Dortmunder Arbeitsmarkt im Juli 2025

Arbeitslosigkeit steigt wie für die Ferienzeit üblich

31.07.2025 | Presseinfo Nr. 31

Arbeitslosigkeit steigt wie für die Ferienzeit üblich

Aufgrund der einsetzenden Sommerpause ist die Arbeitslosigkeit im Juli in Dortmund saisontypisch um 894 Personen gestiegen. Damit wurde die Schallmauer von 40.000 Arbeitslosen durchbrochen, die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 Prozentpunkte auf aktuell 12,2 Prozent.

„Im Juli ist erwartungsgemäß die Arbeitslosigkeit gestiegen und zwar über alle Personengruppen sowie beide Rechtskreise. Dabei fiel der Anstieg deutlich stärker aus als üblicherweise im Juli. Gut 40.000 Personen sind arbeitslos, so viele zählten wir in Dortmund zuletzt 2007. Die Gründe sind vielfältig. Neben Jobverlusten aus betrieblichen Gründen sind es vor allem saisontypische Einflüsse. In der Jahresmitte laufen viele Arbeitsverträge, Ausbildungsverhältnisse sowie arbeitsmarktpolitische Maßnahmen aus. Jetzt im Juli hat sich besonders das Ende der zwei- und dreijährigen dualen Ausbildungen in den Arbeitsmarktzahlen niedergeschlagen. Die gute Nachricht: Viele der jungen Menschen, die sich jetzt neu arbeitslos melden mussten, werden schnell eine neue Stelle als Fachkraft antreten können.

Mehr Sorgen bereitet mir die anhaltend schwache Wirtschaftsentwicklung, diese belastet zunehmend den Arbeitsmarkt und droht, die Beschäftigungslage weiter zu verschärfen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sind dringend neue wirtschaftspolitische Impulse erforderlich“, kommentiert Arbeitsagenturchefin Heike Bettermann die Situation auf dem Dortmunder Arbeitsmarkt.

Marcus Weichert, Geschäftsführer des Jobcenters Dortmund, sagt: „Mit Beginn der Sommerpause im Juli ist die Zahl der arbeitslosen Menschen in Betreuung des Jobcenters Dortmund deutlich gestiegen. Diese Entwicklung ist saisontypisch und fällt mit einem Anstieg um 404 Personen geringer aus als im Vorjahresmonat. In den Sommermonaten enden vermehrt Maßnahmen, Schulabgänger melden sich erstmals arbeitslos und Unternehmen verlegen Neueinstellungen auf die Zeit nach den Ferien.

Drei von vier Arbeitslosen in Betreuung des Jobcenters Dortmund verfügen über keine abgeschlossene Berufsausbildung. Insbesondere für Menschen mit fehlender formaler Qualifikation oder Zeiten längerer Arbeitslosigkeit gestaltet sich der Weg in Beschäftigung weiterhin schwierig. 
Indem wir weiterhin passgenaue Förderangebote ausbauen und junge Menschen frühzeitig beim Einstieg ins Berufsleben unterstützen, können wir soziale Teilhabe sichern und dem Fachkräftemangel in unserer Stadt gezielt entgegenwirken.“

Deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli

Im Juli wurden 40.477 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 9.791 Personen bei der Arbeitsagentur und 30.686 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 894 Personen gestiegen. 
Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen steigt auf rund 12,2 Prozent (Juli 2024: 11,7 Prozent). Die anteilige Arbeitslosenquote für die Agentur steigt leicht auf 2,9 Prozent, für das Jobcenter steigt die Quote auf 9,2 Prozent. Arbeitslosigkeit ist kein starrer Block. Vielmehr herrscht durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung. In der Stadt Dortmund wurden im Juli 6.718 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert. 1.845 Personen davon kamen aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 249 Personen mehr als im Vormonat. 5.852 Personen meldeten sich im Juli bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab. Von ihnen beendeten 1.326 Menschen ihre Arbeitslosigkeit wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 53 Personen mehr als im Vormonat.

Jugendarbeitslosigkeit überschreitet die 10-Prozent-Marke 

Im Juli waren 3.638 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind 286 Personen bzw. 8,5 Prozent mehr als im Vormonat und 197 Personen bzw. 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Jugendarbeitslosenquote liegt im Juli bei 10,3 Prozent.
Juli beschert Zuwachs an Stellenmeldungen
1.092 neue Stellenangebote wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Dortmund im Juli gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 493 Stellenmeldungen mehr und auch im Vergleich zum Vorjahr 456 Stellen mehr. Im Bestand befinden sich in diesem Monat insgesamt 4.040 offene Stellen. Das sind 234 mehr als im Vormonat, aber 409 weniger als im Juli des Vorjahres. Die meisten der Agentur für Arbeit gemeldeten offenen Stellen entfallen auf die Berufsgruppen Verkauf, Lagerwirtschaft/Post/Zustellung sowie Büro und Sekretariat.

Unterbeschäftigung geringfügig ansteigend

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik sind oder sich in einem arbeitsbedingten Sonderstatus befinden. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil es sich dabei um Menschen handelt, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Insgesamt werden in diesem Monat 49.186 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Das sind im Vergleich zum Vormonat 263 Personen mehr.


Ausbildungsmarkt 2024/2025

Ausbildungsmarkt biegt auf die Zielgerade ein

Während der Arbeitsmarkt saisonbedingt stockt, laufen die Vermittlungen auf dem Ausbildungsmarkt weiter auf Hochtouren. Das Suchen nach dem richtigen Auszubildenden oder der richtigen Auszubildenden ist noch lange nicht zu Ende. Es gibt noch immer Betriebe, die noch keine Nachwuchsentscheidung getroffen haben. Die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen seit Beginn des Berichtsjahres liegt Ende Juli bei 3.655. Dies sind im Vorjahresvergleich 82 Stellen weniger. Aktuell stehen davon noch rund 1.300 zur Besetzung offen. Seit Oktober 2024 meldeten sich 3.355 Jugendliche bei der Berufsberatung als Bewerberin oder Bewerber. Das sind 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr. 1.028 junge Menschen sind aktuell noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

"Lebenslanges Lernen bleibt ein wichtiges Gebot auf dem Arbeitsmarkt. Berufe und Anforderungen verändern sich stetig – doch nach wie vor bildet eine abgeschlossene Berufsausbildung das stabile Fundament für den Einstieg ins Berufsleben. Sie schafft langfristige Perspektiven, erhöht die Arbeitsplatzsicherheit um ein Vielfaches und schützt nachweislich vor längerer Arbeitslosigkeit. Fast alle Branchen suchen noch. Ein Anruf in der Berufsberatung lohnt sich. Ich lege es jedem ans Herz, der noch nicht fündig geworden ist. Wir können noch in über 800 Ausbildungsplätze vermitteln und beraten zudem eingehend zu allen Studienmöglichkeiten“, so Heike Bettermann zur aktuellen Lage auf dem Dortmunder Ausbildungsmarkt.

Kontaktdaten Berufsberatung
Telefon: 0231 / 842 9800
Mail: berufsberatung@jbh-do.de

Meldung freier Ausbildungsstellen:
Hotline 0800 4 555520
Mail: Dortmund.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de