Weiterhin hohe Arbeitslosigkeit in Chemnitz: „Versorgungsfunktion“ als Pendlerstadt

12.554 Menschen sind in Chemnitz im April arbeitslos gemeldet gewesen. Die Arbeitslosenzahlen bewegen sich auf einem ähnlich hohen Niveau wie in den Vormonaten. Die klassische Frühjahrsbelebung bleibt damit auch in diesem Jahr aus. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 9,9 Prozent.

30.04.2026 | Presseinfo Nr. 15

Zitat:

„Die Lage auf dem Chemnitzer Arbeitsmarkt bleibt nach wie vor angespannt und zeigt nur an bestimmten Stellen Bewegung. Immer mehr Menschen nutzen in dieser Situation die vielen Unterstützungsmöglichkeiten der Arbeitsagentur. Wir sehen zum Beispiel wie schon im März eine deutliche stärkere Nutzung von Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung“, erklärt Katrin Heinze, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Chemnitz. „Diese helfen dabei, Bewerbungsprozesse zu verbessern, Qualifikationen aufzufrischen oder erste Kontakte zu Arbeitgebern herzustellen. Umso positiver ist es, dass wie schon im März erneut wieder mehr Menschen einen neuen Job finden konnten als im Vorjahreszeitraum. Das zeigt, dass trotz der wirtschaftlich schwierigen Lage der Arbeitsmarkt weiter gute Chancen bietet. Für Firmen, die ebenfalls Unterstützung suchen, steht unser Arbeitgeberservice jederzeit als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung.“

Arbeitslosenzahl im April 2026:12.554 
Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich (12.516): +38 oder +0,3 Prozent 
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich (11.942):+612 oder +5,1 Prozent
Arbeitslosenquote im April 2026:9,9 Prozent 

Arbeitslosigkeit: 12.554 Chemnitzerinnen und Chemnitzer sind arbeitslos 

Im Jobcenter (Rechtskreis SGB II) ist die Zahl der Arbeitslosen im Monatsverlauf um 33 Personen gestiegen (plus 0,4 Prozent). Im Vorjahresvergleich waren es 40 Personen mehr (plus 0,5 Prozent). In der Arbeitsagentur (Rechtskreis SGB III) hat sich die Zahl von März auf April um fünf Personen erhöht (plus 0,1 Prozent). Im Vorjahresvergleich ist eine Steigerung um 572 Personen zu verzeichnen (plus 17,1 Prozent). 

Arbeitslosenzahl im April 2026, Rechtskreis SGB II: 8.631
Arbeitslosenzahl im April 2026, Rechtskreis SGB III: 3.923

Arbeitsstellen: Zugang an Stellen wächst leicht 

Im April meldeten Chemnitzer Unternehmen dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur und des Jobcenters insgesamt 427 neue Arbeitsstellen, 83 mehr als im Vormonat (plus 24,1 Prozent) und 13 mehr als im Vorjahresmonat (plus 3,1 Prozent). Insgesamt sind in der Stadt Chemnitz 1.673 freie Stellen gemeldet, 17 weniger als im März (minus 1,0 Prozent), 112 weniger als vor einem Jahr (-6,3 Prozent).

Von den 1.673 gemeldeten freien Stellen sind rund 87 Prozent in Vollzeit zu besetzen. Das Anforderungsniveau der meisten freien Stellen bezieht sich auf Fachkräfte (925 bzw. rund 55%), danach folgen Experten/Spezialisten-Stellen (553 bzw. rund 33% und Helfer-Stellen (195 bzw. rund 12%).

Die meisten freien gemeldeten Stellen sind in folgenden Branchen zu besetzen:

  • wirtschaftliche Dienstleistungen: 401
  • Zeitarbeit: 261
  • verarbeitendes Gewerbe: 179
  • Gesundheits- und Sozialwesen: 176
  • Baugewerbe: 133

Alle freien Stellen sind in der „Jobsuche“ der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht und können mit der kostenfreien Smartphone-App (Jobsuche – die Jobbörse der BA) zu jeder Zeit, an jedem Ort abgerufen werden.

Chemnitz bleibt Pendlerstadt: „Versorgungsaspekt“ sorgt für Konkurrenz aus dem Umland 

Rund 43 Prozent und damit fast jeder Zweite der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Sachsen arbeiten in den drei Großstädten Leipzig, Dresden und Chemnitz. Diese üben als Arbeitsmarktzentren eine enorme Anziehungskraft aus. Die Zahl der Jobpendler in die Großstädte bleibt weiter hoch. 

Zitat:

„Chemnitz ist ein zentraler Arbeitsort für die gesamte Region. Viele Menschen pendeln täglich in die Stadt, um hier zu arbeiten. Dieser „Versorgungsaspekt“ entlastet zwar die Arbeitslosigkeit im Umland, aber nicht in Chemnitz selbst“, so Katrin Heinze, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Chemnitz. „Fast die Hälfte der Beschäftigten in Chemnitz sind Einpendler. Damit konkurrieren folglich mehr Menschen um die verfügbaren Arbeitsstellen in der Stadt. Chemnitz ist gleichzeitig auch Dienstleister und hat eine Versorgungsfunktion für die ganze Region – ob im Bildungsbereich, in der Gesundheit, im öffentlichen Dienst oder im sozialen Raum. Auch das sind Branchen, in denen viele Menschen aus dem Umland arbeiten“, so Heinze weiter. 

In der Stadt Chemnitz sind aktuell 118.034 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt (in Voll- und Teilzeit). Davon ist fast jeder zweite ein Einpendler. Insgesamt pendeln aktuell (2025) 51.600 aus einem anderen Kreis nach Chemnitz, um hier bei uns zu arbeiten. Damit liegt der Einpendleranteil bei rund 44 Prozent. 

Zum Vergleich: In der Stadt Leipzig liegt der Anteil der Einpendler bei 36 Prozent und in der Landeshauptstadt bei 35 Prozent. 

Wichtig: Die absoluten Einpendlerzahlen sind in Leipzig und Dresden deutlich höher (107.700 & 98.300), weil es dort auch mehr Beschäftigte gibt.

Die meisten Jobpendler, die nach Chemnitz einpendeln, kommen aus

Erzgebirgskreis13.810
Mittelsachsen13.593
Zwickau10.176
Stadt Leipzig1.551
Dresden1.387
Vogtlandkreis1.010
Leipziger Land871
Meißen500
Sächs. Schweiz/Osterzgebirge435
Altenburger Land359
Karte zur Herkunft der Jobpendler, die in Chemnitz arbeiten

Weitere Infos können Sie dem Pendleratlas der Bundesagentur für Arbeit entnehmen.