euro, im November und Dezember liegt Vollzeitbeschäftigung mit einem Bruttomonatsentgelt von 2.000 Euro vor. Diese Person wird in der Entgeltstatistik als Vollzeitbeschäftige(r) berücksichtigt, da am 31.12. Vollzeitbeschäftigung vorlag. Durch das Normierungsverfahren ergibt sich für diese Person ein Bruttomonatsentgelt von 1.167 Euro.

Der Entgeltatlas bildet die tatsächlichen mittleren Bruttoentgelte für Berufsgattungen ab. Die Höhe des Medianentgeltes wird von einer Reihe Faktoren der Beschäftigten im jeweiligen Beruf bestimmt. Neben regionalen und tariflichen Unterschieden spielen auch die Erwerbsbiografien der jeweiligen Beschäftigten eine Rolle. Ein höheres Medianentgelt für Männer als für Frauen im gleichen Beruf lässt sich in der Regel aus den immer noch verschiedenen Erwerbsverläufen familienbedingten Unterbrechungen der Beschäftigung erklären. Diese führen u.a. möglicherweise dazu, dass Gehaltserhöhungen, die an die Berufserfahrung oder die Dauer der Betriebszugehörigkeit gebunden sind, von Frauen nicht erzielt werden. So haben beispielsweise weibliche Fachkräfte in der Gesundheits- und Krankenpflege bundesweit ein Medianentgelt von 3.185 Euro, männliche dagegen von 3.472 Euro. Eine Aufschlüsselung nach Altersgruppen zeigt, dass bei unter 25-Jährigen das Medianentgelt der Frauen (2.878 Euro) höher ist als das der Männer (2.867 Euro). Erst bei den 25- bis unter 55-Jährigen sowie den 55-Jährigen und Älteren ist das Medianentgelt der Männer (3.460 Euro bzw. 3.873 Euro) höher als das der Frauen (3.221 Euro bzw. 3.543 Euro). Aus den geschlechtsspezifischen Angaben im Entgeltatlas lassen sich keine Rückschlüsse auf Einkommensunterschiede von Männern und Frauen im Sinne des Gender Pay Gap, wie in wissenschaftlichen Studien ermittelt, ziehen.

Die hier präsentierten Daten beziehen sich auf das Merkmal „Bruttomonatsentgelt“ aus der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit. Auswertungen liegen derzeit bis 2016 vor. Das im Rahmen der Beschäftigungsstatistik abgebildete sozialversicherungspflichtige Bruttoarbeitsentgelt (kurz: Arbeitsentgelt) umfasst alle laufenden oder einmaligen Einnahmen aus der Hauptbeschäftigung bis zur sogenannten Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung. Auswertungen zu den Entgelten werden jeweils nur für Beschäftigte am 31.12. eines Jahres durchgeführt. Die Angaben über das sozialversicherungspflichtige Bruttoarbeitsentgelt beziehen sich immer auf einen spezifischen Beschäftigungszeitraum, der das gesamte Kalenderjahr, im Extremfall aber auch nur einen Tag umfassen kann. Um vergleichbare Angaben zu erhalten, werden die Entgeltangaben deshalb auf einen einheitlichen Zeitraum normiert. Ergebnisse zu den Bruttomonatsentgelten liegen klassiert in 50-Euro-Schritten vor.

Aus den klassierten Daten kann approximativ der Median ermittelt werden. Der Median teilt eine nach der Höhe der Entgelte sortierte Häufigkeitsverteilung in zwei gleich große Teile und steht damit in der Mitte der Verteilung. Das arithmetische Mittel (durchschnittliches Entgelt) wird nicht berechnet, da für Beschäftigte mit einem Entgelt über der Beitragsbemessungsgrenze die jeweilige Höhe des tatsächlich erzielten Entgelts nicht bekannt ist.

Fiktives Beispiel zum Medianentgelt:

In der Berufsgattung „X“ gibt es 1.000 Vollzeitbeschäftigte. Von diesen 1.000 Beschäftigten haben:

  • 100 ein Bruttomonatsentgelt von 2.000 Euro
  • 100 ein Bruttomonatsentgelt von 2.500 Euro
  • 400 ein Bruttomonatsentgelt von 3.000 Euro
  • 400 ein Bruttomonatsentgelt von 3.500 Euro

In der Mitte der Verteilung steht der Beschäftigte mit der Rangposition 500. Dieser erzielt ein Entgelt von 3.000 Euro. Das Medianentgelt in der Berufsgattung „X“ beträgt also 3.000 Euro.

Das Medianentgelt, über das im Rahmen des Entgeltatlas berichtet wird, ist im Allgemeinen nicht mit dem durchschnittlichen Entgelt gleichzusetzen. In dem fiktiven Beispiel liegt das durchschnittliche Entgelt in der Berufsgattung „X“ bei 3.050 Euro.

Ausführlichere Informationen zur Methodik können dem Sonderbericht der Statistik der BA „Beschäftigungsstatistik: Sozialversicherungspflichtige Bruttoarbeitsentgelte“ vom November 2010 entnommen werden. Dieser ist im Internetangebot zu finden unter:

https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Grundlagen/Methodenberichte/Beschaeftigungsstatistik/Generische-Publikationen/Entgeltstatistik.pdf