Vom Messebesucher zum Schichtleiter

Loris Sadewasser lernte seinen Arbeitgeber HAB Hallen- und Anlagenbau Wusterhusen auf der Ausbildungs- und Jobmesse KOMPASS kennen

13.01.2026 | Presseinfo Nr. 3

Die Affinität für Metall wurde Loris Sadewasser wahrscheinlich in die Wiege gelegt. Schon sein Vater arbeitete in diesem Bereich und brachte dem heute 22-Jährigen in der heimischen Werkstatt das WIG-Schweißen (Wolfram-Inertgas-Schweißen) bei. Damit, dass Loris mit Anfang 20 als Schichtleiter beim Wusterhusener Unternehmen HAB Hallen- und Anlagenbau arbeiten würde, hatten die beiden damals wohl nicht gerechnet. 

Kennengelernt hat Loris Sadewasser seinen Ausbildungsbetrieb und heutigen Arbeitgeber im November 2019 auf der Ausbildungs- und Jobmesse KOMPASS in Wolgast. Die Berufsmesse wird von der Stadt Wolgast und der Arbeitsagentur Greifswald mit Unterstützung weiterer Partner organisiert und ist seit Jahren ein fester Termin für viele Schulen. „Es war das intensive Gespräch am Stand von HAB, das mich schließlich dazu brachte, meine Bewerbung einzureichen“, erinnert er sich. Bereits ein Jahr später begann er seine Ausbildung zum Metallbauer in der Fachrichtung Konstruktionstechnik.

HAB ist eines der führenden Unternehmen in der Metallbaubranche und realisiert weltweit anspruchsvolle Projekte. Bekannt wurde das Unternehmen unter anderem durch die einzigartigen Tauch- und Bildungsgondeln in Zinnowitz, Zingst, Sellin und Grömitz. Loris Sadewasser konnte schon eigene Erfahrungen bei verschiedenen Großaufträgen sammeln – beispielsweise bei der Produktion von Stahlträgern für Achterbahnen. „Mein besonderes Highlight war die Teilnahme am Catwalk für eine Wildwasserbahn, die in Hollywood aufgebaut wird“, berichtet er stolz. 

„Natürlich macht nicht jede Aufgabe gleich viel Spaß“, erzählt der junge Metallbauer. „Während der Ausbildung musste ich in Kleinarbeit Brennteile putzen und Einzelstücke entgraten. Das war sehr langwierig.“ Sein Rat an zukünftige Auszubildende ist: „Nicht das Interesse verlieren. Manchmal muss man einfach dranbleiben und durchhalten, denn es gibt immer Höhen und Tiefen.“ Dieser Meinung ist auch sein Ausbilder Thorsten Richter: „Solche Arbeiten schulen das Verständnis für das Material und fördern die Ausdauer.“ Thorsten Richter begleitet sämtliche Auszubildenden im Unternehmen: „Ich helfe ihnen dabei, gut ins Berufsleben zu starten“, fasst er seine Aufgabe zusammen. 

In diesem Jahr standen Thorsten Richter und Loris Sadewasser gemeinsam auf der KOMPASS. Der junge Schichtleiter gab den Schülerinnen und Schülern Einblicke in seinen Ausbildungsweg. „Ich fand es großartig, dass man mir bereits während der Ausbildung schrittweise Verantwortung übertragen hat. Auch heute lerne ich immer noch etwas dazu und kann selbstständig arbeiten.“ Seit diesem Jahr trägt er offiziell die Verantwortung als Schichtleiter. Sein Tipp an Jugendliche: „Besucht Berufsmessen und informiert euch über eure Möglichkeiten. Dort bekommt man erste Eindrücke und lernt spannende Berufe und Unternehmen kennen.“

Besonders begeistert ist Loris Sadewasser von der Arbeit am Schweißroboter. Den Bedienerschein hat er bereits in der Tasche. Sein nächstes Ziel ist es, das Programmieren zu erlernen. „Wichtig bei allen Schweißarbeiten sind Sorgfalt und ein gutes Auge für Qualität. Eine unsaubere Schweißnaht kann reißen und im schlimmsten Fall können Menschen verletzt werden“, erklärt er. 

HAB beschäftigt derzeit 65 Mitarbeitende und bildet jedes Jahr bis zu drei Auszubildende aus. Aktuell sucht das Unternehmen zwei angehende Metallbauer für das Ausbildungsjahr 2026. „Unsere Azubis sollen langfristig Teil unseres Teams werden. In den kommenden Jahren gehen einige Kolleginnen und Kollegen in den Ruhestand, wir brauchen daher Nachwuchs“, so Thorsten Richter. 

Voraussetzungen für eine Ausbildung als Metallbauer der Fachrichtung Konstruktionstechnik sind die mittlere Reife, Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern wie Physik und Mathematik sowie ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen. 

 

Angesichts der Vielzahl an Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten ist es für junge Menschen heute oft schwierig, sich zu orientieren. Berufsmessen bieten dabei eine gute Möglichkeit, sich einen Überblick über die beruflichen Perspektiven zu verschaffen direkt mit Unternehmen ins Gespräch zu kommen. Sie sind aber auch für Menschen interessant, die einen Job suchen oder sich beruflich verändern wollen. Deshalb organisiert die Arbeitsagentur Greifswald mit ihren Partnern im gesamten Landkreis regelmäßig Berufsmessen. Die nächste Gelegenheit, sich über Berufe sowie freie Ausbildungs- und Arbeitsstellen zu informieren, bietet die Ausbildungs- und Jobmesse in Anklam, kurz AJA. Dort präsentieren am 4. Februar 2026 zwischen 9 und 14 Uhr fast 60 Aussteller ihre Angebote.

Weitere Veranstaltungstermine sowie Informationen rund um die Themen Arbeit und Berufswahl findet man unter www.arbeitsagentur.de/greifswald.