Zitat:„Es ist ein gutes Zeichen für den Arbeitsmarkt, dass Unternehmen wieder mehr Stellen gemeldet haben als noch im April. Im Vergleich zum Vorjahr sind es sogar 30 Prozent mehr“, erklärt Anja Wicklein, Bereichsleiterin der Agentur für Arbeit Chemnitz. „Insgesamt sind die Arbeitslosenzahlen in Chemnitz zwar immer noch hoch, aber auf einem stabilen Niveau. Eine Entwicklung ist dabei nun seit mehreren Monaten deutlich zu erkennen: immer mehr Menschen nutzen Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung. Ebenso sind Weiterbildungen nach wie vor hoch im Kurs. All das sind stabilisierende Faktoren für den Arbeitsmarkt in einer weiterhin wirtschaftlich angespannten Lage.“
Arbeitslosenzahl im Mai 2026: 12.512
Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich (11.554): -42 oder -0,3 Prozent
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich (11.991) +521 oder +4,3 Prozent
Arbeitslosenquote im Mai 2026: 9,8 Prozent
Arbeitslosigkeit: 12.512 Chemnitzerinnen und Chemnitzer sind arbeitslos
Im Jobcenter (Rechtskreis SGB II) ist die Zahl der Arbeitslosen im Monatsverlauf um 44 Personen gestiegen (plus 0,5 Prozent). Im Vorjahresvergleich waren es 72 Personen mehr (plus 0,8 Prozent). In der Arbeitsagentur (Rechtskreis SGB III) ist die Zahl von April auf Mai um 86 gesunken (minus 2,2 Prozent). Im Vorjahresvergleich ist eine Steigerung um 449 Personen zu verzeichnen (plus 13,3 Prozent).
Arbeitslosenzahl im Mai 2026, Rechtskreis SGB II: 8.675
Arbeitslosenzahl im Mai 2026, Rechtskreis SGB III: 3.837
Arbeitsstellen: Deutlich stärkerer Zugang an Stellen als im Vorjahr
Im Mai meldeten Chemnitzer Unternehmen dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur und des Jobcenters insgesamt 466 neue Arbeitsstellen, 39 mehr als im Vormonat (plus 9,1 Prozent) und 106 mehr als im Vorjahresmonat (plus 29,4 Prozent). Insgesamt sind in der Stadt Chemnitz 1.758 freie Stellen gemeldet, 85 mehr als im April (plus 5,1 Prozent), 42 mehr als vor einem Jahr (plus 2,4 Prozent).
Zugang und Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen
Von den 1.758 gemeldeten freien Stellen sind rund 87 Prozent in Vollzeit zu besetzen. Das Anforderungsniveau der meisten freien Stellen bezieht sich auf Fachkräfte (972 bzw. rund 55%), danach folgen Experten/Spezialisten-Stellen (573 bzw. rund 33% und Helfer-Stellen (213 bzw. rund 12%).
Alle freien Stellen sind in der „Jobsuche“ der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht und können mit der kostenfreien Smartphone-App (Jobsuche – die Jobbörse der BA) zu jeder Zeit, an jedem Ort abgerufen werden.
Erste Bilanz nach „MAIsterplan“
Im Rahmen des sogenannten MAIsterplans konnten die Teams des gemeinsamen Arbeitgeberservices von Arbeitsagentur und Jobcenter Chemnitz mit mehr als 40 Unternehmen ins Gespräch kommen, teilweise direkt vor Ort im Betrieb (z.B. bei einem Besuch mit interessierten Jugendlichen auf Ausbildungssuche bei Sachsenguss oder durch assistierte Vermittlungen in Steuerkanzleien). Im Mittelpunkt standen dabei die aktuelle Ausbildungs- und Arbeitsmarktlage sowie Unterstützungsangebote für die Unternehmen.
Die Gespräche zeigen ein gemischtes Bild: während insbesondere im Gesundheitswesen, in größeren Handelsunternehmen oder Friseurketten sowie im Baugewerbe weiterhin Fachkräfte und Azubis gesucht werden, agieren viele kleinere Betriebe und Firmen aus der Industrie sowie dem Gastro- und Hotellerie-Bereich deutlich zurückhaltender. Gründe sind unter anderem wirtschaftliche Belastungen, begrenzte Personalressourcen und veränderte Anforderungen im Bewerbungsprozess.
Deutlich wurde außerdem, dass viele Unternehmen weiterhin klare Erwartungen an Bewerberinnen und Bewerber haben – insbesondere mit Blick auf schulische Leistungen, Motivation und Zuverlässigkeit. Aber auch die Bewerber selbst haben in vielen Branchen klare Vorstellungen von ihrem potentiellen Arbeitgeber. Das sorgt ebenfalls für ein größeres Mismatch-Potential. Gleichzeitig beobachten viele Betriebe steigende Unterstützungsbedarfe, etwa bei fehlenden Sprachkenntnissen oder Schulabschlüssen.
Insgesamt bestätigt sich damit die Entwicklung, die sich bereits seit einiger Zeit am Chemnitzer Ausbildungs- und Arbeitsmarkt abzeichnet: Unternehmen und Bewerber zusammenzubringen, wird zunehmend anspruchsvoller.
Die Aktionswoche hat gezeigt, wie wichtig der direkte Austausch mit Unternehmen bleibt. Dieser soll auch über die Aktionswoche hinaus weiter fortgesetzt werden.