Der Arbeitsmarkt im Jahr 2025
Die wirtschaftliche Situation war auch im Jahr 2025 in ganz Deutschland weiterhin angespannt. Das wirkte sich auch auf den Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Coesfeld aus. Diese zieht nun Bilanz zu den Entwicklungen am Arbeitsmarkt.
Im Jahr 2025 waren so viele Menschen arbeitslos gemeldet, wie in den letzten 10 Jahren nicht. Im Durchschnitt waren es 15.796 Personen und damit nochmal 351 mehr als im Vorjahr. „Die konjunkturell schwierige Situation trifft auch den lokalen Arbeitsmarkt“, berichtet Rolf Heiber, operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Coesfeld. Zwar versuchten die Unternehmen ihre Mitarbeiter in erster Linie zu halten, doch nicht immer sei das gelungen, wie Heiber erklärt. So gab es insgesamt eine größere Zahl von Entlassungen, die damit zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit führten.
Im Laufe des Jahres 2025 kamen insgesamt 13.594 Personen auf die Arbeitsagentur oder eines der kommunalen Jobcenter nach dem Verlust ihrer Beschäftigung zu, um sich arbeitslos zu melden. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Anstieg um 914 Personen (+7,2 Prozent). „Hier zeigt sich, dass die aktuelle konjunkturelle Lage spürbare Auswirkungen am Arbeitsmarkt hat“, so Heiber.
Der Arbeitsmarktexperte zeigt aber auch einen positiven Aspekt auf. So habe sich die Arbeitslosigkeit seit August unter dem jeweiligen Vorjahreswert befunden. „Hier gibt es also einen tatsächlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit zu beobachten“, betont er. Der sei vor allem im Bereich der Grundsicherung (SGB II) zu verzeichnen. In erster Linie ist die Arbeitslosigkeit hier in der Personengruppe der Ausländer gesunken. „Menschen, die auf der Flucht vor Krieg und Gewalt zu uns gekommen sind, können inzwischen immer mehr eine Anstellung finden“, erklärt er den Rückgang. Gleichzeitig kamen zuletzt weniger Menschen als Geflüchtete in die Region.
Anders sei hingegen die Entwicklung im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), in der zuletzt mehr Menschen auf die Arbeitsagentur zukamen, um sich arbeitslos zu melden. „Das sind unmittelbar spürbare Auswirkungen der aktuellen konjunkturellen Lage. Sie treffen oftmals zuerst den Bereich der Arbeitslosenversicherung“, sagt der Geschäftsführer der Arbeitsagentur.
Ursache dieses Anstieges seien aber nicht nur neue Arbeitslosemeldungen, sondern auch die Einstellungszurückhaltung vieler Unternehmen wie Heiber erklärt: „Die Unternehmen sind weiterhin eher zurückhaltend, wenn es darum geht, neue Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter einzustellen. Das bedeutet auch, das Menschen es derzeit schwerer haben, aus der Arbeitslosigkeit heraus eine neue Anstellung zu finden.“ Immerhin gab es aber auch hier eine leicht positive Veränderung. Zwar sei der Zugang an neuen gemeldeten Stellen im Jahr 2025 immer noch der zweit niedrigste in den letzten 10 Jahre, allerdings meldeten die Unternehmen im nun zurückliegenden Jahr mit 8.306 genau 327 Stellen mehr als noch im Vorjahr. „Das verarbeitende Gewerbe und die Arbeitnehmerüberlassung sind die beiden Bereiche, die sich am Arbeitsmarkt aktuell besonders schwertun. Alle anderen Branchen verzeichneten im Jahresverlauf einen leichten Personalaufbau. Das lässt uns zuversichtlich in die kommenden Monate blicken“ so Heiber.
Vorhersagen für das kommende Jahr seien allerdings nicht ganz einfach, da vieles von den weltwirtschaftlichen Entwicklungen abhänge. Basierend auf Prognosen des Institutes für Arbeitsmarkt und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) geht Heiber jedoch von einer positiven Veränderung aus. „Nach diesen Vorhersagen wird die Wirtschaft langsam wachsen, was dann auch am lokalen Arbeitsmarkt zu einem leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit führen dürfte“ blickt er zuversichtlich auf die kommenden Monate. Langfristig sorgen die Megatrends wie beispielsweise die Digitalisierung oder die Dekarbonisierung hingegen für deutliche Veränderungen in den Unternehmen. Diese Transformation in der Wirtschaft führt zu Veränderungen in den Anforderungen an die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und den erforderlichen Qualifikationsprofilen. „Diess bedeutet in der Perspektive einen veränderten Arbeitskräftebedarf und in Teilen sicherlich auch einen steigenden Fachkräftebedarf. In jedem Fall erfordert es in den Unternehmen wie auch bei Arbeitsuchenden eine kontinuierliche Veränderung, die durch gezielte Weiterqualifizierungen aufgegriffen werden“, so Heiber. „Dies wollen wir von unserer Seite bestmöglich begleiten und unterstützen“