Im Dezember waren in der Stadt Frankfurt (Oder), im Landkreis Märkisch-Oderland und im Landkreis Oder-Spree insgesamt 14.782 Menschen arbeitslos gemeldet.
Das sind 149 mehr als im November und 70 mehr als im Dezember 2024.
Die Arbeitslosenquote liegt bei 6,5 Prozent. Im Dezember vorigen Jahres lag sie ebenfalls bei 6,5 Prozent.
Jochem Freyer, der Chef der Ostbrandenburger Arbeitsagenturen, ordnet die Lage und Entwicklung ein: „Die Lage auf dem Arbeitsmarkt in Ostbrandenburg ist gemischt, aber besser als die Stimmung in der Wirtschaft. Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Dezember war niedriger als üblich. Auch im Rückblick auf das ganze vergangene Jahr hielt sich der Ostbrandenburger Arbeitsmarkt trotz wirtschaftlicher Schwäche wacker. Die Arbeitslosenzahlen stiegen nur moderat. Die Beschäftigungszahlen blieben in der Summe stabil – eingebüßt hat das verarbeitende Gewerbe, zugelegt haben die Dienstleister und der öffentliche Sektor. Viele Unternehmen segeln derzeit zwischen Sturm und Hoffnung. Fast alle halten an ihren Mitarbeitenden fest, stellen jedoch nur verhalten ein. Daher haben es insbesondere Arbeitslose, Berufseinsteiger, Migranten und Menschen mit Behinderung aktuell schwer einen Job zu finden. Um ihnen eine Chance zu verschaffen, haben wir im vergangenen Jahr 500 Lohnkostenzuschüsse und 1.300 Qualifizierungen gefördert. 2026 wird ein Jahr des Übergangs. Ich rechne damit, dass die Bewegung auf dem Arbeitsmarkt wieder zunimmt. Die ersten Investitionen aus den Sondervermögen werden Personalbedarfe auslösen, KI verändert zunehmend viele Jobprofile, die Verrentungswelle nimmt weiter Fahrt auf und einigen Unternehmen wird die Luft ausgehen. Wir stehen für alle bereit, die Unterstützung brauchen. Angesichts der zunehmenden demografischen Lücke sorge ich mich weniger um die Zahl der Arbeitsplätze, sondern weil zu wenig Neues entsteht. Wir brauchen mehr private Investitionen in zukunftsorientierte, skalierbare Geschäftsmodelle mit gut bezahlten Jobs.“
Marco Schulz, Geschäftsführer Jobcenter Märkisch-Oderland: „Viele Herausforderungen aber auch Chancen liegen vor uns allen. Ein aktuelles Thema bewegt mich dabei ganz besonders und daher möchte ich mich speziell an alle wenden, die gerade noch Schülerin oder Schüler sind und auf die Halbjahreszeugnisse warten oder bereits erhalten haben. Dann wird es spätestens Zeit auf die Bewerbungsfristen für eine Ausbildungsstelle zu schauen und sich mit dem Thema Ausbildung konkret zu beschäftigen. Unsere Beraterinnen und Berater in der Jugendberufsagentur sind gern bei der Weichenstellung für die Zukunft an der Seite der jungen Menschen. Sie kennen den Ausbildungsmarkt vor Ort und wissen genau, ob es Lehrstellen zum Traumberuf gibt. Auch zu Alternativen kann beraten werden. Unser schönes Märkisch-Oderland möchte seine jungen Leute behalten. Es gibt weiterhin viele Ausbildungsstellen und gut ausgebildete Fachkräfte werden in den Unternehmen händeringend gesucht. Gern schon mal selber schauen auf www.meinBeruf.de und dann schnell online einen Termin vereinbaren.“
Stefanie Dörfel, Geschäftsführerin Jobcenter Frankfurt (Oder): „Der Jahresbeginn ist für viele junge Menschen eine entscheidende Phase, um sich beruflich zu orientieren und um einen Ausbildungsplatz zu bewerben. Deshalb planen wir eine Aktionswoche der Jugendberufsagentur Frankfurt (Oder) für die Winterferienwoche vom 2. bis 7. Februar 2026. Neben dem Berufsinformationszentrum werden wir in dieser Woche auch in Jugendclubs und das Begegnungszentrum Mikado gehen, um den jungen Menschen dort in ihrem Umfeld zu begegnen und Aktionen anzubieten.
Viele Betriebe beginnen frühzeitig mit der Auswahl ihrer Auszubildenden. Wer sich bereits jetzt informiert, Bewerbungsunterlagen vorbereitet und Gespräche sucht, verbessert seine Chancen deutlich.“