Arbeitsmarktbericht Januar 2026

Entwicklung des Arbeitsmarktes im Bezirk der Agentur für Arbeit Bonn im Januar 2026

30.01.2026 | Presseinfo Nr. 6

  • Im Vergleich zum Vormonat steigt die Arbeitslosigkeit um 1.496 Personen (+0,3 Prozent) auf 33.750 Personen.
  • Im Vergleich zum Vorjahresmonat steigt die Arbeitslosigkeit um 599 Personen oder 1,8 Prozent.
  • Im Versichertenbereich (SGB III) steigt die Arbeitslosigkeit im Vormonatsvergleich um 9,4 Prozent.
  • Im Grundsicherungsbereich (SGB II) steigt die Arbeitslosigkeit im Vormonatsvergleich um 2,0 Prozent.
  • Die Zugänge aus der Erwerbstätigkeit in Arbeitslosigkeit steigen im Vergleich zum Vormonat um 43,7 Prozent.
  • Die Arbeitslosenquote steigt im Agenturbezirk im Vergleich zum Vormonat auf 6,5 Prozent (+0,3 Prozentpunkte).
  • Die Arbeitslosenquote in der Stadt Bonn steigt zum Vormonat auf 7,6 Prozent (+0,3 Prozentpunkte).
  • Die Arbeitslosenquote im Rhein-Sieg-Kreis steigt auf 5,9 Prozent (+0,3 Prozentpunkte).

Im Januar 2026 wurden 788 neue Stellen gemeldet, dies sind 27,2 Prozent weniger als im Dezember 2025 und 24,6 Prozent weniger als im Januar 2025.
"Die Arbeitslosenquote in Bonn und der Region ist im Januar im Vergleich zum Vormonat deutlich angestiegen. Dies ist der erste Anstieg seit September 2025. Ein Teil dieses Anstiegs entspricht der üblichen saisonalen Entwicklung, weil viele befristete Arbeitsverträge zum Jahresende auslaufen“, sagt Anja Schmiedeke, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg. „Durch die andauernde Konjunkturschwäche wird dieser Effekt jedoch verstärkt. Hinzukommt, dass die Unternehmen unserer Region derzeit nur zurückhaltend neue Stellen ausschreiben.“

Zusammenfassung zur Situation der Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg steigt im Januar 2026 im Vergleich zum Vormonat deutlich (von 32.254 auf 33.750 Personen).

Im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg steigen die Zugänge aus Erwerbstätigkeit in Arbeitslosigkeit um 43,7 Prozent von 2.018 auf 2.899 Personen. Die Abgänge aus der Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit sinken um 4,2 Prozent im Vergleich zum Dezember 2025. Dies bedeutet, dass im Vergleich zum Vormonat 68 Menschen weniger eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen haben. Im Vergleich zum Januar 2025 sind die Abgänge in Erwerbstätigkeit um 3,5 Prozent gestiegen (+52 Personen).

Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Arbeitslosigkeit um 1,8 Prozent gestiegen.

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Im Dezember ist die Jugendarbeitslosigkeit (15 bis unter 25 Jahre) im Vergleich zum Vormonat um insgesamt 117 Personen auf 2.681 Personen gestiegen (+4,6 Prozent). Im Vorjahresvergleich steigt sie um 65 Personen (+2,5 Prozent).

Die Arbeitslosigkeit der Älteren (50 plus) steigt im Vergleich zum Vormonat um 496 Personen (+4,4 Prozent). Im Vorjahresvergleich steigt sie um 229 Personen (+2,0 Prozent).

Die Langzeitarbeitslosigkeit im Grundsicherungsbereich steigt im Vormonatsvergleich um 150 auf 11.581 Personen (+1,3 Prozent). Im Versichertenbereich steigt die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Vormonatsvergleich um 133 auf 1.335 Personen (+11,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wächst die Langzeitarbeitslosigkeit im Versichertenbereich um 176 Personen (+15,2 Prozent), im Grundsicherungsbereich steigt sie um 477 Personen (+4,3 Prozent) zu.

Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, steigt im Vergleich zum Vormonat auf 6,5 Prozent (+0,3 Prozentpunkte). Im Vergleich zum Vorjahresmonat steigt sie um 0,1 Prozentpunkte.

Situation konjunktureller Kurzarbeit

Anzeigen

Für den Dezember 2025 legt die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach gab es im Dezember 2025 insgesamt von 18 Unternehmen der Region Bonn/Rhein-Sieg für 311 potentiell betroffene Beschäftigte eine neue Anmeldung zur Kurzarbeit. Im Vormonat November 2025 waren es 21 Neuanzeigen für 128 Beschäftigte. Die Anzeigen bedeuten jedoch nicht, dass diese Kurzarbeit tatsächlich realisiert wurde. Wie viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tatsächlich in welchem Umfang in Kurzarbeit gegangen sind, kann erst im Nachgang beurteilt werden.

Kurzarbeitende Betriebe und Kurzarbeitende

Zur realisierten Kurzarbeit im Monat Juli 2025 liegt erneut eine aktuelle Hochrechnung vor. Danach realisierten im Agenturbezirk 78 Betriebe konjunkturelle Kurzarbeit. 1.235 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer waren danach von Kurzarbeit betroffen.

Die überwiegende Anzahl der Betriebe, die Kurzarbeit realisierten, kam aus dem verarbeitenden Gewerbe (38 Betriebe mit 924 Beschäftigten), aus dem Bereich Freiberufl., wissensch. u. techn. Dienstleistungen (12 Betriebe mit 149 Beschäftigten) und dem Baugewerbe (12 Betriebe mit 56 Beschäftigten). In geringerem Maße meldeten Betriebe aus dem Bereich Handel; Instandhalt. u. Rep. v. Kfz (5 Betriebe mit 21 Beschäftigten) und Information und Kommunikation (6 Betriebe mit 38 Beschäftigten) Kurzarbeit an.

Situation auf dem Ausbildungsmarkt

Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels in Deutschland ist eine grundständige Ausbildung weiterhin eine wichtige Grundlage für ein gelungenes Berufsleben. Die Berufsberaterinnen und Berufsberater der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg stehen ausbildungsinteressierten junge Menschen gerne zur Verfügung, egal, ob diese schon einen Schulabschluss in der Tasche haben oder diesen noch anstreben. Sie beraten zur Berufswahl und informieren sowohl über aktuell noch verfügbare Ausbildungsstellen als auch künftig ausgeschriebene.

Tipp:Für ausbildungsinteressierte Jugendliche und Eltern wird es im März wieder interessant: Am 17. und 18. März 2026 findet von 13 bis 17:30 Uhr die BERUFSSTART 2026 im Brückenforum in Beuel statt.

Weitere Infos zu dieser Ausbildungs- und Praktikumsmesse

Kontaktmöglichkeiten für Jugendliche:
Jugendliche, die bisher noch keinen Kontakt zur Berufsberatung der Agentur für Arbeit hatten, erreichen die Kolleginnen und Kollegen unter:
Bonn: Telefon (02 28) 924 8000
E-Mail: Bonn.Berufsberatung@arbeitsagentur.de
Siegburg: Telefon (0 22 41) 300 800
E-Mail: Siegburg.Berufsberatung@arbeitsagentur.de

Kontaktmöglichkeiten für Arbeitgeber*innen:
Freie Ausbildungs- und Praktikumsplätze nimmt die Agentur für Arbeit unter der Arbeitgeber-Hotline 0800 4 5555 20 entgegen.

Arbeitslosenzahlen nach Geschäftsstellen, Gebietskörperschaften und Rechtskreisen

In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) steigt die Zahl der Arbeitslosen im Vorjahresvergleich insgesamt an (+1.096 Personen).

Bei den von den Jobcentern Bonn und Rhein-Sieg in der Grundsicherung (SGB II) betreuten Personen sinkt die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich insgesamt (-497 Personen).

Geflüchtete Menschen in Bonn/Rhein-Sieg

Die Berichterstattung über geflüchtete Menschen1, die bei den Agenturen für Arbeit und Jobcentern arbeitsuchend bzw. arbeitslos2 gemeldet sind, bezieht sich auf Arbeitsuchende und Arbeitslose im Bestand nach ihrem Aufenthaltsstatus. Hierzu wurde die Kategorie "Personen im Kontext von Fluchtmigration" gebildet. Zu dieser Personengruppe zählt die Statistik der Bundesagentur Kunden im Status

  • "Aufenthaltserlaubnis Flucht",
  • "Aufenthaltsgestattung" (einschl. "Antrag noch nicht gestellt") oder
  • "Duldung"

in Zusammenhang mit einem Asylverfahren.

Der Bestand an arbeitsuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration umfasst für den Agenturbezirk im Januar 9.008 geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich 5.113 arbeitslose Personen.

Im Bereich der Arbeitsagentur (Rechtskreis SGB III) umfasst der Bestand an arbeitsuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration 884 geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich 625 arbeitslose Personen.


1 Bitte beachten Sie, dass für ukrainische Staatsangehörige die aufenthaltsrechtlichen Informationen zum Fluchthintergrund stark untererfasst sind. Die Werte für Personen im Kontext Flucht werden daher, bis auf Weiteres, gänzlich ohne Personen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit ausgewiesen.
2 Die Status Arbeitsuche und Arbeitslosigkeit werden nach den im Sozialgesetzbuch festgelegten Kriterien vergeben; danach werden Personen als Arbeitsuchende geführt, wenn sie eine Beschäftigung als Arbeitnehmer suchen, und als Arbeitslose, wenn sie darüber hinaus keine Beschäftigung haben, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und nicht an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilnehmen. Arbeitslose bilden deshalb eine Teilmenge der Arbeitsuchenden.


Im Grundsicherungsbereich (Rechtskreis SGB II) beträgt der Bestand an arbeitsuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration 8.124 geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich 4.488 arbeitslose Personen.

Der Bestand an arbeitsuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration beträgt im Januar in beiden Rechtskreisen für die Stadt Bonn 3.952 und im Rhein-Sieg-Kreis 5.056 geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich in der Stadt Bonn 2.277 und im Rhein-Sieg-Kreis 2.836 arbeitslose Personen.

Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt Bonn/Rhein-Sieg

Zugang und Abgang an Arbeitslosen

Im Verlauf des Monats Januar meldeten sich 6.065 Menschen aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis arbeitslos, dies sind 538 mehr Arbeitslosmeldungen (+9,7 Prozent) als im Vormonat und 111 mehr als im Vorjahresmonat (+1,9 Prozent). Darunter befanden sich 2.899 Personen, die aus einer Erwerbstätigkeit kamen. Das sind 881 Personen (+43,7 Prozent) mehr als im Vormonat und 255 Personen (+9,6 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.

Demgegenüber meldeten sich im Januar 4.557 Personen aus der Arbeitslosigkeit ab, das sind 1.173 Personen (-20,5 Prozent) weniger als im Vormonat und 19 (+0,4 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. 1.551 Menschen meldeten sich in Erwerbstätigkeit ab. Das waren 68 Personen-Abgänge (-4,2 Prozent) in eine Erwerbstätigkeit weniger als im Vormonat und 52 (+3,5 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.

Situation beim Stelleneingang und -bestand

Der Bestand der gemeldeten Arbeitsstellen sinkt im Vormonatsvergleich um 205 Stellen auf insgesamt 4.358 Stellen (-4,5 Prozent) und sinkt im Vergleich zum Vorjahresmonat um 9,8 Prozent (-475 Stellen). Der Zugang an Arbeitsstellen sinkt um 295 Stellen (-27,2 Prozent) auf 788 Stellen im Vergleich zum Vormonat. Zum Vorjahresmonat sinkt der Zugang um 257 Stellen (-24,6 Prozent).