Jahresbilanz 2025 und Ausblick 2026 am Arbeitsmarkt

im Kreis Paderborn

08.01.2026 | Presseinfo Nr. 7

Jahresbilanz 2025

  • Die eingetrübte Konjunktur belastet weiterhin den Arbeitsmarkt im Kreis Paderborn.

  • Vor dem Hintergrund fehlender Fachkräfte versuchen Arbeitgeber, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch in dieser angespannten Situation zu halten.

  • Die Meldung neuer Arbeitsstellen bewegt sich auf niedrigem Niveau und ist 2025 das vierte Jahr in Folge gesunken

  • Trotz der konjunkturellen Situation setzt sich der zunehmende Mangel an Fachkräften fort und erschwert die Besetzung von Arbeitsstellen.

  • Transformation und demographische Entwicklung bleiben langfristig die weitaus größeren Herausforderungen für die Wirtschaft und damit auch für den Arbeitsmarkt

  • Durch Aus- und Weiterbildung die Fachkräftebasis zu stärken und die Transformation zu unterstützen, war geschäftspolitischer Schwerpunkt in 2025

  • Auch Kurzarbeit hat geholfen, Fachkräfte zu halten

     

Ausblick 2026

  • Im Hinblick auf die verhaltenen Konjunkturprognosen ist auch weiterhin nicht mit einer Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt zu rechnen. Selbst wenn es zu Belebungsimpulsen in der Wirtschaft kommen sollte, werden die Effekte auf dem Arbeitsmarkt erst mit Zeitverzögerung sichtbar.

  • Eine wesentliche Voraussetzung um den Arbeitsmarkt kurzfristig und mittelfristig zu beleben, ist ein deutlich positiveres Wirtschaftswachstum 

  • Größere Herausforderungen für Wirtschaft und Arbeitsmarkt sind neben der Konjunkturschwäche die Transformationsprozesse und der Arbeitskräftebedarf - verursacht durch den demografischen Wandel.

  • Um den besonderen Herausforderungen gerecht zu werden bleibt der geschäftspolitische Schwerpunkt der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn die Aus- und Weiterbildung von Arbeitslosen und Beschäftigten

 

Jahresbilanz 2025 und Ausblick 2026

 

Im Jahresdurchschnitt 2025 waren 10.879 Menschen im Kreis Paderborn arbeitslos und damit 661 Personen beziehungsweise 6,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote im Jahr 2025 ist zum Vorjahr von 5,7 Prozent um 0,3 Prozentpunkte auf 6,0 Prozent gestiegen. Seit 2022, als die Arbeitslosenquote bei 4,9 Prozent lag, hat sich die durchschnittliche Arbeitslosenquote bis heute um 1,1 Prozentpunkte erhöht.

Die Arbeitslosigkeit im Versichertenbereich (SGB III) legte von 3.310 im Jahr 2024 um 574 Menschen beziehungsweise 17,3 Prozent auf 3.884 im Jahr 2025 zu. Im selben Zeitraum erhöhte sich die Arbeitslosenzahl im Bereich des Bürgergelds (Grundsicherung nach dem SGB II) von 6.908 um 87 Menschen beziehungsweise 1,3 Prozent auf 6.995 Personen.

Verursacht durch die wirtschaftliche Lage hat die Arbeitslosigkeit auch 2025 zugenommen – das dritte Jahr in Folge. Laut Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn, „ist es für Menschen ohne Job aktuell schwer, einen passenden Arbeitsplatz zu finden.“ Trotzdem gebe es weiterhin zahlreiche offene Stellen in verschiedenen Bereichen. Dem Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur im Kreis Paderborn seien derzeit 2.246 Vakanzen gemeldet, was auf einen ständig vorhandenen Bedarf trotz konjunktureller Schieflage hindeute.

Die Zurückhaltung bei den Neueinstellungen ob der schwierigen Situation ist aus Sicht der Arbeitsagentur nachvollziehbarDiese Vorsicht bei den Betrieben hat der Agenturleiter bereits im Jahresverlauf 2025 beobachtet. „Die sonst üblichen Frühjahrs- und Herbstbelebungen in 2025 waren nur schwach ausgeprägt. Im Gegensatz zu den Vorjahren, in denen diese Belebungen deutlich spürbar waren, blieben sie in 2025 verhalten“, erläutert er rückblickend auf die Entwicklung innerhalb des Jahres 2025.

Trotz aller Unwegsamkeit versuchen die Arbeitgebenden der Region, vorhandenes Personal nach Möglichkeit zu halten. „Dabei unterstützen kann unser Instrument der Kurzarbeit, das 2025 in ähnlichem Umfang wie 2024 in Anspruch genommen wurde. Die Anzahl der Betriebe, die Kurzarbeit angezeigt haben sowie die Anzahl der Beschäftigten in Kurzarbeit spiegelten die konjunkturelle Lage wider, vergleichbar mit den Rekordwerten der Pandemie sind die Zahlen aus 2025 aber definitiv nicht“, so Thiele. 

 

Die Bemühungen der Arbeitgebenden schlagen sich auch in den Beschäftigtenzahlen nieder: So wurde die Beschäftigung in den letzten zehn Jahren deutlich ausgebaut. Die aktuelle sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Kreis Paderborn liegt mit Stand März 2025 bei 130.720 Frauen und Männern. Im März 2020 – also unmittelbar vor der Pandemie – waren es 121.535 Personen. „Ein deutlicher Anstieg“, so Thiele. 

Es ist von entscheidender Bedeutung, erfolgreich gewonnene Fachkräfte zu halten und trotz der angespannten Lage für das eigene Unternehmen weiter zu qualifizieren, so der Agenturleiter, denn: „Die demografische Entwicklung wird das Erwerbspersonenpotential im Kreis Paderborn in den kommenden Jahrzehnten deutlich mindern. Unternehmen, die nicht rechtzeitig in die Gewinnung von Nachwuchskräften investiert haben, werden später die wirtschaftlichen Folgen spüren. Die eigene Ausbildung ist und bleibt die beste Strategie um den Fachkräftebedarf zu decken.“ Die Demografie werde es Arbeitgebenden über Jahre hinweg erschweren, geeignetes Fachpersonal zu finden und zu binden – das werde im Wettbewerb zwischen den Unternehmen jedoch ein entscheidender Faktor sein.

 

Neben der Kurzarbeit bietet die Arbeitsagentur Unternehmen auch eine finanzielle Fördermöglichkeit im Rahmen der Weiterbildung von Beschäftigten, die bei der Fachkräftegewinnung unterstützen kann. Thiele wirbt dafür, diese Förderung in Anspruch zu nehmen, denn: „In Zeiten der Transformation der Arbeitswelt müssen auch die Arbeitnehmenden sich stetig weiterentwickeln.“ Daher ist die Unterstützung von Aus- und Weiterbildung wie 2025 auch 2026 wieder ein Schwerpunkt für die örtliche Agentur.

Wichtig sei dies insbesondere, weil der Stellenmarkt den Bedarf an qualifizierten Kräften eindeutig abbilde: 83,7 Prozent der gemeldeten Stellen im Bestand waren im Jahresschnitt für die Anforderungsniveaus Fachkräfte, Spezialist/-in und Experte vorgesehen. Lediglich die übrigen 16,3 Prozent der freien Stellen im Jahresdurchschnitt fielen auf die ungelernten Helferinnen und Helfer. 

 

Heinz Thiele bekräftigt: „Trotz der neuen Herausforderungen, die der stetige Weiterbildungsbedarf für Unternehmen und Arbeitnehmende mit sich bringt kann die Transformation zu einer Chance werden. Durch Qualifizierungs-Ketten vom Helfer, die in einigen Fällen auch bis hin zum Experten führen können, können nicht nur Arbeitsplätze geschaffen, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Einzelpersonen gestärkt werden.“

 

Trotz steigender Beschäftigung gibt es laut dem Agenturleiter weiterhin Personengruppen, die für den Arbeitsmarkt aktiviert werden können: Beispielsweise die sogenannte Stille Reserve – Personen ohne Arbeit, die zwar kurzfristig nicht für den Arbeitsmarkt verfügbar sind, sich aber langfristig trotzdem Arbeit wünschen. 

Auch für diese Menschen hat die Arbeitsagentur ein Angebot: Die Berufsberatung für Erwachsene bietet kostenlose und unverbindliche Beratungen sowohl für die Stille Reserve als auch für andere Personen, die an einer beruflichen Neuorientierung interessiert sind. 

Heinz Thieles Aufruf an die Arbeitssuchenden lautet: „Suchen Sie den Dialog mit der lokalen Arbeitsagentur! Gemeinsam finden wir Wege, die zu einer erfolgreichen und passenden Beschäftigung führen. Selbst wenn die eigenen beruflichen Vorstellungen noch unklar sind, können wir individuelle Lösungen entwickeln, die den Einzelnen bei der Verwirklichung der beruflichen Ziele unterstützen.“ 

 

Weitere Daten zum Arbeitsmarkt im Jahr 2025

Die Arbeitslosigkeit der über 50-Jährigen ist im Jahresdurchschnitt im Vergleich zum Vorjahr von 3.518 Frauen und Männern um 256 Personen oder 7,3 Prozent auf 3.774 Personen gestiegen. Die altersspezifische Arbeitslosenquote hat sich im Jahresdurchschnitt von 5,7 Prozent im Jahr 2024 um 0,4 Prozentpunkte auf aktuell 6,1 Prozent erhöht.

 

Auch unter Langzeitarbeitslosen ist für 2025 ein Anstieg zu verzeichnen: So nahm die Anzahl dieser Personengruppe gegenüber dem Vorjahr um 249 Personen oder 7,0 Prozent auf 3.809 Frauen und Männer zu.

 

Die Jugendarbeitslosigkeit (unter 25 Jahre) ist im Jahresdurchschnitt 2025 im Vergleich zu 2024 von 1.079 Personen um 14 Personen oder 1,3 Prozent auf 1.065 Personen gesunken – die altersspezifische Arbeitslosenquote liegt somit unverändert bei 4,9 Prozent.

 

Die Anzahl der ausländischen Arbeitslosen nahm zu: Von 3.549 Personen um 57 Personen oder 1,6 Prozent auf 3.606 Personen.

 

Der Zugang von Stellenmeldungen im Arbeitgeber-Service im Kreis Paderborn ist gesunken: In Jahressumme wurden 2025 4.699 Stellen gemeldet, 224 oder 4,6 Prozent weniger als 2024. Die Zugänge haben 2024 damit 4.923 betragen. Der Bestand an offenen Arbeitsstellen lag 2025 im Jahresdurchschnitt bei 2.284 Stellen, das bedeutet zum Vorjahr einen Rückgang um 399 Stellen oder 14,9 Prozent.