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Anspruch, Höhe, Dauer

In Deutschland soll die grundlegende Versorgung von Kindern sichergestellt werden. Dafür gibt es Kindergeld. Hier erhalten Sie die wichtigsten Informationen zu dieser Leistung.

Voraussetzungen für Kindergeld

Sie haben Anspruch auf Kindergeld, wenn

  • Ihr Kind unter 18 Jahren ist (unter bestimmten Voraussetzungen auch länger),
  • Sie Ihr Kind regelmäßig versorgen und es in Ihrem Haushalt lebt (das gilt auch für Stiefkinder, Enkelkinder oder Pflegekinder) und
  • Ihr Wohnort in Deutschland, einem anderen Land der EU, in Norwegen, Liechtenstein, Island oder der Schweiz ist.

Auszahlung des Kindergeldes

Kindergeld erhält immer nur eine Person, in der Regel ein Elternteil. Kindergeld kann aber auch direkt an das Kind gezahlt werden. Voraussetzung dafür ist, dass das Kind einen eigenständigen Haushalt führt und sich selbst versorgt. Es bekommt also keinen Unterhalt von den Eltern.

Bei mehreren Kindern werden die einzelnen Beträge als eine Summe ausgezahlt.

Höhe des Kindergeldes

In der Regel erhalten Sie für jedes Kind mindestens 194 Euro Kindergeld im Monat.

Haben Sie mehrere Kinder, bestimmt ihre Anzahl die Höhe des Kindergeldes, das Sie insgesamt erhalten.

Wichtig: Nur Kinder, die die Voraussetzungen erfüllen, haben Anspruch auf Kindergeld.

Jahr 1. und 2. Kind        3. Kind            ab dem 4. Kind
ab 1. Juli 2019 204 € 210 € 235 €
ab 2018 194 € 200 € 225 €

Diese Staffelung gilt auch dann, wenn eines der Kinder nicht bei Ihnen lebt. Für das 3. Kind stehen Ihnen immer 200 Euro zu – auch, wenn seine Geschwister beim anderen Elternteil leben.

Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Kindergeld

Sogenannte „Zählkinder“ wohnen nicht bei Ihnen, werden aber beim Kindergeldanspruch für die Kinder in Ihrem Haushalt mit einberechnet. Ihr Kindergeldanspruch für die Kinder, die bei Ihnen leben, erhöht sich dadurch.

Ein Beispiel:

Petra und Günther haben 2 gemeinsame Kinder: Thomas und Anneliese. Günther hat aus einer früheren Beziehung eine Tochter: Jasmin. Sie lebt bei ihrer leiblichen Mutter, die das Kindergeld für Jasmin erhält.

Petra hat Anspruch auf Kindergeld für 2 Kinder. Das sind jeweils 194 Euro für Thomas und Anneliese.

Günther hingegen kann für 3 Kinder Kindergeld beantragen: Thomas, Anneliese und Jasmin. Für Jasmin erhält er zwar kein Geld, da das Mädchen bei ihrer Mutter wohnt. Sie wird aber dennoch bei Günthers Kindergeldanspruch berücksichtigt: Beantragt er das Kindergeld für Thomas und Anneliese, zählen sie als sein zweites (194 Euro) und drittes Kind (200 Euro).

Sie können Kindergeld auch rückwirkend beantragen.

Bitte beachten Sie: Die Frist zur rückwirkenden Zahlung von Kindergeld beträgt 6 Monate. Beantragen Sie Kindergeld daher rechtzeitig und vermeiden Sie finanzielle Nachteile.

Veränderungen Ihrer persönlichen Verhältnisse können Auswirkungen auf Ihren Anspruch haben. Sie können zum Beispiel die Höhe des Kindergelds verringern. Zu viel erhaltenes Geld, eine sogenannte Überzahlung, müssen Sie zurückzahlen.

Überweisen Sie das Geld nicht einfach zurück. Warten Sie bitte den Brief ab, in dem Sie zur Rückzahlung aufgefordert werden.

Mehr Informationen hierzu finden Sie im Merkblatt Kindergeld.

Die Familienkasse prüft regelmäßig, ob die Voraussetzungen für die Zahlungen noch vorliegen. Sie erhalten dazu einen Fragebogen.

Damit wird zum Beispiel ermittelt, ob

  • Sie sich noch in Deutschland aufhalten,
  • Ihr Kind weiterhin in Ihrem Haushalt lebt oder
  • Ihr Kind noch in Schul- beziehungsweise Berufsausbildung ist.

Sollte eine Bescheinigung notwendig sein, liegt dem Schreiben der Familienkasse meist ein entsprechender Vordruck bei.

Füllen Sie den Fragebogen bitte sorgfältig aus und fügen Sie die notwendigen Unterlagen bei.

Antworten Sie der Familienkasse bitte innerhalb der genannten Frist. Wenn Sie mehr Zeit benötigen, informieren Sie uns bitte. So stellen Sie sicher, dass Zahlungen nicht unterbrochen werden.

Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt Kindergeld.

 

Sobald Ihr Antrag bei uns eingegangen ist, prüfen wir, ob Ihre Unterlagen vollständig sind. Wenn Angaben oder Belege fehlen, rufen wir Sie an oder schreiben Ihnen. Es kann auch sein, dass wir noch weitere Angaben von Ihnen, von dritten Personen oder Ämtern benötigen.

Natürlich bearbeiten wir Ihren Antrag möglichst schnell. Allerdings gibt es Zeiten, in denen besonders viele Arbeitsaufträge anfallen. Daher bitten wir um Ihr Verständnis, wenn die Bearbeitung im Einzelfall länger dauert.

Haben Sie nach 6 Wochen noch nichts von uns gehört, können Sie sich telefonisch nach dem Stand der Bearbeitung erkundigen. Nehmen Sie dazu bitte über unsere Service-Telefonnummer Kontakt mit uns auf:

0800 4 5555 30 (gebührenfrei)

Keine Sorge: Wenn die Bearbeitung länger dauert, ändert das nichts an der Höhe Ihrer Kindergeldzahlung.

Manchmal kommt es vor, dass

  • ein Antrag abgelehnt wird,
  • Sie weniger Geld bekommen, als Sie gedacht haben, oder
  • Ihnen unklar ist, was der Inhalt des Bescheids genau bedeutet.

Bitte kommen Sie in diesen Fällen auf uns zu. Sicher können wir in einem Gespräch Ihre Fragen klären.

Einspruch oder Widerspruch gegen einen Bescheid einlegen

Am Ende eines Kindergeld-Bescheids werden Sie über Ihre Rechte informiert (Rechtsbehelfsbelehrung). Sie haben die Möglichkeit, innerhalb eines Monats Einspruch beziehungsweise Widerspruch gegen den Bescheid einzulegen. Bitte schicken Sie Ihren Einspruch oder Widerspruch an den Absender des Bescheids. Sie können auch bei Ihrer Familienkasse vor Ort vorbeikommen. Wir überprüfen die Entscheidung dann noch einmal.

Klage gegen einen Bescheid einlegen

Wurde Ihr Einspruch oder Widerspruch abgelehnt und, können Sie Klage erheben. In der Rechtsbehelfsbelehrung finden Sie dazu nähere Informationen – zum Beispiel, welches Gericht für Ihre Klage zuständig ist.