Jahresrückblick 2025

Mehr Jobs, aber auch neue Herausforderungen: Der Arbeitsmarkt 2025 in Ostfriesland

26.01.2026 | Presseinfo Nr. 6

Der Arbeitsmarkt in Ostfriesland hat sich im Jahr 2025 trotz wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten insgesamt stabil gezeigt. Im Jahresdurchschnitt waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Emden-Leer 16.805 Menschen arbeitslos gemeldet. Das entspricht einem moderaten Anstieg von 1,3 Prozent gegenüber 2024. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 6,5 Prozent.

Verschiebungen innerhalb einzelner Gruppen

Auffällig war die Entwicklung bei bestimmten Personengruppen: Die Arbeitslosigkeit von Menschen über 55 Jahren sowie von schwerbehinderten Menschen nahm überdurchschnittlich zu. Demografischer Wandel, steigende Qualifikationsanforderungen und längere Suchzeiten wirken sich hier besonders aus. Gleichzeitig bleibt Qualifizierung ein zentrales Thema: Rund 55 Prozent der arbeitslos Gemeldeten verfügten 2025 über keine abgeschlossene Berufsausbildung, gut 40 Prozent galten als langzeitarbeitslos.

Positiv entwickelte sich hingegen die Situation ausländischer Arbeitsloser: Ihre Zahl sank im Jahresdurchschnitt um 2,4 Prozent – ein Hinweis auf eine zunehmende Integration in den regionalen Arbeitsmarkt. Gleichzeitig stieg die Arbeitslosigkeit bei Akademikerinnen und Akademikern um 8,9 Prozent, unter anderem durch Projektbefristungen und Zurückhaltung bei Neueinstellungen in einzelnen Branchen.

Der Stellenmarkt in Ostfriesland überzeugt

Ein deutlich positives Signal kam 2025 vom Stellenmarkt: Der Bestand gemeldeter Arbeitsstellen lag im Jahresdurchschnitt um 6,5 Prozent über dem Vorjahr, zudem wurden 11,8 Prozent mehr neue Stellen gemeldet als 2024.

„Der Arbeitsmarkt ist weiterhin aufnahmefähig, aber die Anforderungen steigen“, betont Daniela Ringenaldus, Leiterin der Agentur für Arbeit Emden-Leer. „Arbeitslosigkeit soll idealerweise gar nicht erst entstehen. Deshalb setzen wir frühzeitig auf Qualifizierung und arbeiten eng mit den Unternehmen zusammen. So gelingt es immer häufiger, Menschen direkt aus einer drohenden Arbeitslosigkeit heraus in den nächsten Job zu vermitteln.“

Regionale Unterschiede

Die Entwicklung verlief regional unterschiedlich:

  • Stadt Emden: Die Zahl der Arbeitslosen sank im Jahresdurchschnitt von 2.615 im Jahr 2024 auf 2.519 im Jahr 2025. Das entspricht einem Rückgang um 3,7 Prozent.
  • Landkreis Aurich: Hier stagnierte der Arbeitslosenbestand nahezu. Mit durchschnittlich 6.827 Arbeitslosen lag der Wert lediglich 0,4 Prozent über dem Vorjahr.
  • Landkreis Leer: Der Landkreis verzeichnete einen Anstieg von 5.452 auf 5.802 arbeitslose Menschen. Das entspricht einem Plus von 6,4 Prozent und stellt die deutlichste Zunahme im Agenturbezirk dar.
  • Landkreis Wittmund: Positiv entwickelte sich der Arbeitsmarkt auch hier. Mit durchschnittlich 1.657 Arbeitslosen waren 3,4 Prozent weniger Menschen arbeitslos gemeldet als 2024.

Ausblick auf 2026

Auch 2026 wird der ostfriesische Arbeitsmarkt vor strukturellen Herausforderungen stehen: Fachkräfte werden weiterhin dringend gesucht, während viele Arbeitsuchende zusätzliche Qualifikationen benötigen. Gleichzeitig bietet der hohe Stellenbestand Chancen für Menschen, die bereit sind, sich weiterzubilden oder beruflich neu zu orientieren.

Die zentrale Botschaft für das kommende Jahr lautet daher: Qualifizierung, Prävention und passgenaue Vermittlung. Die Agentur für Arbeit Emden-Leer wird diesen Weg gemeinsam mit Betrieben, Bildungsträgern und regionalen Partnern konsequent weitergehen, um nachhaltige Beschäftigungsperspektiven in Ostfriesland zu sichern.