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Kinderzuschlag: Das ist der „Notfall-KiZ“

Der „Notfall-KiZ“ ändert den Zugang zum Kinderzuschlag. Familien mit geringem Einkommen können dadurch einfacher monatlich bis zu 185 Euro pro Kind erhalten.

An wen sich der Notfall-KiZ richtet

Bei vielen Familien kommt es aktuell durch die Corona-Krise zu unvorhergesehenen Einkommenseinbußen. Die Bundesregierung hat deshalb im Rahmen des Sozialschutz-Pakets den Kinderzuschlag kurzfristig umgestaltet („Notfall-KiZ“). Dadurch erhalten möglichst viele Familien finanzielle Unterstützung, wenn sie derzeit Einkommen einbüßen.

Nutzen Sie den Notfall-KiZ, wenn Ihr Verdienst nicht für den Lebensunterhalt Ihrer Familie ausreicht. Das kann zum Beispiel passieren, wenn Sie …

  • Kurzarbeitergeld erhalten,
  • selbstständig sind und derzeit keine oder verringerte Einnahmen haben,
  • weniger Bezüge durch entfallene Überstunden haben oder
  • derzeit Arbeitslosengeld oder Krankengeld beziehen.

Der Notfall-KiZ beträgt monatlich bis zu 185 Euro pro Kind.

Eltern spielen mit ihrem Kind im Wohnzimmer

Anspruch berechnen, Antrag online stellen

Ein wichtiger Hinweis, um unnötigen Aufwand zu sparen: Prüfen Sie mit dem  KiZ-Lotsen schnell und einfach, ob Sie Anspruch auf Kinderzuschlag haben.

Anspruch prüfen

Im Anschluss können Sie den Antrag auf Kinderzuschlag online stellen.

Änderungen beim Kinderzuschlag ab dem 1.4.2020

Die grundlegenden Voraussetzungen für den Kinderzuschlag gelten weiterhin. Diese finden Sie auf der Seite Kinderzuschlag: Anspruch, Höhe, Dauer.

Folgende Änderungen gelten durch den Notfall-KiZ:

  • Eltern müssen nur noch ihr Einkommen im Monat vor der Antragstellung nachweisen. Stellen Sie Ihren Antrag zum Beispiel im April, müssen Sie nur noch das Einkommen für den März nachweisen. Diese Regelung gilt befristet bis zum 30.09.2020.
  • Erhalten Sie bereits den Höchstbetrag von 185 Euro pro Kind, wird Ihr KiZ-Bezug automatisch um 6 Monate verlängert.
  • Beziehen Sie aktuell Kinderzuschlag und erhalten weniger als 185 Euro pro Kind, können Sie Ihren KiZ-Anspruch überprüfen lassen.
  • Vermögen wird beim Kinderzuschlag nur noch in Ausnahmefällen berücksichtigt.

Die genauen Änderungen finden Sie im Bundesgesetzblatt Nr.14, Artikel 6.

Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Notfall-KiZ

Für den Notfall-KiZ müssen Sie ab dem 1.4.2020 nur noch das Einkommen des letzten Monats vor der Antragsstellung nachweisen. Diese Regelung gilt befristet bis zum 30.9.2020.

Das Einkommen der Eltern ist in erster Linie der Verdienst aus einer selbstständigen oder versicherungspflichtigen Beschäftigung. Darüber hinaus gehört zum Eltern-Einkommen zum Beispiel:

  • Kurzarbeitergeld
  • Arbeitslosengeld
  • Mutterschaftsgeld
  • Elterngeld
  • BAföG

Nein. Wenn Sie aktuell den Höchstbetrag des Kinderzuschlags erhalten und Ihr Bewilligungszeitraum zwischen dem 01.04.2020 und dem 30.09.2020 endet, dann verlängert sich Ihr Anspruch automatisch um weitere 6 Monate nach dem Ende des aktuellen Bewilligungszeitraumes.

Sie müssen keinen neuen Antrag stellen. Die Familienkasse wird Ihnen per Post die Information über die automatische Weiterbewilligung zusenden.

Zum Ende des verlängerten Bewilligungszeitraumes müssen Sie dann wieder Kinderzuschlag beantragen. Sie erhalten rechtzeitig ein Erinnerungsschreiben der Familienkasse

Ja. Wenn Sie aktuell Kinderzuschlag erhalten, jedoch weniger als 185 Euro pro Kind, müssen Sie einen neuen Antrag stellen. Es besteht für Sie jedoch vorübergehend aufgrund der Corona-Krise die Möglichkeit, einen Kurzantrag auf Kinderzuschlag zu stellen.

Voraussetzung ist, dass …

  • Ihr aktueller Bewilligungszeitraum im Zeitraum Juni bis September 2020 endet und 
  • sich in Ihren Verhältnissen (Einkommen – Einnahmen und Ausgaben, Kindeseinkommen, Wohnkosten, Vermögen) keine wesentlichen Änderungen im Vergleich zu dem letzten Antrag ergeben haben.

Nicht wesentlich ist dabei eine Änderung, wenn sie sich, nach Ihrer Einschätzung, im Ergebnis nicht oder jedenfalls nicht erheblich auf die Höhe des Kinderzuschlags auswirkt.

Wichtig: Bitte berücksichtigen Sie, dass aktuell für das Einkommen der Eltern nur der Monat vor Antragstellung herangezogen wird und nicht der Durchschnitt der letzten sechs Monate. Bei der Frage, ob sich das Einkommen der Eltern wesentlich geändert hat, müssen Sie daher bitte Ihr Einkommen im Monat vor Ihrem Antrag mit dem durchschnittlichen Einkommen vergleichen, welches bei Ihrer letzten Bewilligung zugrunde gelegt wurde.

Der Kinderzuschlag wird dann anhand der bereits vorliegenden Angaben berechnet. Entsprechende Nachweise und Unterlagen müssen auch zu einem späteren Zeitpunkt nicht vorgelegt werden.

Füllen Sie dafür den Kurzantrag auf Kinderzuschlag bei unveränderten Verhältnissen aus.

Sollten Sie die Änderungen als wesentlich erachten, müssen Sie einen neuen Antrag auf Kinderzuschlag mit den erforderlichen Anlagen und Nachweisen stellen.

Dabei wird auch Ihr Anspruch nach den neuen Regelungen geprüft. Zurzeit müssen Sie zum Beispiel Ihr Einkommen nur für den Monat vor der Antragstellung nachweisen, nicht für die vergangenen 6 Monate.

Nein. Der Kinderzuschlag wird in gleichbleibender Höhe für einen festen Bewilligungszeitraum bewilligt. Auch wenn sich während des Bewilligungszeitraums beispielsweise das Einkommen verringert, wird der Kinderzuschlag weiter in gleicher Höhe gezahlt.

Ausnahmsweise konnte aufgrund einer gesetzlichen Regelung im April oder Mai einmalig ein Antrag auf Überprüfung des Anspruchs auf Kinderzuschlag gestellt werden. Diese Möglichkeit bestand jedoch nur im April und Mai. Sie erhalten daher bis zum Ende Ihres Bewilligungszeitraums den bisherigen Kinderzuschlag weiter.

Haben sich Ihre finanziellen Verhältnisse derart geändert, dass der Kinderzuschlag nicht mehr ausreicht um den Gesamtbedarf Ihrer Bedarfsgemeinschaft zu decken, können Sie ergänzend Leistungen nach dem SGB II beim Jobcenter beantragen.

Anspruch auf KiZ haben Familien mit kleinem Einkommen. Ob und in welcher Höhe der KiZ gezahlt wird, wird für jede Familie individuell berechnet und hängt von mehreren Faktoren ab – vor allem vom eigenen Einkommen, den Wohnkosten, der Größe der Familie und dem Alter der Kinder.

Durch die Anpassung beim Kinderzuschlag (sogenannter „Notfall-KiZ“) haben sich die Einkommensbereiche nicht geändert. Die folgenden Beispiele zeigen, wann Familien den KiZ bekommen können (Wohnkosten und Gehälter pro Monat):

  • Zahlt ein alleinerziehendes Elternteil circa 500 Euro Warmmiete, kann der KiZ bezogen werden, wenn der Verdienst bei rund 1.300 bis etwa 2.000 Euro brutto (ungefähr 1.000 bis 1.400 netto) liegt (Kind: 6 Jahre). Bei einer Warmmiete von circa 800 Euro, darf das Bruttogehalt rund 1.200 bis rund 2.500 Euro (ungefähr 1.000 bis 1.700 netto) betragen. Unterhalt oder Unterhaltsvorschuss kommen hier noch hinzu (Kinder: 6 und 8 Jahre).
  • Bei einer Paarfamilie mit 2 Kindern und einer Warmmiete von etwa 700 Euro darf das gemeinsame Bruttoeinkommen rund 1.600 bis etwa 3.300 Euro (ungefähr 1.300 bis 2.400 netto) betragen (Kinder: 6 und 8 Jahre). Bei einer Warmmiete von etwa 1.000 Euro, darf das Bruttogehalt rund 2.000 bis etwa 3.600 Euro (ungefähr 1.600 bis 2.600 netto) betragen (Kinder: 6 und 8 Jahre).
  • Zahlt eine Paarfamilie mit 3 Kindern eine Warmmiete von etwa 1.000 Euro, darf sie rund 1.500 bis etwa 4.200 Euro brutto (ungefähr 1.200 bis 3.000 netto) verdienen (Kinder: 6, 8 und 10 Jahre).

Gut zu wissen: Weitere Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Notfall-KiZ finden Sie auf der Seite des Familienministeriums.