Die Arbeitsmarktentwicklung im Juli 2025 in der Stadt Hagen

Arbeitsmarkt geht in die „Sommerpause“ Steigende Arbeitslosigkeit jetzt saisontypisch

31.07.2025 | Presseinfo Nr. 43

In der Volmestadt gab es auch im Juli keine Besserung auf dem Arbeitsmarkt, doch waren die steigende Arbeitslosigkeit mit dem Beginn der Hauptferienzeit zu erwarten. Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich um genau 118 oder 0,9 Prozent auf 12.980, die Arbeitslosenquote um 0,1 Punkte auf 12,6 Prozent. Vor einem Jahr waren es 413 Arbeitslose weniger, die Quote lautete 12,2 Prozent.

„Die Arbeitslosigkeit steigt weiter, doch jetzt ist es typisch für die Jahreszeit. Der heimische Arbeitsmarkt geht in die ´Sommerpause` und entwickelt sich dabei besser als im Landesdurchschnitt. Hier kommen Ausbildungs- und Maßnahmeabsolventen sowie die Auswirkungen von Quartalskündigungen hinzu. Daher steigen die Zahlen derzeit ausschließlich in der Arbeitslosenversicherung, nicht in der Grundsicherung“, so Katja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. „Die Kräftenachfrage bleibt unter dem Niveau des Vormonats, während es bei der Kurzarbeit keine neuen Anzeigen gab“. Ihre Einschätzung für die nächste Zeit: „Wegen der anhaltenden Sommerferien ist kurzfristig nicht mit einer Belebung zu rechnen.“ 

In der Arbeitsagentur und im Jobcenter entwickelten sich die Arbeitslosenzahlen im Juli erneut unterschiedlich. 3.507 Arbeitslose (Anteil 27 Prozent an allen Arbeitslosen) waren Kunden der Arbeitsagentur (132 oder 3.9 Prozent mehr als im Vormonat), 9.473 (Anteil 73 Prozent an allen) wurden durch das Jobcenter Hagen betreut (14 oder 0,1 Prozent weniger). Bei den Zielgruppen war die Tendenz jedoch einheitlich. Die Anzahl der jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren stieg um 66 oder 6,2 Prozent auf 1.135 ab. Die Arbeitslosigkeit von Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit erhöhte sich um 45 oder 0,7 Prozent auf 6.119. Bei den Älteren über 50 Jahren gab es einen Anstieg um 24 oder 0,6 Prozent auf 4.233. Bei Menschen mit Behinderung war es ein Plus von 23 oder 2,6 Prozent auf 908. Und bei den Langzeitarbeitslosen waren es mit 5.598 genau 34 oder 0,6 Prozent mehr. Gleichzeitig waren es 290 oder 5,5 Prozent mehr als vor einem Jahr, womit sich der Vorjahresvergleich wieder etwas verschlechtert hat. 

Gemeldete Kräftenachfrage 
Nach der leichten Besserung im Vormonat konnte sich die Kräftenachfrage nicht mehr auf diesem Niveau halten. Hagener Unternehmen meldeten im Juli 226 Stellen und damit genau 21 oder 8,5 Prozent weniger als noch im Monat zuvor und 35 oder 13,4 Prozent weniger als vor einem Jahr.
Den größten Kräftebedarf hatten freiberufliche Arbeitgeber (Rechtsanwälte, Steuerberater etc., 43 Stellen für Assistenzkräfte), gefolgt vom verarbeitenden Gewerbe (37), der öffentlichen Verwaltung (37), Personaldienstleistern (32), dem Handel (18) und dem Gesundheits- und Sozialwesen (17). Die Logistik hatte elf Stellenangebote, der Bereich Erziehung und Unterricht neun zu besetzen.
Die Zahl der insgesamt bei der Arbeitsagentur zur Besetzung gemeldeten Stellen sank um 84 oder 4,6 Prozent auf 1.752, stieg hingegen in Relation zum Vorjahresmonat um 92 oder 5,5 Prozent. 
Aktuell sind 60,2 Prozent aller Arbeitsstellen für Fachkräfte auf dem Niveau der dualen Ausbildung gemeldet, für Helfer hingegen nur 19,7 Prozent 

Kurzarbeit und tatsächliche Inanspruchnahme 
Im Juli gab es in Hagen keine neuen Anzeigen von Kurzarbeit. Erst nach Ablauf von einigen Monaten zeigt sich die tatsächliche Inanspruchnahme von zuvor angezeigter Kurzarbeit, da die Betriebe innerhalb dieses Zeitraums nachträglich abrechnen. Für Februar liegen inzwischen Informationen zur effektiven Inanspruchnahme für die Stadt Hagen vor. Danach wurde Kurzarbeitergeld nur an 36 Betriebe für rund 1.200 Arbeitnehmer tatsächlich ausgezahlt. 

Gesamteinschätzung 
„Im Juli ist die Arbeitslosigkeit in Hagen saisonüblich gestiegen. Der Anstieg um 0,9 Prozent fiel etwas schwächer aus als im langjährigen Mittel“, so Katja Heck weiter. „Wie in den vergangenen Monaten hinterlässt auch die konjunkturelle Unsicherheit Spuren am Arbeitsmarkt. Für den August erwarten manche Experten bereits neue Höchststände bei der Arbeitslosigkeit in Land und Bund. Davon sind wir in Hagen noch entfernt. Zunächst einmal prägen den aktuellen Monat typische Phänomene der beginnenden Ferienzeit: Im Juli laufen sowohl viele befristete Verträge als auch viele dreijährige Ausbildungsverträge aus. Besonders bei den jungen Menschen steigt folgerichtig die Arbeitslosigkeit: Plus 6,2 Prozent in einem Monat, die Jugendarbeitslosigkeit klettert auf über 1.100 Personen. Diejenigen von ihnen, die eine Ausbildung erfolgreich absolviert haben, werden nicht lange arbeitslos sein. Ihnen stehen als ausgebildete Fachkräfte viele Türen offen. Das zeigt einmal mehr den Stellenwert der betrieblichen Ausbildung“. 
Dies möchte die Arbeits- und Ausbildungsmarktexpertin mit einem erneuten Appell an Hagener Unternehmen mit Ausbildungsberechtigung verbinden: „Die Sicherung des Fachkräftebedarfes und die berufliche Situation junger Menschen in unserer Region sind direkt miteinander verbunden. Jede und jeder jetzt nicht ausgebildete Jugendliche wird in drei Jahren eine weitere fehlende Fachkraft sein. Hinzu kommt, dass im kommenden Jahr ein ganzer gymnasialer Abiturjahrgang ausfällt – das hat Auswirkungen auf allen Ebenen des Ausbildungsmarktes. Unternehmen, die jetzt die Möglichkeit zur Ausbildung nicht wahrnehmen, gehen ein hohes Risiko für ihre Zukunft ein. Zudem nutzen sie die aktuellen Chancen und Potentiale nicht – jeder junge Mensch ist eine Chance. Der ArbeitgeberService der Agentur für Arbeit Hagen unterstützt von der Bewerberauswahl bis zu Fördermöglichkeiten und bietet individuelle Lösungen an.“