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Anspruch, Höhe, Dauer

In Deutschland soll die grundlegende Versorgung von Kindern sichergestellt werden. Dafür gibt es Kindergeld. Hier erhalten Sie die wichtigsten Informationen.

Kindergeld bekommen in der Regel die Eltern. Lebt das Kind im Haushalt der Großeltern, Adoptiv- oder Pflegeeltern, erhalten diese das Kindergeld. Es kann immer nur eine Person das Kindergeld für ein Kind erhalten. Kindergeld kann auch direkt an ein Kind gezahlt werden. Das ist dann möglich, wenn es nicht mehr zuhause lebt und sich selbst versorgt. Das Kind bekommt also keinen Unterhalt von den Eltern.

Gut zu wissen: Um Kindergeld zu beantragen, müssen Sie Ihre steuerliche Identifikationsnummer und die des Kindes einreichen.

Weitere Informationen dazu finden Sie im Merkblatt Kindergeld.

Kindergeld wird regulär für alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr gezahlt. Voraussetzung ist, dass der Wohnort hier liegt:

  • Deutschland,
  • EU,
  • Norwegen, Liechtenstein, Island oder Schweiz.

Kindergeld erhalten Sie für Kinder, die in Ihrem Haushalt leben. Dazu gehören die: 

  • Stiefkinder,
  • Enkelkinder und
  • Pflegekinder.

Außerdem erhalten Sie Kindergeld für

  • leibliche und adoptierte Kinder,

unabhängig davon, wo die Kinder leben.

Kinder, die nicht in Ihrem Haushalt leben und für die eine andere Person Kindergeld bekommt, können als Zählkinder Ihre Kindergeld-Zahlungen erhöhen. Im Merkblatt Kindergeld finden Sie weitere Informationen zum Thema Zählkinder.

Gut zu wissen: Für Kinder über 18 Jahren gelten besondere Regelungen.         

Das sollten Sie wissen, wenn Sie mehr als zwei Kinder haben und mindestens eines davon nicht bei Ihnen lebt. Ihre Kinder, für die Sie selbst kein Kindergeld beziehen, können dennoch Ihren Kindergeldanspruch leicht erhöhen. Man spricht von „Zählkindern“.

Ein Beispiel:

  • Ein Paar (Petra und Günther) hat zwei gemeinsame Kinder (Thomas und Anneliese).
  • Der Vater (Günther) hat aus einer früheren Beziehung ein weiteres Kind (Jasmin). Dieses lebt bei seiner leiblichen Mutter (Heidi). Heidi erhält 194 Euro Kindergeld im Monat für Jasmin, da sie Jasmin versorgt. Günther erhält kein Kindergeld für Jasmin.
  • Für den Kindergeldanspruch von Günther kann Jasmin dennoch berücksichtigt werden. Das Kindergeld steigt. Allerdings muss dazu Günther das Kindergeld beantragen. Warum?
    • Petra hätte Anspruch auf Kindergeld für zwei Kinder. Das sind 194 Euro (für Thomas) und 194 Euro (für Anneliese), also 388 Euro im Monat.
    • Günther hat drei Kinder (Jasmin, Thomas und Anneliese). Für das dritte und jedes weitere Kind werden 200 Euro im Monat Kindergeld gezahlt. Für sein erstes Kind (Jasmin) bekommt Günter nichts, es lebt nicht bei ihm. Für sein zweites Kind (Thomas) bekommt er 194 Euro. Und für sein drittes Kind (Anneliese) stehen im 200 Euro zu. Das sind 394 Euro im Monat.

In der Regel erhalten Sie für jedes Kind mindestens 194 Euro Kindergeld im Monat. Die Höhe des Kindergeldes unterscheidet sich nach Anzahl der Kinder.

Jahr                 1. Kind und 2. Kind                3. Kind             ab dem 4. Kind  
ab 2010        184,00 €                          190,00 €                  215,00 €    
ab 2015        188,00 €                          194,00 €                  219,00 €
ab 2016        190,00 €                          196,00 €                  221,00 €
ab 2017        192,00 €                          198,00 €                  223,00 €
ab 2018        194,00 €                          200,00 €                  225,00 €

Diese Reihenfolge gilt auch dann für die Berechnung, wenn eines der Kinder nicht bei Ihnen lebt. So stehen dem dritten Kind immer 200,00 Euro zu – auch, wenn seine beiden älteren Geschwister nicht beim gleichen Elternteil leben. Kinder, für die kein Anspruch auf Kindergeld mehr besteht, zählen in der Reihenfolge nicht mit.


Bei mehreren Kindern werden die einzelnen Beträge in einer Summe ausgezahlt. Den genauen Auszahlungstermin können Sie telefonisch unter 0800 4 555533 (gebührenfrei) erfahren oder dem Überweisungsplan Kindergeld 2018 entnehmen.

Wenn Sie Ihren Antrag bis zum 31. Dezember 2017 bei der Familienkasse einreichen, gilt folgende Regelung: Sie erhalten rückwirkend Kindergeld für den Zeitraum von Geburt bis Antragstellung – mit folgender Einschränkung: 4 Jahre nach der Geburt des Kindes endet dieser Anspruch auf Nachzahlung.

Ein Beispiel: Ihr Kind wurde am 3. Dezember 2013 geboren. Ihr Anspruch auf eine rückwirkende Zahlung von Kindergeld verjährt am 31. Dezember 2017.
 

Ab 1. Januar 2018: verkürzte Antragsfrist

Für Anträge, die nach dem 31. Dezember 2017 bei der Familienkasse eingehen, gilt eine deutlich verkürzte Antragsfrist. Sie erhalten ab Antragstellung für höchstens 6 Monate rückwirkend Kindergeld. Auf eine Nachzahlung für weiter zurückliegende Monate haben Sie keinen Anspruch.

Stellen Sie spätestens ein halbes Jahr nach der Geburt Ihres Kindes den Antrag auf Kindergeld. So vermeiden Sie finanzielle Nachteile.