Der Arbeitsmarkt in Münster
Stimmung am Arbeitsmarkt hellt sich leicht auf
„Saisonbedingt ist die Zahl der Arbeitslosen zum Jahreswechsel zwar gestiegen, der Arbeitsmarkt ist aber spürbar positiver in das neue Jahr gestartet als in 2024“, ordnet Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, die Situation in Münster ein. Insgesamt waren im Januar 9.463 Personen arbeitslos gemeldet, das waren 369 mehr als im Dezember. Die Arbeitslosenquote lag bei 5,2 Prozent und damit um 0,2 Prozentpunkte über der Quote im Dezember. „Das ist grundsätzlich eine typische Entwicklung für die Jahreszeit. In einigen Branchen und Berufen, die von der Witterung abhängig sind, kann aktuell nicht gearbeitet werden. Hinzu kommen Menschen mit befristeten Arbeitsverträgen, die nicht verlängert wurden, so dass sich die Betroffenen arbeitslos melden mussten“, erklärt der Arbeitsmarktexperte.
„Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Lage am Arbeitsmarkt jedoch positiv entwickelt“, betont Fahnemann. So sank die Arbeitslosigkeit gegenüber Januar 2024 um 305 Personen. Das entspricht einem Rückgang von 3,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote verbesserte sich um 0,2 Prozent. Spürbar gesunken ist die Arbeitslosigkeit unter Menschen mit einem ausländischen Pass. Im Januar waren 3.001 Ausländer arbeitslos gemeldet, 426 weniger als im Vergleich zum Vorjahr.
Dabei haben immer mehr Menschen aus der Ukraine eine Anstellung gefunden. So sank die Zahl der arbeitslosen Ukrainerinnen und Ukrainer gegenüber dem Vorjahr von 723 auf zuletzt 551, was einem Rückgang um knapp 24 Prozent entspricht. Auch unter Menschen, die aufgrund von Krisen und Kriegen aus Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien hierher geflüchtet sind, ist die Arbeitslosigkeit zurückgegangen. So waren im Januar noch 800 Betroffene arbeitslos gemeldet, 205 weniger als vor einem Jahr, das entspricht einem Rückgang um 20 Prozent. „Nach und nach haben diese Menschen die Sprache erlernt und Qualifikationen erworben, die hier am Arbeitsmarkt benötigt werden. So haben viele den Sprung in eine Beschäftigung geschafft“, berichtet Fahnemann. Häufig arbeiteten diese Frauen und Männer in Berufen, in denen deutliche Personalengpässe bestehen, fügt er hinzu. „Sie tragen damit wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung bei“.
Die Personalnachfrage der Unternehmen und Verwaltungen ist im Januar leicht gestiegen. Die Arbeitgeber meldeten im Januar 436 neue Stellenangebote bei der Agentur für Arbeit, 116 mehr als im Vorjahreszeitraum. „Das ist eine positive Entwicklung und eröffnet Chancen für Arbeitsuchende“, so Fahnemann.
Der Arbeitsmarkt im Kreis Warendorf
Arbeitslosigkeit steigt spürbar
„Der Winter ist am Arbeitsmarkt angekommen“, sagt Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, mit Blick auf die aktuelle Entwicklung im Kreis Warendorf. So machte die Arbeitslosigkeit im Kreisgebiet im Januar einen Sprung nach oben. Insgesamt waren 9.616 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 416 mehr als im Dezember. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Arbeitslosen um 87 Personen. Die Arbeitslosenquote betrug im Januar 5,8 Prozent, 0,2 Prozentpunkte mehr als im Dezember. Im Vergleich zum Vorjahr blieb die Quote unverändert. Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zu Jahresbeginn sei saisontypisch, erklärt der Agenturchef. „In Berufen und Branchen, die von der Witterung abhängen, konnte aufgrund der Kälte in den letzten Wochen nicht mehr gearbeitet werden“, fügt er hinzu. Auch das Ende von befristeten Beschäftigungen zum Jahreswechsel führe regelmäßig zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit.
Zusätzlich mache sich die anhaltende konjunkturelle Schwäche am Arbeitsmarkt bemerkbar, verdeutlicht Fahnemann. „Die meisten Unternehmen setzen alles daran, das vorhandene Personal zu halten und Entlassungen zu vermeiden“. Dies sei jedoch nicht in allen Fällen gelungen, so dass zuletzt mehr Menschen arbeitslos gemeldet waren als vor einem Jahr. Zusätzlich war die Personalnachfrage der Unternehmen im Januar verhalten. Die Arbeitgeber aus dem Kreisgebiet meldeten 289 neue offene Stellenangebote, 119 weniger als im Dezember, aber 5 mehr als vor einem Jahr.
Besonders angespannt blieb die Lage für Menschen, die bereits länger arbeitslos waren. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Januar gegenüber dem Vormonat um 103 Personen gestiegen und lag zuletzt bei 3.856. Verglichen mit dem Vorjahr erhöhte sich die Langzeitarbeitslosigkeit sogar um 229 Personen. „Für Menschen, die bereits länger arbeitslos sind, wird es zunehmend schwieriger, am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen“, erklärt Fahnemann. Ein großes Risiko, dass sich eine bestehende Arbeitslosigkeit verfestigt, haben dabei Betroffene, die keinen Berufsabschluss haben. So verfügten 2.449 Langzeitarbeitslose nicht über eine Ausbildung, das entspricht 63,5 Prozent der von Langzeitarbeitslosigkeit Betroffenen.
„Dennoch gab es auch positive Entwicklungen“, sagt der Arbeitsmarktexperte und weist darauf hin, dass es immer mehr Menschen aus Asylherkunftsländern und aus der Ukraine gelungen sei, eine Anstellung zu finden. So waren im Januar 742 Ukrainerinnen und Ukrainer arbeitslos gemeldet, 233 weniger als im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang um knapp 24 Prozent. Unter den Menschen aus den Asylherkunftsländern Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien sank die Zahl der Arbeitslosen von 966 im Januar 2025 auf zuletzt 867. „Nachdem sie die deutsche Sprache erlernt und passende Qualifikationen erworben haben, die am Arbeitsmarkt gebraucht werden, ist vielen der Schritt in eine Beschäftigung gelungen“, berichtet Fahnemann. „Oft arbeiten diese Frauen und Männer in Berufen, in denen Personalmangel besteht. Sie leisten somit einen wertvollen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung“, so der Arbeitsmarktexperte.
Der Arbeitsmarkt im Münsterland
Im Münsterland ist die Arbeitslosenquote im Januar gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf nun 5 Prozent gestiegen. Damit liegt sie allerdings um 0,2 Prozentpunkte unter dem Wert aus dem Vorjahresmonat. Im Januar 2025 lag die Arbeitslosenquote nämlich noch bei 5,2 ‚Prozent. Insgesamt waren im Münsterland im aktuellen Berichtsmonat 49.023 Menschen arbeitslos gemeldet. Damit waren es 2.085 mehr als noch im Dezember. Aber auch hier zeigt sich ein Rückgang (-1.029 Personen) gegenüber dem Vorjahresmonat.
Durch die Unternehmen wurden im Januar 1.646 freie Stellen bei den Arbeitsagenturen gemeldet. Damit teilten die Personalverantwortlichen der Unternehmen im Münsterland 408 neue freie Stellen weniger mit als noch im Vormonat. Gleichzeitig waren es aber 146 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt waren münsterlandweit im Januar 11.882 offene Stellen bei den Arbeitsagenturen gemeldet.