Ausbildungsmarktbilanz 2024/2025 für die Stadt Hamm

12.11.2025 | Presseinfo Nr. 140

Trend Richtung Bewerbermarkt hält an 
Mehr Ausbildungsstellen, aber auch weiter gestiegenes Interesse von Jugendlichen


Hamm. Der Ausbildungsmarkt und seine Bilanz für die Stadt Hamm standen im Mittelpunkt eines Pressegesprächs mit Sandra Pawlas, Chefin der Agentur für Arbeit Hamm, Oberbürgermeister Marc Herter und Reinhard Fohrmann, Geschäftsführer des Kommunalen Jobcenters. Während das Angebot an Ausbildungsstellen nach einem Rückgang im Vorjahr aktuell wieder gestiegen ist, konnte auch auf Seiten der Jugendlichen mit steigender Nachfrage vermehrtes Interesse an betrieblicher Ausbildung fest-gestellt werden. Insgesamt hält der seit langem beobachtete Trend zum Bewerbermarkt an. Damit bestehen weiterhin relativ gute Chancen für die Jugendlichen.


Marc Herter, Oberbürgermeister der Stadt Hamm, ist optimistisch: „Ich freue mich, dass junge Menschen auf der Suche nach dem passenden Ausbildungsplatz in Hamm auf ein breites Netz der Unterstützung zurückgreifen können. Im Rahmen der Jugendberufsagentur (JuBA) mit den beteiligten Kooperationspartnern Agentur für Arbeit, Kommunales Jobcenter, Jugendamt, KAOA und den Hammer Schulen sind alle wichtigen Anlaufstellen der Jugendlichen in Sachen Berufswahl in einem Boot und im regen Austausch miteinander. Das sichert eine gute Unterstützung und ein koordiniertes Informationsangebot für die ausbildungsinteressierten jungen Menschen in Hamm“.      

Sandra Pawlas, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hamm, zieht eine positive Bilanz für die Stadt Hamm: „Trotz der konjunkturellen Krise besteht in Hamm weiterhin eine hohe Ausbildungsbereitschaft der heimischen Unternehmen. Das ist nicht überall so. Außerdem begrüßen wir die Tatsache, dass die duale Ausbildung bei den Jugendlichen noch höher im Kurs steht als in den letzten Jahren. Für die jungen Menschen, die sich für eine Ausbildung interessieren, ist der Markt durch diese Entwicklungen sogar noch etwas günstiger als im letzten Jahr. Sie können auch jetzt noch aus einigen Chancen wählen.“


Reinhard Fohrmann, Geschäftsführer des Kommunalen Jobcenters, betont: „Mit den Kooperationspartnern der JuBA setzen wir ganz bewusst mit gezielten Aktionen sehr früh an, denn wir wissen, dass vor der gelungenen Berufswahl eine gute Berufsorientierung steht. Bei der Vielzahl der Berufe ist es wichtig zu wissen, was die eigentlichen Inhalte des gewählten Ausbildungsplatzes sind, damit es keine Überraschungen gibt. Um den jungen Menschen frühzeitig Orientierungshilfen zu bieten, setzen wir gemeinsam auf interessante Veranstaltungsformate.  Beispiele hierfür sind die ‚Messe der Gesundheits- und Sozialberufe‘, aber auch die Veranstaltung ‚Young Hands‘ – hier können sich die Jugendlichen frühzeitig und ganz praktisch über unterschiedliche Berufsbilder informieren“.


Insgesamt meldeten die Unternehmen in Hamm zwischen Oktober 2024 und September 2025 der Agentur für Arbeit 1.155 betriebliche Berufsausbildungsstellen und damit 51 (+4,6 Pro-zent) mehr als vor einem Jahr. Dem gegenüber standen 1.311 gemeldete Bewerber für Berufsausbildungsstellen, 33 mehr als im Vorjahr (+2,6 Prozent). Zum Ende des Berichtsjahres am 30. September waren 78 Ausbildungsstellen unbesetzt, 58 weniger als im Vorjahresvergleich. Dagegen waren 75 Jugendliche Ende September noch unversorgt und damit zehn mehr als vor einem Jahr (+15,4 Prozent). 


Von den 1.311 Bewerberinnen und Bewerbern sind 545 in Berufsausbildung eingemündet, 76 haben Arbeit aufgenommen, 241 gehen weiter zur Schule, 25 haben ein Studium aufgenommen, 14 haben einen gemeinnützigen Dienst angetreten und 24 sind in Bildungsmaßnahmen gegangen. Weitere 205 haben keinen Verbleib mitgeteilt, aber auch keine aktive Hilfe bei der Ausbildungssuche mehr nachgefragt.
Während des Ausbildungsjahres standen in Hamm für jeden Bewerber statistisch 0,88 betriebliche Stellen zur Verfügung. Dies ist ein kleines Plus gegenüber der Relation von 0,86 aus dem letzten Jahr. Im Landesschnitt beträgt die Relation 0,93.


Sandra Pawlas appelliert an alle Partner, in den Bemühungen um junge Menschen nicht nachzulassen: „Insgesamt bleibt der Ausbildungsmarkt auch mit der aktuellen Entwicklung im Ungleichgewicht. Trotz des Bewerberüberhangs muss die Attraktivität der dualen Ausbildung weiter steigen. Manche Unternehmen schaffen zusätzliche Anreize wie Teambuilding-Events, Fitness-Abos oder E-Bike-Leasing. Man muss aber aufpassen, dass diese Boni nicht den Blick verstellen auf das, was im Job auf lange Sicht glücklich macht. Die Ausbildungsbetriebe sollten noch mehr Möglichkeiten bieten, hinter die Kulissen zu schauen und Berufsbilder probeweise zu erleben. Und wir Partner am Ausbildungsmarkt müssen alle Vorzüge transparent machen, wo Jugendliche für diese Botschaften empfänglich sind, sei es auf Social Media, bei angesagten Veranstaltungen und natürlich in der individuellen Beratung.“
Die Agenturchefin betont abschließend, dass auch die kommenden Monate bis Jahresende noch zur Nachvermittlung genutzt werden: „Für die noch unversorgten Bewerberinnen und Bewerber wie für bisher unbesetzte Ausbildungsstellen werden wir weiterhin individuelle Lösungen finden, denn noch ist auf dem Ausbildungsmarkt viel Bewegung und nachträgliche Einstiege ins laufende erste Ausbildungsjahr sind ohne Weiteres möglich.“