Die Arbeitsmarktentwicklung im Januar 2026 in der Stadt Hagen

Starker Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Jahresbeginn – Qualifizierung als Gamechanger

30.01.2026 | Presseinfo Nr. 7

Der Hagener Arbeitsmarkt war im Januar geprägt von dem erwarteten saisonalen Anstieg der Arbeitslosigkeit nach dem Jahreswechsel. Die Zahl der Arbeitslosen stieg deutlich um 480 oder 3,9 Prozent auf 12.876, die Quote um 0,5 Punkte auf 12,5 Prozent. Vor einem Jahr waren es 216 Erwerbslose weniger, die Quote lag bei 12,3 Prozent. 

„Wir haben die übliche Januar-Entwicklung. Der Anstieg der Erwerbslosenzahl am Jahresanfang ist immer der höchste im ganzen Jahr. Viele Arbeitsverhältnisse wurden zum Jahresende gekündigt oder waren entsprechend befristet. Außerdem enden die zweieinhalb- und dreieinhalbjährigen Berufsausbildungen. Leider wird dies alles noch durch die schlechte Wirtschaftslage verstärkt. Die Zu- und Abgangsbewegungen haben nochmals deutlich nachgelassen, nur die Neumeldungen aus Beschäftigung sind gestiegen“, so Katja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. „Der aktuell gemeldete Kräftebedarf ist zwar leicht gestiegen, doch es besteht noch viel Luft nach oben“. Hecks Erwartungen für die nächste Zeit sind verhalten: „Für den Februar rechne ich mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit.“ 

Die Arbeitsmarktentwicklung im Dezember verlief bei der Arbeitsagentur und beim Jobcenter parallel. 3.374 Arbeitslose (Anteil 26,2 Prozent an allen Arbeitslosen) waren Kunden der Arbeitsagentur (189 oder 5,9 Prozent mehr als im Vormonat), 9.502 (Anteil 73,8 Prozent an allen) wurden durch das Jobcenter Hagen betreut (291 oder 3,2 Prozent mehr). Bei den Zielgruppen waren die Tendenzen wie im Vormonat mit einer Ausnahme ungünstig. Nur bei den Jüngeren unter 25 Jahren gab es mit 1.129 Arbeitslosen (-30 oder 2,6 Prozent) einen kleinen Rückgang. Bei den Älteren über 50 Jahren war es hingegen ein Anstieg um 157 oder 3,9 Prozent auf 4.205. Bei Menschen mit Behinderung war der Anstieg mit acht oder 1,0 Prozent auf 804 erneut relativ gering. Die Arbeitslosigkeit von Menschen in Hagen ohne deutsche Staatsangehörigkeit erhöhte sich um 284 oder 4,9 Prozent auf 6.124 Personen, die der Langzeitarbeitslosen um 118 oder 2,1 Prozent auf 5.611. Gleichzeitig waren es hier 131 oder 2,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. 

Gemeldete Kräftenachfrage 
Noch relativ gut für einen Januar hielt sich die Kräftenachfrage in Hagen. Die heimischen Unternehmen meldeten 201 Stellen und damit 25 oder 14,2 Prozent mehr als im äußerst schwachen Dezember, zugleich 22 oder 12,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. 
Den noch größten Kräftebedarf hatten Personaldienstleistern (53 Stellen, zuvor 30), freiberufliche Arbeitgeber (Rechtsanwälte, Steuerberater etc., 38 Stellen für Assistenzkräfte), gefolgt vom Handel (33), dem verarbeitenden Gewerbe (26), der öffentlichen Verwaltung (21) und dem Gesundheits- und Sozialwesen (14). Der Bereich Erziehung und Unterricht hatte fünf Vakanzen. 
Die Zahl der insgesamt bei der Arbeitsagentur zur Besetzung gemeldeten Stellen nahm um elf oder 0,7 Prozent auf 1.537 leicht zu, sank hingegen in Relation zum Vorjahresmonat deutlich um 153 oder 9,1 Prozent. 
Aktuell sind 66,9 Prozent aller Arbeitsstellen für Fachkräfte mit dem Abschluss der dualen Ausbildung gemeldet, für Helfer hingegen nur 16,5 Prozent. 

Kurzarbeit und tatsächliche Inanspruchnahme 
Im Januar gab es in Hagen nur drei neue Anzeigen von Kurzarbeit für acht potentiell betroffene Arbeitnehmer. Erst nach Ablauf von einigen Monaten zeigt sich die tatsächliche Inanspruchnahme von zuvor angezeigter Kurzarbeit, da die Betriebe innerhalb dieses Zeitraums nachträglich abrechnen. Für August liegen inzwischen Informationen zur effektiven Inanspruchnahme für die Stadt Hagen vor. Danach wurde Kurzarbeitergeld nur an 21 Betriebe für 226 Arbeitnehmer tatsächlich ausgezahlt.

Gesamteinschätzung 
„Ungeachtet der aktuellen saisonalen und deutlichen Veränderungen am Arbeitsmarkt bleibt festzuhalten: Eine Trendwende ist nach wie vor nicht in Sicht.“ Für Heck steht aber auch fest, dass für niemanden ein bloßes Abwarten auf bessere Zeiten ausreichen werde, um die eigenen Jobchancen zu erhöhen: „Der Arbeitsmarkt befindet sich in einer grundlegenden Transformation. Abläufe, Berufsbilder und Anforderungen verändern sich nachhaltig und machen ein Umdenken bei allen Beteiligten erforderlich. Wo Digitalisierung und künstliche Intelligenz Einzug halten, werden manche Jobs entbehrlich, während in anderen die Nachfrage steigt und auch ganz neue Berufe entstehen. In jedem Fall steigen die Anforderungen. Der Anteil an Arbeitsstellen, für die ausschließlich Fachkräfte oder sogar Spezialisten in Frage kommen, nimmt immer weiter zu. Daher sollte sich jeder kritisch mit der eigenen beruflichen Situation auseinandersetzen und mithilfe unserer Arbeitsmarktexperten herausfinden, wie man sich unentbehrlich machen kann. Qualifizierungen werden zum Gamechanger und mehr als je zuvor zum ständigen Begleiter einer erfolgreichen Erwerbsbiografie.“