„Der Arbeitsmarkt war im vergangenen Jahr heikel - und es spricht wenig dafür, dass es 2026 anders werden wird. Das gilt nicht nur für Hanau und den Main-Kinzig-Kreis, sondern für die gesamte Republik“, so Heike Hengster, Vorsitzende der Geschäftsführung der Hanauer Agentur für Arbeit. „Das ist zwar keine schöne, aber eine realistische Prognose. Die Treiber der Unsicherheit, die Unternehmen zurückhaltend haben agieren lassen, sind nicht weniger geworden, sondern mehr: eine sprunghafte Weltpolitik, wirtschaftliche Unvorhersehbarkeit, zurückhaltende Konsumstimmung, hohe Energiepreise. Dazu kommen neue technologische Entwicklungen - Stichwort künstliche Intelligenz - deren Auswirkungen auf die Arbeitswelt wir noch nicht vorhersehen können.“ Den Kopf in den Sand zu stecken, so die Arbeitsmarktexpertin weiter, sei jedoch keine Strategie. Die Agentur für Arbeit werde den Menschen weiterhin Stabilität bieten, Perspektiven eröffnen und gleichzeitig flexibel sein. „Seit dem 1. Januar ist die Stadt Hanau kreisfrei, und das neue gemeinsame Jobcenter hat die Arbeit bereits erfolgreich aufgenommen. Hanauer Bezieher/innen von Grundsicherung werden von der Stadt und der Arbeitsagentur zusammen betreut. Zukünftig werden wir die Daten der Stadt Hanau auch gesondert ausweisen, allerdings erst ab der Januar-Berichterstattung.“
Die Rückschau auf das Jahr 2025 zeigt mit einem Bestand von durchschnittlich 14.640 arbeitslos gemeldeten Personen einen Anstieg um 12,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. 2024 waren es am Hanauer Arbeitsmarkt im Jahresdurchschnitt noch 13.076 Arbeitslose. Der Jahresdurchschnittswert der Arbeitslosenquote stieg auf 6,2 Prozent gegenüber 5,6 Prozent im Jahr 2024 an.
15.425 Personen waren im Dezember bei der Hanauer Arbeitsagentur arbeitslos gemeldet, 205 Personen mehr als im November und 2.049 mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,5 Prozent an gegenüber 6,4 Prozent im Vormonat und 5,7 Prozent im Dezember 2024.
Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
Im Durchschnitt waren im Jahr 2025 4.444 Personen in der Arbeitslosenversicherung (Rechtkreis SGB III) gemeldet, das sind 443 Personen oder 11,1 Prozent mehr als im Jahr 2024. Im Rechtskreis des SGB II (Grundsicherung) waren im Jahresdurchschnitt 10.196 Personen arbeitslos gemeldet, 1.121 Personen oder 12,3 Prozent mehr als 2024.
Im Berichtsmonat Dezember waren 4.449 Personen bei der Agentur für Arbeit Hanau arbeitslos gemeldet, 40 Personen mehr als im November. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 488 Personen mehr.
10.976 Menschen, 165 mehr als im Vormonat, waren beim Kommunalen Center für Arbeit arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat war ein Plus von 1.561 Personen zu verzeichnen.
Bei der Arbeitsagentur sind Menschen arbeitslos gemeldet, die nach einer vorherigen Beschäftigung Arbeitslosengeld I erhalten. Arbeitslose, die keinen Anspruch (mehr) auf Arbeitslosengeld I haben und auf Leistungen der Grundsicherung (Bürgergeld) angewiesen sind, werden vom Kommunalen Center für Arbeit des Main-Kinzig-Kreises (KCA) betreut.
Entwicklung in der Hauptagentur und den Geschäftsstellen
In der Stadt Hanau waren 5.821 Menschen arbeitslos, 101 mehr als im November und 836 Personen mehr als im Dezember 2024. Die Arbeitslosenquote kletterte auf 10,3 Prozent gegenüber 10,2 Prozent im Vormonat und 9,1 Prozent im Dezember des Vorjahres. Im Bereich der Hanauer Hauptagentur waren 12.769 Personen arbeitslos, 146 mehr als im Monat November. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,9 Prozent im Vergleich zu 6,8 Prozent im November und 6,1 Prozent im Vorjahresmonat.
Im Bereich der Geschäftsstelle Schlüchtern waren 2.656 Menschen arbeitslos gemeldet, 59 mehr als im November. Die Arbeitslosenquote kletterte auf 4,9 Prozent gegenüber dem Vormonatswert von 4,8 Prozent und 4,3 Prozent im Vorjahresmonat.
Entwicklung nach Personengruppen
Im Dezember waren 8.112 Männer (140 mehr als im Vormonat) und 7.313 Frauen (65 mehr als im November) arbeitslos gemeldet. 2.450 Jugendliche unter 25 Jahren waren am Stichtag arbeitslos, 35 weniger als im Vormonat. 3.406 über 55-jährige hatten im Dezember keine Arbeit, 26 mehr als im Monat zuvor.
Langzeitarbeitslosigkeit
Als langzeitarbeitslos gelten Personen, die ein Jahr und länger arbeitslos sind. 6.167 Menschen waren im Dezember langzeitarbeitslos, 198 mehr als im November und 861 mehr als im Dezember 2024. 5.845 der Langzeitarbeitslosen waren im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) gemeldet und 322 in der Arbeitslosenversicherung im Rechtskreis SGB III. Insgesamt machten langzeitarbeitslose Männer und Frauen 40,0 Prozent aller Arbeitslosen aus.
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Nach den neuesten verfügbaren Zahlen vom Juni 2025 ergab sich mit 141.237 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (SvB) am Arbeitsort eine Seitwärtsbewegung gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres. In der Gesamtschau gab es prozentual keine Veränderung.
Im Produzierenden Gewerbe kam mit 42.501 Beschäftigten verglichen mit dem Vorjahresquartal ein Minus von 2,8 Prozent zustande. In den Dienstleistungsbereichen gab es mit 98.146 SvB einen Anstieg von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Gemeldete Arbeitsstellen
Im Jahresdurchschnitt waren 2025 2.470 offene Stellen zur Vermittlung gemeldet, 10,0 Prozent weniger als 2024. Der Zugang lag bei den offenen Stellen in der Jahressumme bei 5.732, 12,8 Prozent weniger als im Jahr 2024. 2.245 offene Stellen waren im aktuellen Monat Dezember zur Vermittlung im Bestand. Der Arbeitgeber-Service akquirierte 366 offene Stellen und konnte 374 Stellen als erledigt melden.