- 15.904 Frauen und Männer im Agenturbezirk ohne Arbeit
- Arbeitslosenquote sinkt um 0,1 Punkte auf 4,1 Prozent
Die Zahl an Arbeitslosen ist im Monat Dezember zum dritten Mal in Folge gesunken. Zum Stichtag waren in der Stadt Freiburg und den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen insgesamt 15.904 Frauen und Männer ohne Beschäftigung, 520 weniger als im November. Die Arbeitslosenquote sinkt um 0,1 Punkte auf 4,1 Prozent. Bei den Jugendlichen beträgt die Quote jetzt 2,8 Prozent. Das ist der größte Rückgang an Arbeitslosen in einem Monat Dezember seit mindestens 1998.
„Die Zahlen sehen auf den ersten Blick besser aus, als es die Lage hergibt. Der Arbeitsmarkt wird derzeit weniger durch Wachstum als durch Demografie entlastet. Im Kern bleibt er angespannt“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freiburg, Alexander Merk. Der deutliche Rückgang der Arbeitslosigkeit im Dezember dürfe nicht als Signal einer konjunkturellen Erholung missverstanden werden. Er resultiert überwiegend aus Abgängen in Nichterwerbstätigkeit. Allein dadurch sank die Zahl der Arbeitslosen um 517 Personen, weitere 118 Abgänge entfallen auf sonstige statistische Effekte. „Betrachtet man ausschließlich die Zu- und Abgänge aus Erwerbstätigkeit, wäre die Arbeitslosigkeit sogar gestiegen“, stellt Merk fest. Insgesamt ist die Entwicklung stark demografisch geprägt. Die geburtenstarken Jahrgänge ziehen sich zunehmend aus dem Arbeitsmarkt zurück – auch aus der Arbeitslosigkeit heraus.
Die Arbeitskräftenachfrage ging gegenüber November zwar leicht zurück, liegt aber über dem Vorjahresniveau und verweist auf einen strukturellen Fachkräftebedarf. „Die sich daraus ergebenden Chancen müssen wir nutzen mit intensiver Beratung, passgenauer Qualifizierung und einer noch engeren Zusammenarbeit mit Betrieben. Wer heute in Weiterbildung investiert und Fachkräfte bindet, stärkt den Arbeitsmarkt von morgen – auch ohne konjunkturellen Rückenwind“, sagt Merk.
Viel Bewegung außerhalb von Erwerbstätigkeit
Im Berichtszeitraum meldeten sich 3.254 Personen arbeitslos, darunter 1.477 aus Erwerbstätigkeit. Im gleichen Zeitraum beendeten 3.744 Menschen ihre Arbeitslosigkeit, 1.213 durch Aufnahme einer Beschäftigung oder selbstständigen Tätigkeit.
Wer ist von Arbeitslosigkeit betroffen?
Auf Sicht von einem Jahr ist die Zahl an Arbeitslosen nahezu bei allen Zielgruppen angestiegen. Ausnahme bilden Arbeitslose mit ausländischem Pass. Ihre Zahl war leicht rückläufig. Nach Rechtskreisen ergibt sich folgendes Bild: SGB III: 7.732 Arbeitslose (Anteil 48,6 Prozent), SGB II: 8.172 Arbeitslose (Anteil 51,4 Prozent).
Fachkräfte sind weiterhin gesucht
Die Arbeitskräftenachfrage bleibt auf stabilem Niveau. Die Unternehmen meldeten 951 offene Stellen. Das sind 115 oder 10,8 Prozent weniger als noch im November, aber 89 oder 10,3 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Der größte Bedarf nach Branchen: Unternehmensnahe Dienstleistungen (187, darunter 159 aus der Zeitarbeit), Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (172), Gesundheits- und Sozialwesen (141), Verarbeitendes Gewerbe (96), Handel (83), Öffentliche Verwaltung (83), Information und Kommunikation (50). Mitte Dezember lagen der Agentur für Arbeit Freiburg 4.498 Aufträge zur Stellenbesetzung vor (84,8 Prozent für Fachkräfte, Experten und Spezialisten, 15,2 Prozent für Helfer). Das sind 65 Offerten weniger als noch vor einem Jahr.
Wie es nach Regionen aussieht
Die Zahl an Arbeitslosen sank in allen Regionen des Agenturbezirks.