Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn, zeigt sich erfreut über die leichte Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Paderborn: „Zwar hat sich die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat kaum verbessert, sehr wohl aber gegenüber dem Vorjahresmonat. Das ist ein kleines Signal, aber immerhin ein posi-tives. Zudem haben Arbeitgebende aus dem Kreis Paderborn in diesem Monat 515 neue Stellen gemeldet und damit 196 mehr als im Vormonat, was einem Anstieg von gut 61 Prozent entspricht. Die jüngsten Meldungen des bundesweiten Geschäftsklimaindexes des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung stimmen ebenfalls verhalten optimistisch: Außer im Handel, wo der Index leicht nachgegeben hat, melden weitere Sektoren wie Dienstleistung und Verarbeitendes Gewerbe eine, wenn auch geringfügige, konjunkturelle Erholung.“
Die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist eine der meistgenutzten Stellenplattformen in Deutschland, mit einer monatlichen Reichweite von mehr als 6,5 Mil-lionen Besuchern. Agentur-Chef Thiele empfiehlt deshalb allen Arbeitssuchenden und Arbeitgebenden gleichermaßen, diesen Stellenmarkt der Möglichkeiten aktiv und regelmäßig zu nutzen, und zwar unter www.arbeitsagentur.de/jobsuche/.
Thiele weist außerdem darauf hin, dass konjunkturell bedingte Schwächephasen in einem Unternehmen nicht zwingend Entlassungen nach sich ziehen müssen. Viel-mehr biete das Kurzarbeitergeld eine gute Möglichkeit, diese Phasen zu überbrücken. „Dadurch können bewährte Mitarbeitende im Betrieb gehalten werden“, erklärt Agenturleiter Thiele. „Sind sie einmal gekündigt, findet man angesichts der nach wie vor angespannten Fachkräftesituation unter Umständen nur schwer neues Personal. Mein Appell geht also in beide Richtungen: Personal nach Kräften zu halten, und nach wirtschaftlicher Möglichkeit der Unternehmen, weiterhin auf Vorrat auszubil-den. Denn die eigenen Nachwuchskräfte sind die Facharbeiter von morgen. Langfristige Strategie der Personalgewinnung und Personalbindung sind vor dem Hintergrund des deutlich zurückgehenden Erwerbspersonenpotentials gefragt, was dem Arbeitsmarkt aber auch der eignen Wettbewerbsfähigkeit dient.“
Arbeitslosigkeit
Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Paderborn sinkt im Februar 2026. Insgesamt sind 10.999 Personen arbeitslos. Dies sind zum Vormonat 19 Personen weniger (minus 0,2 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 237 Personen (minus 2,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt im Februar 6,1 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 6,2 Prozent (minus 0,1 Prozentpunkte).
Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)
In der Arbeitslosenversicherung sind in diesem Monat 4.190 Personen gemeldet. Dies sind 30 Personen mehr als vor einem Monat (plus 0,7 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres steigt die Zahl um 204 Personen (plus 5,1 Prozent).
Entwicklung im Bürgergeld (SGB II)
Bürgergeld erhalten 49 Arbeitslose weniger als im Vormonat (minus 0,7 Prozent) und 441 weniger als im Vorjahr (minus 6,1 Prozent). Insgesamt zählen 6.809 Perso-nen und damit 61,9 Prozent aller Arbeitslosen zum Bürgergeld gemäß SGB II.
Jugendarbeitslosigkeit
1.084 Arbeitslose sind im Februar 2026 im Kreis Paderborn unter 25 Jahre alt. Dies sind 70 Personen mehr als im Vormonat (plus 6,9 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres sind 76 junge Menschen weniger arbeitslos (minus 6,6 Prozent).
Arbeitslose ab 50 Jahre
Die Anzahl arbeitsloser Menschen ab 50 Jahren sinkt zum Vormonat um 41 Personen (minus 1,0 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 59 Arbeitslose mehr (plus 1,5 Prozent). Insgesamt sind 3.872 Menschen ab 50 Jahren im Kreis Paderborn arbeitslos.
Langzeitarbeitslose
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis Paderborn steigt um 15 Personen (plus 0,4 Prozent). 4.004 Personen sind länger als ein Jahr nicht sozialversicherungs-pflichtig beschäftigt, darunter zählen 90,9 Prozent (3.638 Personen) zum Bürgergeld. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen um 255 Personen (plus 6,8 Prozent).
Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung im Kreis Paderborn steigt im Februar 2026. Insgesamt sind 13.223 Personen ohne Beschäftigung. Dies sind zum Vormonat 82 Personen mehr (plus 0,6 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres sinkt die Unterbeschäftigung um 537 Personen (minus 3,9 Prozent). Die Unterbeschäftigung setzt sich zusammen aus der Anzahl der Menschen, die arbeitslos gemeldet sind, und denjenigen, die Arbeitslosengeld oder Bürgergeld erhalten, dem Arbeitsmarkt jedoch aktuell nicht zur Verfügung stehen und daher rechtlich nicht als arbeitslos gelten – wenn man zum Beispiel an einer Fördermaßnahme teilnimmt oder in Mutterschutz ist.
Stellenangebot
Die Arbeitgeber aus dem Kreis Paderborn haben in diesem Monat 515 Stellen gemeldet und damit 196 mehr als im Vormonat (plus 61,4 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres steigt die Anzahl der neuen Stellenmeldungen um 108 Stellen (plus 26,5 Prozent). Im Bestand befinden sich insgesamt 2.263 offene Stel-len, 77 mehr als vor einem Monat (plus 3,5 Prozent) und sechs weniger als vor einem Jahr (minus 0,3 Prozent).