Trotz Sommerloch: Ausbildungsstart bringt Bewegung

„Weitersuchen und Chancen nutzen“ - der Appell an Unternehmen und Jugendliche

29.08.2025 | Presseinfo Nr. 73

Bochum. Auf dem Arbeitsmarkt zeigt sich im August der typische saisonale Effekt: Die Arbeitslosigkeit ist in diesem Monat gestiegen. Der Anstieg ist für diese Jahreszeit typisch, wenngleich er höher als in der Vergangenheit ausfällt. 

Da viele Ausbildungen und Schuljahre erst im September beginnen, sind es vor allem jüngere Menschen, die im August verstärkt die Zahl arbeitsloser Menschen steigen lassen. So stieg die Arbeitslosigkeit unter den 15- bis 20- Jährigen mit über 10 Prozent im Vergleich zum Vormonat deutlich. Die Gruppe der Älteren hingegen verzeichnet aktuell eine kleinen Rückgang (0,8 Prozent). Die Langzeitarbeitslosigkeit bleibt hoch. 

Insgesamt gilt es, die Chancen auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt gut zu nutzen. Aktuell befindet sich der Ausbildungsmarkt in Bewegung und bietet noch zahlreiche Chancen. 

Der gerade veröffentlichte Ausbildungsatlas (https://www.arbeitsagentur.de/vorort/rd-nrw/arbeitsmarkt-analysieren) zeigt starke regionale Unterschiede. Umso wichtiger bleibt daher die gezielte Berufsberatung. Die Berufs- und Studienwahl zählt zu den wichtigsten persönlichen Entscheidungen im Leben junger Menschen. Je früher sie bewusst eingeleitet wird, desto besser. 

Christopher Meier, Vorsitzender Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Bochum, fasst die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt zusammen und appelliert an Unternehmen und Jugendliche: „Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im August ist nichts Ungewöhnliches. Entscheidend ist der Übergang in den Herbst: Dann setzen Ausbildung, Weiterbildung und saisonale Effekte ein. Wichtig bleibt, dass Unternehmen die Chancen nutzen, Nachwuchskräfte auszubilden. Wer heute in Ausbildung investiert, gewinnt in drei Jahren dringend benötigte Fachkräfte. Jugendlichen, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, sage ich: Es ist noch nicht zu spät. Wir vermitteln bis zum Jahresende. Schauen Sie über den eigenen Tellerrand hinaus und entdecken Sie neue Berufe. Eine Berufsausbildung ist eine Investition in Ihre Zukunft und der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Die Unternehmen bitte ich, flexibel zu sein: Geben Sie jungen Menschen auch dann eine Chance, wenn sie nicht auf den ersten Blick perfekt ins Profil passen. Qualifikationen lassen sich entwickeln. Wir unterstützen dabei – auch mit Blick auf Fördermöglichkeiten.“

Arbeitslosigkeit 

Im August 2025 sind mit insgesamt 18.562 gemeldeten Arbeitslosen in Bochum 182 Personen oder 1,0 Prozent mehr arbeitslos als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Arbeitslosigkeit damit um 248 Personen oder 1,4 Prozent erhöht. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im August 9,3 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 9,2 Prozent (0,1 Prozentpunkte mehr). 

Langzeitarbeitslosigkeit 

Insgesamt 7.336 Personen (SGB III und SGB II) sind länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt und damit derzeit in Bochum langzeitarbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind dies 32 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr um diese Zeit steigt die Zahl um 152 Personen. 92,3 Prozent (6.769 Personen) aller Langzeitarbeitslosen sind in der Grundsicherung gemeldet. 

Jugendarbeitslosigkeit 

1.590 Jugendliche sind aktuell in Bochum arbeitslos gemeldet. Zu den Jugendlichen zählen in der Arbeitsmarktstatistik alle Personen unter 25 Jahren. Verglichen mit dem Vormonat sind dies 154 Arbeitslose (10,7 Prozent) mehr. Im Vergleich zum Monat des Vorjahres waren es 71 arbeitslose junge Menschen oder 4,3 Prozent weniger. 

Arbeitslosigkeit der Älteren 

Aktuell sind 6.432 ältere Personen in Bochum arbeitslos gemeldet. Zu den älteren Personen zählen in der Arbeitslosenstatistik alle, die das 50. Lebensjahr überschritten haben. Das sind im Vergleich zum Vormonat 53 Personen oder 0,8 Prozent weniger. Verglichen mit dem Vorjahr um diese Zeit sind es 159 Arbeitslose mehr (2,5 Prozent). 

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung – SGB III 

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III - Sozialgesetzbuch III) sind derzeit in Bochum 5.108 Personen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 52 Personen oder 1,0 Prozent weniger. Im Vorjahresvergleich zeigt sich hier eine Erhöhung um 469 Personen oder 10,1 Prozent. Entwicklung in der Grundsicherung – SGB II Die Grundsicherung (SGB II - Sozialgesetzbuch II) zählt im August 2025 insgesamt 13.454 Arbeitslose. Das sind 234 Arbeitslose mehr (1,8 Prozent) als im Vormonat und verglichen mit dem Vorjahresmonat 221 Arbeitslose oder 1,6 Prozent weniger. Von allen Arbeitslosen sind damit rund 72,5 Prozent in der Grundsicherung gemeldet.

Stellenangebote 

480 neue Stellenangebote wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit im August 2025 gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 17 Stellenmeldungen mehr. Im Vergleich zum Vorjahr um diese Jahreszeit 117 Stellen weniger . Im Bestand befinden sich in diesem Monat insgesamt 2.952 offene Stellen. Das sind 26 weniger als im Vormonat und 534 weniger als im Vorjahresmonat. Unterbeschäftigung In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik sind oder sich in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus befinden. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen steht, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. 

Insgesamt waren in diesem Monat 22.661 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Verglichen mit dem Vormonat sind das 149 Personen mehr. Ein Blick auf das Vorjahr zeigt einen Rückgang um 23 Personen.

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2024 meldeten sich 2.137 Bewerberinnen und Bewerber für eine Berufsausbildungsstellen bei der Agentur für Arbeit. Das sind 109 Stellen oder minus 5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich gab es 2.030 Meldungen für Berufsausbildungsstellen, das entspricht einem Minus von 79 oder 4 Prozent. Ende August waren 470 Bewerber noch unversorgt und 622 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es damit mehr unversorgte Bewerber (plus 15 Personen oder 3 Prozent), die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen war ebenfalls größer (plus 12 Stellen oder 2 Prozent).