Durchschnittliche Arbeitslosenzahl 2025 gestiegen
Im Berichtsjahr 2025 hat die durchschnittliche Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Bremen-Bremerhaven zugenommen. Mit im Jahresdurchschnitt 45.542 arbeitslos gemeldeten Personen ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven gegenüber dem Vorjahr um 2.258 Personen oder 5,2 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Wert seit Fusion der Agenturen für Arbeit Bremen und Bremerhaven im Jahr 2012 und liegt selbst unter Abzug der jahresdurchschnittlich ca. 2.500 arbeitslosen Ukrainerinnen und Ukrainer auf dem Niveau von 2020, dem Jahr mit dem höchsten Einfluss der COVID-Pandemie auf die Arbeitslosigkeit.
Arbeitslosenquote 2025 angestiegen
Die durchschnittliche Arbeitslosenquote im Jahr 2025 betrug 10,4%. Gegenüber dem Vorjahr gab es eine Zunahme um 0,4 Prozentpunkte.
Regional unterschiedliche Entwicklung der Arbeitslosigkeit: Anstiege in Bremen und im Landkreis Osterholz, Bremerhaven nahezu unverändert
Stadt Bremen: Über 34.000 Menschen im Jahresdurchschnitt arbeitslos
Im Berichtsjahr 2025 ist die durchschnittliche Arbeitslosigkeit in der Stadt Bremen gestiegen. Mit 34.206 arbeitslos gemeldeten Personen ist die Arbeitslosigkeit in der Stadt Bremen gegenüber dem Vorjahr um 2.129 Personen oder 6,6 Prozent gestiegen. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote betrug im Jahr 2025 in der Stadt Bremen 11,0%. Gegenüber dem Vorjahreswert 2024 ist sie um 0,6 Prozentpunkte gestiegen.
Stadt Bremerhaven: Arbeitslosenquote 14,5 Prozent wie im Vorjahr
In der Stadt Bremerhaven ist durchschnittliche Arbeitslosigkeit im Jahr 2025 mit 9.087 Personen gegenüber dem Vorjahr (9.039) um 48 Personen oder 0,5% gestiegen. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote betrug im Jahr 2025 in der Stadt Bremerhaven 14,5% und entsprach damit der durchschnittlichen Vorjahresquote.
Landkreis Osterholz: Anstieg der jahresdurchschnittlichen Arbeitslosigkeit um 3,7 Prozent
Im Berichtsjahr 2025 hat die durchschnittliche Arbeitslosigkeit im Landkreis Osterholz zugenommen. Mit im Jahresdurchschnitt 2.249 arbeitslos gemeldeten Personen ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahr um 81 Personen oder 3,7 % angestiegen. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote im Jahr 2025 betrug 3,6% und lag damit um 0,1 Prozentpunkt über der des Vorjahres.
Zielgruppen 2025 unterschiedlich stark von negativer Arbeitsmarktentwicklung betroffen
Unterdurchschnittlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit von Frauen
Die Zahl der jahresdurchschnittlich arbeitslos gemeldeten Frauen stieg von 19.660 Personen in 2024 auf 20.520 Personen im Jahr 2025 an. Die prozentuale Zunahme der Frauenarbeitslosigkeit lag mit +4,4% unterhalb der Zunahme der Arbeitslosigkeit der Männer (+5,9%) und auch unterhalb der Zunahme der allgemeinen Arbeitslosigkeit von 5,2%.
Ausländerarbeitslosigkeit weiter gestiegen, aber unterhalb des allgemeinen prozentualen Arbeitslosigkeitsanstiegs
Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosigkeit von Ausländerinnen und Ausländern hat in 2025 mit 20.138 Betroffenen im Vergleich zu 19.478 betroffenen Personen in 2024 um 659 Personen oder 3,4% zugenommen und ist damit geringer ausgefallen als die allgemeine Entwicklung.
Zahl der arbeitslosen Menschen mit Behinderung hat zugenommen
Die Zahl der schwerbehinderten Arbeitslosen ist im Jahresdurchschnitt 2025 um 130 Personen oder 7,5% überdurchschnittlich auf insgesamt 1.857 Personen angestiegen. Der Anstieg liegt damit deutlich über dem Anstieg der allgemeinen Arbeitslosigkeit im Jahr 2025.
Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit
Im Jahresdurchschnitt 2025 hat es 18.704 langzeitarbeitslos gemeldete Personen im Bezirk der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven gegeben. Das waren durchschnittlich 1.077 Langzeitarbeitslose mehr als im Jahr 2024. Mit +6,1 Prozent lag der Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit oberhalb des Anstiegs der jahresdurchschnittlichen Arbeitslosigkeit von 5,2 Prozent.
Statement zum Rückblick auf das Jahr 2025:
Joachim Ossmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven: „Die schwierige konjunkturelle Lage hat sich im letzten Jahr leider fortgesetzt, da die belastenden Rahmenbedingungen wie hohe Energiepreise und der Ukrainekrieg weiter bestanden haben. Verschärfend kam die Zollpolitik der USA dazu, die erhebliche Unsicherheiten für die Exportwirtschaft mit sich gebracht hat.
Das ist nicht ohne Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt geblieben. Kurzarbeit war bei den Unternehmen trotzdem nicht das Mittel der Wahl. Die Zahl der Kurzarbeitenden ist nicht ungewöhnlich angestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr zeigte sich aber ein deutlich höherer Zugang von Personen, die sich aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt heraus arbeitslos melden mussten. Das führte zu einer überdurchschnittlichen Zunahme der SGBIII-Arbeitslosigkeit. Während die Gesamtarbeitslosigkeit um 5,2 Prozent wuchs, stieg sie in der Zuständigkeit der Agentur für Arbeit um 11,7 Prozent.
Gleichzeitig resultierte aus der schwachen Konjunktur eine nachlassende Arbeitskräftenachfrage. So wurden der Agentur für Arbeit von den Unternehmen im Jahr 2025 zwar insgesamt 17.244 Stellen neu zur Besetzung gemeldet. Das waren aber 928 Stellen oder -5,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Rückgang traf bis auf wenige Ausnahmen fast alle Branchen. Am Jahresende zeigte der Vorjahresvergleich für den Dezember positive Entwicklungen nur in den Bereichen Erziehung und Unterricht, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, in der Öffentlichen Verwaltung, Verteidigung und bei den Sozialversicherungen.
Der jahresdurchschnittliche Stellenbestand hat sich um 1.081 Stellen oder -12,6 Prozent auf 7.495 verringert. Das ist der geringste Wert seit 2022. Das verringerte Stellenangebot hat natürlich auch die Chancen für Arbeitslose reduziert, eine Wiederbeschäftigung zu finden.
In Bremen, Bremerhaven und im Landkreis Osterholz gab es Zunahmen der jahresdurchschnittlichen Arbeitslosigkeit. Den prozentual höchsten Anstieg verzeichnete dabei mit +6,6% oder +2.129 Arbeitslosen mehr im Jahresdurchschnitt die Stadt Bremen. Der Anstieg in Bremerhaven erfolgte mit +0,5% oder +48 Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt moderat, was auf einen Basiseffekt zurückzuführen ist. Im Landkreis Osterholz gab es im Jahresdurchschnitt 81 Arbeitslose mehr als im Vorjahresschnitt (+3,7%).“
Arbeitskräftenachfrage gesunken
Im Jahr 2025 wurden der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven von den Betrieben aufsummiert insgesamt 17.244 Stellen zur Besetzung aufgegeben. Das waren 928 Stellen oder -5,1 Prozent weniger als im Vorjahr 2024.
Jahresdurchschnittlicher Stellenbestand liegt unter den beiden Vorjahren
Der jahresdurchschnittliche Stellenbestand lag in 2025 mit 7.495 Stellen um 1.081 Stellen oder -12,6% unter dem Durchschnittsbestand des Vorjahres.
Unterbeschäftigung
Aktuelle Jahreszahlen zur Unterbeschäftigung liegen noch nicht vor.
Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen
Aktuelle Jahreszahlen zu arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen liegen noch nicht vor.
Statement zum Ausblick auf das Jahr 2026
Joachim Ossmann zu den Arbeitsmarktaussichten 2026: „Die wirtschaftlich unsicheren Rahmenbedingungen der Weltwirtschaft bestehen aktuell weiter. Verlässliche Einschätzungen zur weiteren Entwicklung des Arbeitsmarktes im Bezirk der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven sind daher schwierig. Die Konjunkturprognosen gehen auch für 2026 von keiner durchgreifenden Besserung aus. Auf ein baldiges Ende des Ukrainekrieges hoffen alle. Es steht zu erwarten, dass das Investitionspaket der öffentlichen Hand positive konjunkturelle Impulse setzt. Damit dürften auch die Chancen für Arbeitslose auf dem Arbeitsmarkt steigen. In Bremen erweisen sich die Luft- und Raumfahrt, sowie die Rüstungsindustrie als stabilisierende Faktoren. Wegen der demografischen Entwicklung mit zunehmender Verrentung der geburtenstarken Jahrgänge wird es auch in 2026 einen hohen Ersatzbedarf für aus dem Erwerbsleben ausscheidende Fachkräfte im Bezirk der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven geben. Die Agentur für Arbeit hat zwar keinen direkten Einfluss auf die Wirtschaftsentwicklung in der Region. Wir können aber durch Förderung der Weiterbildung sowohl Arbeitslose als auch Beschäftigte besser gegen die Auswirkungen der Transformation in der Wirtschaft wappnen, indem wir die Beschäftigungsfähigkeit verbessern. Das werden wir auch im Jahr 2026 nach Kräften tun.“