Frauen am Arbeitsmarkt: Positive Entwicklung – strukturelle Unterschiede bleiben

Zum Internationalen Frauentag am 8. März

03.03.2026 | Presseinfo Nr. 9

Die Arbeitsmarktsituation von Frauen im Agenturbezirk Aachen-Düren zeigt sich aktuell stabil und in Teilen dynamischer als bei Männern. Gleichzeitig machen die aktuellen Zahlen deutlich, dass strukturelle Unterschiede am Arbeitsmarkt weiterhin bestehen.

Frauenbeschäftigung wächst stärker als bei Männern

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von Frauen ist im Agenturbezirk Aachen-Düren im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent gestiegen. Bei Männern fiel der Zuwachs mit 0,9 Prozent deutlich geringer aus.

„Frauen profitieren derzeit von einer vergleichsweise stabilen Beschäftigungslage, insbesondere in dienstleistungsnahen, sozialen und administrativen Berufen“, sagt Ulrich Käser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Aachen-Düren. Diese Bereiche sind weniger konjunktur- und witterungsanfällig und bieten damit auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten vergleichsweise sichere Beschäftigungsperspektiven.

Teilzeit prägt die Erwerbsrealität vieler Frauen

Trotz der positiven Beschäftigungsentwicklung bleibt Teilzeit ein zentrales Thema am Arbeitsmarkt. Nur etwa jede dritte sozialversicherungspflichtig beschäftigte Frau arbeitet in Vollzeit. Umgekehrt bedeutet das: Mehr als 70 Prozent der beschäftigten Frauen sind in Teilzeit tätig.

„Beschäftigt zu sein heißt für viele Frauen noch immer nicht, ihr Arbeitszeitpotenzial ausschöpfen zu können“, so Käser.

Wunsch nach Vollzeit ist häufig vorhanden

Ein genauerer Blick zeigt, dass Teilzeit vielfach nicht dem eigentlichen Wunsch entspricht. Rund zwei Drittel der arbeitslosen Frauen im Agenturbezirk Aachen-Düren möchten in Vollzeit arbeiten. Besonders herausfordernd ist die Situation für Alleinerziehende: Beinahe jede sechste arbeitslose Frau ist alleinerziehend. Fehlende oder unpassende Betreuungsangebote erschweren hier häufig den Zugang zu vollzeitnaher Beschäftigung.

Qualifikation eröffnet Chancen

Der Arbeitsmarkt stellt zunehmend höhere Anforderungen an Tätigkeiten. Gleichzeitig zeigt sich, dass rund 60 Prozent der arbeitslosen Frauen im Agenturbezirk Aachen-Düren aktuell eine Beschäftigung auf Helferniveau suchen.

„Hier liegt ein großes Potenzial“, betont Käser. „Qualifizierung eröffnet Frauen zusätzliche berufliche Optionen und erleichtert den Zugang zu stabilen, besser planbaren Beschäftigungsverhältnissen.“ Vor dem Hintergrund steigender Anforderungsniveaus gewinnt berufliche Qualifikation weiter an Bedeutung, nicht als Defizitausgleich, sondern als Chance auf mehr Sicherheit, Entwicklung und Teilhabe am Arbeitsmarkt.

Internationaler Frauentag: Chancen nutzen, Hürden abbauen

Der Internationale Frauentag lenkt den Blick nicht nur auf die positiven Entwicklungen, sondern auch auf bestehende strukturelle Herausforderungen. Neben gezielten Qualifizierungsangeboten sind vor allem verlässliche Kinderbetreuung, flexible Arbeitszeitmodelle und familienfreundliche Strukturen entscheidend, um Frauen langfristig gleichberechtigte Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Chancengleichheit am Arbeitsmarkt

Die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, Andrea Hilger, berät und unterstützt Unternehmen, Beschäftigte und Organisationen im Agenturbezirk Aachen-Düren in übergeordneten Fragen der Chancengleichheit von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt. Als Expertin für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie für familienbewusste Personalpolitik setzt sie praxisnahe Impulse und begleitet regionale Akteure lösungsorientiert. Darüber hinaus ist sie in relevanten Netzwerken aktiv und gestaltet gemeinsam mit Partnern der Region Veranstaltungen und Workshops für Stellensuchende, Beschäftigte und Unternehmen.

Kontakt

Andrea Hilger

Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt