Cordula Hartrampf-Hirschberg, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Annaberg-Buchholz:
„Die Arbeitslosigkeit ist zum Jahresende 2025 noch einmal deutlich angestiegen. Kennzeichnend für die Entwicklung sind in erster Linie saisonal bedingte Arbeitslosmeldungen aber auch auslaufende Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes im Bereich des Jobcenters sind für den Anstieg verantwortlich. In Fertigungsberufen, Bau- und Ausbauberufen sowie Berufen aus Verkehr- und Logistik gab es die meisten Arbeitslosen. Viele Baufirmen haben mit ihren Freisetzungen bis in den Dezember gewartet. Parallel nutzen sie zur Abfederung witterungsbedingter Arbeitsausfälle das Saisonale Kurzarbeitergeld. Für die Schlechtwetterzeit von Dezember bis März können auf diese Weise Entgeltausfälle in Betrieben des Baugewerbes ausgeglichen und saisonbedingte Entlassungen vermieden werden. Wir empfehlen: Nutzen Sie die Freistellung bzw. Winterpause für ihre berufliche Qualifizierung. Gemeinsam entwickeln wir einen tragfähigen Plan für ihren beruflichen Lebensweg – sei es mit einer abschlussbezogenen Weiterbildung oder einer Anpassungsqualifizierung. Kontaktieren Sie uns telefonisch oder online“.
Hotline Arbeitnehmer: 0800 4 5555 00
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Überblick
Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Annaberg-Buchholz im Dezember 2025 gestiegen. 9.428 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 252 Personen mehr (3 Prozent) als im November und 538 Personen bzw. 6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 5,7 Prozent und lag mit 0,1 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 5,4 Prozent.
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 3.495 Personen (105 Personen mehr als im Vormonat und 321 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 5.933 Arbeitslose registriert (147 Personen mehr als im Vormonat und 217 Personen mehr als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 63 Prozent aller Arbeitslosen betreut.
Dynamik am Arbeitsmarkt
Durch witterungsbedingte Ausstellungen von Arbeitnehmern gab es im Dezember mit 1.139 Personen im Baubereich – neben Fertigungsberufen – die meisten Arbeitslosen. Das ist gleichzeitig der höchste Anstieg binnen eines Monates von 117 Menschen oder plus 11,4 Prozent.
Nachfrage aus der Wirtschaft rückläufig
Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 339 Stellen wurden im Dezember neu gemeldet (27 weniger als im Vormonat, aber 42 mehr als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Verarbeitendes Gewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen, Baugewerbe, Handel Instandhaltung und Reparatur von Kfz, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen.
Aktuell befanden sich damit 2.107 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.