Der Arbeitsmarkt im Januar

02.02.2026 | Presseinfo Nr. 8

Der Arbeitsmarkt im Kreis Borken

Der Arbeitsmarkt startete etwas besser in das neue Jahr als in 2025. Mit 10.457 arbeitslos gemeldeten Personen waren im ersten Monat des Jahres 395 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag damals mit 4,8 um 0,2 Prozentpunkte höher als aktuell (4,6 Prozent).

„Anders zeigt sich die Entwicklung gegenüber dem Vormonat“, erklärt Rolf Heiber, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Coesfeld. So ist die Arbeitslosigkeit gegenüber Dezember 2025 im Kreis Borken um 540 Personen gestiegen. Das entspricht einem Anstieg um 5,4 Prozent. „Ursache hierfür sind verschiedene Entwicklungen“, wie der Experte erklärt. Zum einen laufen zum Jahresende immer zahlreiche befristete Verträge aus, sodass sich Betroffene arbeitslos melden müssten. Zum anderen sorge die derzeitige Wetterlage dafür, dass in manchen witterungsabhängigen Branchen, wie dem Bau oder dem Garten- und Landschaftsbau nicht gearbeitet werden könne. „Manche Unternehmen sprechen dann Kündigungen aus“, sagt Heiber und ergänzt: „Die Betroffenen werden aber in der Regel bei besserer Witterungslage wieder eingestellt. Dies ist aktuell eine jahresübliche Entwicklung.“

Der Arbeitsmarktexperte betont, dass neben den saisonalen Effekten auch die weiterhin angespannte konjunkturelle Situation dafür sorgt, dass einige Unternehmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen müssten. „Viele Betriebe sind bemüht, das Personal so gut es geht zu halten. Nicht immer gelingt dies aber“, so Heiber. Deswegen sei ein Anstieg der Arbeitslosigkeit vor allem im Bereich der Arbeitslosenversicherung spürbar, wo sich die Betroffenen in der Regel zunächst melden.

Dass die konjunkturellen Herausforderungen für die Unternehmen in der Region weiterhin groß sind, zeigt sich auch mit Blick auf die Stellen. So meldeten die Personalverantwortlichen von Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen im Januar 306 freie Stellen bei der Arbeitsagentur und damit 178 weniger als noch im Dezember. Gleichzeitig waren es auch 30 weniger als im Januar des vergangenen Jahres. „Die Zurückhaltung der letzten Monate setzt sich aktuell weiter fort. Nachfrage nach neuem Personal gibt es aktuell vor allem im Handel, der Arbeitnehmerüberlassung und im Gesundheitswesen, während in anderen Bereichen der Bedarf eher gering bleibt“, erklärt der Geschäftsführer. Insgesamt waren im Januar 3.280 freie Stellen bei der Agentur für Arbeit für den Kreis Borken gemeldet, 65 weniger als im Vormonat und 210 weniger als vor einem Jahr.

Der Arbeitsmarkt im Kreis Coesfeld

Die angespannte wirtschaftliche Situation zeigte sich auch im Januar am Arbeitsmarkt im Kreis Coesfeld. Gegenüber dem Vormonat ist die Arbeitslosigkeit im Januar um 177 Personen höher als noch im Dezember. Damit waren im aktuellen Berichtsmonat 5.268 Menschen im Kreisgebiet arbeitslos gemeldet. „Der Anstieg ist allerdings nur zum Teil auf konjunkturelle Entwicklungen zurückzuführen. Saisonale Effekte spielen hier ebenfalls eine Rolle“, ordnet Rolf Heiber, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Coesfeld ein.

So wirke sich zum einen die aktuelle Witterungslage am Arbeitsmarkt aus. „In einigen Berufen, wie zum Beispiel dem Garten- Landschaftsbau kann bei diesem Wetter nicht immer gearbeitet werden, sodass manche Betriebe die Mitarbeiter kündigen“, erklärt Heiber. Allerdings, so betont er, würden diese bei besserem Wetter oft schnell wieder eingestellt.

Ein zweiter saisonaler Faktor ist laut Heiber der Jahreswechsel. „Viele befristete Verträge laufen zum Jahresende aus. Nicht immer können diese verlängert werden, sodass sich die Betroffenen arbeitslos melden müssen.“ Auch das Ende des Weihnachtsgeschäftes spiele eine Rolle, denn bei Paketdiensten oder im Einzelhandel würden zur Weihnachtszeit oftmals Aushilfen eingestellt, die jetzt nicht mehr benötigt würden, wie der Arbeitsmarktexperte erklärt. Dementsprechend ist auch die Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat gestiegen und liegt nun bei 4,1 Prozent.

Positiv zeigt sich hingegen die Entwicklung gegenüber dem Vorjahr. So sind aktuell 253 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als im Januar 2025. Die Arbeitslosenquote ist um 0,2 Prozentpunkte gesunken. „Damit haben wir aktuell einen besseren Start als es im vergangenen Jahr der Fall war“, sagt Heiber. Vor allem ein spürbarer Rückgang bei den arbeitslosen Ausländern sei hierfür verantwortlich, wie er erklärt: „Wie schon in den Vormonaten zu beobachten, finden die Menschen, die als Geflüchtete zu uns gekommen sind, inzwischen immer häufiger eine Anstellung bei uns.“ Aber auch Umzüge in andere Regionen spielten hier eine Rolle.

Die derzeitigen konjunkturellen Auswirkungen zeigen sich neben der gestiegenen Arbeitslosigkeit im Vormonatsvergleich auch bei der Anzahl gemeldeter Stellen. „Die Betriebe im Kreisgebiet sind weiterhin sehr zurückhaltend, wenn es darum geht, neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzustellen“, so Heiber. 201 neue Stellen meldeten sie im Januar bei der Arbeitsagentur und damit 32 weniger als im Vormonat. Allerdings zeigt sich auch hier ein besserer Start ins Jahr als im Januar 2025. Die Betriebe meldeten nämlich 54 Stellen mehr als vor einem Jahr.

Der Arbeitsmarkt im Münsterland

Im Münsterland ist die Arbeitslosenquote im Januar gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf nun 5 Prozent gestiegen. Damit liegt sie allerdings um 0,2 Prozentpunkte unter dem Wert aus dem Vorjahresmonat. Im Januar 2025 lag die Arbeitslosenquote nämlich noch bei 5,2 ‚Prozent. Insgesamt waren im Münsterland im aktuellen Berichtsmonat 49.023 Menschen arbeitslos gemeldet. Damit waren es 2.085 mehr als noch im Dezember. Aber auch hier zeigt sich ein Rückgang (-1.029 Personen) gegenüber dem Vorjahresmonat.

Durch die Unternehmen wurden im Januar 1.646 freie Stellen bei den Arbeitsagenturen gemeldet. Damit teilten die Personalverantwortlichen der Unternehmen im Münsterland 408 neue freie Stellen weniger mit als noch im Vormonat. Gleichzeitig waren es aber 146 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt waren münsterlandweit im Januar 11.882 offene Stellen bei den Arbeitsagenturen gemeldet.