Die Arbeitslosigkeit in Frankfurt am Main ist im Januar angestiegen. Insgesamt waren im ersten Monat des Jahres 32.047 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Das sind 1.425 Menschen mehr als im Dezember (+4,7 Prozent) und 1.903 mehr als vor einem Jahr (+6,3 Prozent).
Die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 Prozentpunkte auf 7,2 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 6,9 Prozent gelegen.
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit seit dem Vormonat und auch seit dem Vorjahr zeigt sich bei allen Personengruppen.
Den stärksten prozentuale Anstieg seit Januar 2025 gab es mit einem Plus von 10,4 Prozent (+989 Personen) bei von Langzeitarbeitslosigkeit betroffenen Menschen. Gemessen an der Gesamtzahl aller Arbeitslosen hatten im Januar 32,7 Prozent - insgesamt 10.494 Menschen - bereits ein Jahr oder länger keine Beschäftigung.
„Der aktuelle Anstieg der Arbeitslosenzahl ist zu Jahresbeginn weiterhin auch saisonal geprägt, unter anderem durch Quartalskündigungstermine“, erklärt Björn Krienke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main. „Darüber hinaus sehen wir zunehmend die Auswirkungen der wirtschaftlichen Schwäche und betrieblicher Konsolidierungsprozesse. Es melden sich aktuell nicht nur Menschen ohne passende Qualifikation arbeitslos, sondern wieder verstärkt auch gut ausgebildete Fachkräfte. Gleichzeitig nehmen Massenentlassungen spürbar zu. Der Arbeitsmarkt steht damit unter doppeltem Druck: Einerseits durch konjunkturelle Effekte, andererseits durch strukturelle Veränderungen, die den Wiedereinstieg anspruchsvoller machen. Mit einer schnellen Entspannung ist daher nicht zu rechnen. Umso entscheidender ist es, frühzeitig Unterstützung in Anspruch zu nehmen – durch Qualifizierung, berufliche Neuorientierung und gezielte Vermittlung. Diese Angebote werden wir weiter ausbauen.“
Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
37,2 Prozent aller in Frankfurt am Main arbeitslos gemeldeten Menschen (insgesamt 11.923), zählen zum Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung), für den die Agentur für Arbeit Frankfurt am Main verantwortlich ist. Das sind 925 Menschen mehr als im Dezember (+8,4 Prozent) und 1.081 mehr (+10,0 Prozent) als vor einem Jahr.
62,8 Prozent (insgesamt 20.124 Menschen) sind dem Rechtkreis SGB II (Bürgergeld) zugeordnet und werden von dem Jobcenter Frankfurt am Main betreut. Das sind 500 Personen mehr (+2,5 Prozent) als im Dezember und 822 mehr als im Januar 2025 (+4,3 Prozent).
Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften, also der Haushalte, Lebensgemeinschaften und Familien, die zur Sicherung ihres Lebensunterhaltes die finanzielle Unterstützung des Jobcenters Frankfurt am Main benötigen, ist seit Dezember etwas angestiegen (um +0,8 Prozent auf insgesamt 32.028 Bedarfsgemeinschaften). Im Vergleich zum Vorjahr sind weiterhin weniger Haushalte auf finanzielle Hilfen angewiesen (-1,1 Prozent).
„Neben der saisonalen Winterarbeitslosigkeit zeigt sich leider weiterhin auch ein dauerhafter Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit“, sagt Ulli Dvořák, Geschäftsführer des Jobcenters Frankfurt am Main. „Aktuell betrifft dies in der Stadt etwa 10.000 Menschen, 1.000 mehr als vor einem Jahr. Dennoch: Auch in dieser Phase gibt es Einstiegs- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Entscheidend ist jetzt, den Blick nach vorne zu richten. Bildungsabschlüsse können nachgeholt, branchenspezifische Kenntnisse erlernt werden. Unser Ziel bleibt, für jede und jeden den passenden Weg in Beschäftigung zu finden. Dafür arbeiten wir jeden Tag.“
Weiterhin höchster Beschäftigungsanstieg in Hessen
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Frankfurt am Main ist im Vergleich zum Vorjahresmonat weiter angestiegen. Am Stichtag 31. Juli 2025 wurden 648.093 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gezählt. Das waren 7.311 Menschen mehr (+1,1 Prozent) als im Juli 2024. Damit zeigt sich in Frankfurt am Main weiterhin der mit Abstand höchste Beschäftigungsanstieg in ganz Hessen.
Weniger Stellen in Zugang und Bestand
Im Januar haben Unternehmen 1.319 freie Arbeitsstellen bei der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main gemeldet. Das sind weniger als im Dezember 2025 (-12,4 Prozent) und weniger als vor einem Jahr (-12,3 Prozent).
Insgesamt waren 7.124 Stellen gemeldet - 132 weniger als im Dezember (-1,8 Prozent) und 1.216 weniger (-14,6 Prozent) als im Vorjahresmonat.
Die meisten freien Stellen gibt es aktuell für Berufe in der Kinderbetreuung und -erziehung, für Berufe im Verkauf, für Berufe im Objekt-, Werte- und Personenschutz sowie für Berufe in der Lagerwirtschaft.
Die höchsten Stellenzugänge gab es im Januar für Berufe in der Kinderbetreuung und -erziehung, für Büro- und Sekretariatskräfte, für Berufe in der kaufmännischen und technischen Betriebswirtschaft sowie für Köchinnen und Köche.