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Schwerbehinderte Menschen und ihnen gleichgestellte Personen

Schwerbehinderte und ihnen gleichgestellte Menschen in einem Arbeitsverhältnis genießen besondere Rechte. Dies dient dazu, Nachteile auszugleichen, die durch die Schwerbehinderung entstehen. Was Sie bei der Beschäftigung beachten müssen, erfahren Sie hier.

Für Schwerbehinderte und gleichgestellte Personen gilt ein besonderer Kündigungsschutz:

  • Bei Kündigungen benötigen Sie die Zustimmung des Integrationsamts. So sollen Beschäftigte vor Nachteilen geschützt werden, die aufgrund Ihrer Behinderung entstehen. Das Integrationsamt hat dann die Möglichkeit, Ihnen professionelle Hilfe anzubieten und so vielleicht einen Arbeitsplatz zu erhalten. Dabei ist das Integrationsamt immer bestrebt, eine gütliche Einigung zu erzielen.
  • Bei einer Kündigung innerhalb der ersten sechs Monate (unabhängig von der im Arbeitsvertrag vereinbarten Probezeit) können Sie eine Kündigung aussprechen, ohne das Integrationsamt einzuschalten.

 Ihr Arbeitgeber-Service gibt Ihnen zu allen Fragen rund um das Thema Kündigung Auskunft. Sie erreichen ihn unter der 0800 4 555520 (gebührenfrei).

Als Arbeitgeber mit mindestens 20 Arbeitsplätzen müssen Sie fünf Prozent Ihrer Arbeitsplätze mit schwerbehinderten oder ihnen gleichgestellten Beschäftigten besetzen. Wenn Sie die Quote nicht erfüllen, müssen Sie eine Ausgleichsabgabe leisten.

Die Höhe der Ausgleichsabgabe beträgt für jeden unbesetzten Pflichtarbeitsplatz:

Beschäftigungsquote Höhe der Abgabe in Euro (pro Monat)
3 Prozent bis unter 5 Prozent 125
2 Prozent bis unter 3 Prozent 220
unter 2 Prozent 320

Die Ausgleichsabgabe wird auf der Grundlage einer jahresdurchschnittlichen Beschäftigungsquote ermittelt. Um die Ausgleichsabgabe zu berechnen und die Anzeige zu erstellen, können Sie die Software IW-Elan nutzen.

Die Agenturen für Arbeit überprüfen die Beschäftigungspflicht. Die Daten für das vorangegangene Kalenderjahr müssen vom Arbeitgeber einmal jährlich bis zum 31. März übermittelt werden. Bis zu diesem Termin muss auch die Ausgleichsabgabe an das Integrationsamt überwiesen werden. Diese Frist kann nicht verlängert werden. Weitere Informationen zum Anzeigeverfahren finden Sie im Merkblatt Erläuterungen zum Anzeigeverfahren.

Gerne berät Sie auch Ihr Arbeitgeber-Service unter der Rufnummer 0800 4 55555 20 (gebührenfrei).

Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein schwerbehinderter oder ein gleichgestellter Beschäftigter auf mehr als einen Pflichtarbeitsplatz angerechnet werden.

Das betrifft schwerbehinderte oder ihnen gleichgestellte Menschen,

  • die dauerhaft persönliche Assistenz benötigen, um die Beschäftigung ausführen zu können,
  • deren Beschäftigung nicht nur vorübergehend mit außergewöhnlichen Aufwendungen für den Arbeitgeber verbunden ist,
  • die dauerhaft nur eine wesentlich verminderte Arbeitsleistung erbringen können,
  • bei denen ein Grad der Behinderung von wenigstens 50 allein infolge geistiger oder seelischer Behinderung oder eines Anfallsleidens vorliegt,
  • die wegen Art oder Schwere der Behinderung keine abgeschlossene Berufsbildung im Sinne des Berufsbildungsgesetzes haben,
  • deren Teilhabe am Arbeitsleben zusätzlich erschwert ist (zum Beispiel durch fehlenden fester Wohnsitz, Drogen- oder Strafentlassungshintergrund).

Es genügt ein formloser Antrag an die Arbeitsagentur vor Ort, den Sie als Arbeitgeber stellen müssen. Bei Fragen berät Sie der Arbeitgeber-Service unter der Rufnummer 0800 4 555520 (gebührenfrei) oder in Ihrer Arbeitsagentur vor Ort. Schwerbehinderte Menschen in der Ausbildung werden grundsätzlich auf zwei Pflichtarbeitsplätze angerechnet. Sie müssen dazu keinen Antrag stellen.