Zitat:„Eine deutlich steigende Arbeitslosigkeit ist nach Jahresbeginn typisch und hat saisonale Gründe. Viele befristete Verträge oder auch Fördermaßnahmen laufen zum Jahresende aus, hinzu kommen witterungsbedingte Unterbrechungen bei den Außenberufen“, erklärt Katrin Heinze, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Chemnitz. Trotz des neuen Höchststandes sei aber klar: „Der Blick auf die Entwicklung zeigt, dass die Anstiege geringer ausfallen als noch im Januar 2025. Das deutet darauf hin, dass sich der Chemnitzer Arbeitsmarkt zwar weiter unter Druck - auch aufgrund der wirtschaftlichen Lage - befindet, die Dynamik jedoch zumindest etwas abgeflacht ist“, so Heinze.
| Arbeitslosenzahl im Januar 2026: | 12.513 |
| Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich (12.020): | +493 oder +4,1 Prozent |
| Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich (11.931): | +582 oder +4,9 Prozent |
| Arbeitslosenquote im Januar 2026: | 9,8 Prozent |
Arbeitslosigkeit: 12.513 Chemnitzerinnen und Chemnitzer sind arbeitslos
Im Jobcenter (Rechtskreis SGB II) ist die Zahl der Arbeitslosen im Monatsverlauf um 169 Personen gestiegen (plus 2,0 Prozent). Im Vorjahresvergleich waren es 60 Personen mehr (plus 0,7 Prozent). In der Arbeitsagentur (Rechtskreis SGB III) ist die Zahl von Dezember auf Januar um 324 Personen gestiegen (plus 9,2 Prozent). Im Vorjahresvergleich ist eine Steigerung um 522 Personen zu verzeichnen (plus 15,7 Prozent).
Arbeitslosenzahl im Januar 2026, Rechtskreis SGB II: 8.657
Arbeitslosenzahl im Januar 2026, Rechtskreis SGB III: 3.856
Arbeitsstellen: 1.617 freie Arbeitsstellen
Im Januar meldeten Chemnitzer Unternehmen dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur und des Jobcenters insgesamt 320 neue Arbeitsstellen, 87 weniger als im Vormonat (minus 21,4 Prozent).
Insgesamt sind in der Stadt Chemnitz 1.617 freie Stellen gemeldet, 55 weniger als im Dezember (minus 3,3 Prozent) und 354 weniger als vor einem Jahr (-18,0 Prozent).

Von den 1.617 gemeldeten freien Stellen sind rund 82,8 Prozent in Vollzeit zu besetzen. Das Anforderungsniveau der meisten freien Stellen bezieht sich auf Fachkräfte (906 bzw. rund 56%), danach folgen Experten/Spezialisten-Stellen (515 bzw. rund 32% und Helfer-Stellen (196 bzw. rund 12%).
Die meisten freien Stellen sind in folgenden Branchen zu besetzen:

Alle freien Stellen sind in der „Jobsuche“ der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht und können mit der kostenfreien Smartphone-App (Jobsuche – die Jobbörse der BA) zu jeder Zeit, an jedem Ort abgerufen werden.
Teilzeit weiter ein wichtiges Arbeitsmodell:
Derzeit gehen 117.031 Menschen in Chemnitz einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Die meisten von ihnen, 75.650, arbeiten Vollzeit. Ein gutes Drittel wiederum ist in Teilzeit beschäftigt (41.381 bzw. 35,4 Prozent), der Großteil davon sind Frauen (31.108). Entscheidend sind hier vor allem die Rahmenbedingungen. Flexible Arbeitszeitmodelle und eine gute Kinderbetreuung sind wichtige Faktoren, um echte beruflich Perspektiven zu ermöglichen.
Teilzeit bedeutet nicht: „Arbeiten nur am Vormittag“. Unter Teilzeitbeschäftigung werden alle sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse aufgeführt, die nicht Vollzeit entsprechen. Dabei zählt die übliche betriebliche Wochenarbeitszeit. Bereits eine Abweichung von einer Stunde lässt Arbeitsverhältnisse in der Statistik als Teilzeit zählen. Teilzeit ist statistisch alles, was nicht Vollzeit ist. Von der Arbeitszeiteinschränkung von wenigen Stunden die Woche bis zur klassischen
Halbtagsarbeit (20 Stunden/Woche).
Im sächsischen Vergleich liegt der Anteil an Teilzeitbeschäftigten in Chemnitz etwa auf dem Niveau der Städte Bautzen und Dresden:
| 1. | Görlitz | 38,8 Prozent |
| 2. | Leipzig, Stadt | 36,3 Prozent |
| 3. | Erzgebirgskreis | 35,9 Prozent |
| 4. | Dresden, Stadt | 35,6 Prozent |
| 5. | Chemnitz, Stadt | 35,4 Prozent |
| 6. | Bautzen | 35,4 Prozent |
| 7. | Vogtlandkreis | 35,2 Prozent |
| 8. | Sächsische Schweiz-Osterzgebirge | 35,1 Prozent |
| 9. | Leipzig | 34,1 Prozent |
| 10. | Mittelsachsen | 33,6 Prozent |
| 11. | Nordsachsen | 33,4 Prozent |
| 12. | Meißen | 31,8 Prozent |
| 13. | Zwickau | 31,1 Prozent |
In den vergangenen Jahren gewinnt das Teilzeitmodell immer mehr an Bedeutung, sowohl bei Frauen als auch bei Männern:

In folgenden Branchen arbeiten die meisten Personen in Teilzeit (Auswahl TOP 10 Berufsgruppen):
