„Im Januar ist die Arbeitslosigkeit im Kreis Minden-Lübbecke spürbar angestiegen“, stellt Sebastian Placke, operativer Geschäftsführer der Herforder Arbeitsagentur, fest. „Das ist eine saisontypische Entwicklung, die sich aus witterungsbedingten Entlassungen sowie zum Jahresende ausgelaufenen befristeten Arbeitsverträgen ergibt. Insgesamt also eine Entwicklung, die wir erwartet haben“, führt er weiter aus.
Unterstrichen wird diese These durch die im Januar deutlich höheren Zugänge aus Erwerbstätigkeit – 878 Personen meldeten sich im Januar neu arbeitslos, das sind 248 Personen und damit rund 34 Prozent mehr als im Dezember. „Gleichzeitig konnten aber auch 514 Menschen eine neue Beschäftigung aufnehmen. Trotz sinkender Anzahl an offenen Arbeitsstellen und neuen Stellenmeldungen stagniert der Markt also nicht komplett“, so Placke.
Für den Februar erwartet er – basierend auf den Erfahrungen der vergangenen Jahre – eine Stagnation der Arbeitslosenzahlen: „Einige der Menschen, die sich im Januar bei uns arbeitslos gemeldet haben, werden im Februar gegebenenfalls schon wieder eine neue Tätigkeit aufnehmen können – neue werden jedoch wieder arbeitslos, und insgesamt kann die Jobsuche dauern. In einigen Branchen finden Einstellungen vor allem im Frühjahr wieder statt.“
Arbeitslosigkeit
Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Minden-Lübbecke steigt im Januar 2026. Insgesamt sind 11.280 Personen arbeitslos. Dies sind zum Vormonat 246 Personen mehr (+2,2 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 387 Personen (+3,6 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt im Januar 6,5 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 6,3 Prozent (+0,2 Prozentpunkte).
Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)
In der Arbeitslosenversicherung sind in diesem Monat 4.704 Personen gemeldet. Dies sind 306 Personen mehr als vor einem Monat (+7,0 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres steigt die Zahl um 558 Personen (+13,5 Prozent).
Entwicklung im Bürgergeld (SGB II)
Bürgergeld erhalten 60 Arbeitslose weniger als im Vormonat (-0,9 Prozent) und 171 weniger als im Vorjahr (-2,5 Prozent). Insgesamt zählen 6.576 Personen und damit 58,3 Prozent aller Arbeitslosen zum Bürgergeld gemäß SGB II.
Jugendarbeitslosigkeit
1.320 Arbeitslose sind im Januar 2026 im Kreis Minden-Lübbecke unter 25 Jahre alt. Dies sind 30 Personen mehr als im Vormonat (+2,3 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres sind 101 junge Menschen mehr arbeitslos (+8,3 Prozent).
Arbeitslose ab 50 Jahre
Die Anzahl arbeitsloser Menschen ab 50 Jahren steigt zum Vormonat um 89 Personen (+2,5 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 269 Arbeitslose mehr (+7,9 Prozent). Insgesamt sind 3.687 Menschen ab 50 Jahren im Kreis Minden-Lübbecke arbeitslos.
Langzeitarbeitslose
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis Minden-Lübbecke steigt um 49 Personen (+1,1 Prozent). 4.628 Personen sind länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 86,9 Prozent (4.022 Personen) zum Bürgergeld. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen um 192 Personen (+4,3 Prozent).
Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung im Kreis Minden-Lübbecke steigt im Januar 2026. Insgesamt sind 13.743 Personen ohne Beschäftigung. Dies sind zum Vormonat 77 Personen mehr (+0,6 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres sinkt die Unterbeschäftigung um 333 Personen (-2,4 Prozent). Die Unterbeschäftigung setzt sich zusammen aus der Anzahl der Menschen, die arbeitslos gemeldet sind, und denjenigen, die Arbeitslosengeld oder Bürgergeld erhalten, dem Arbeitsmarkt jedoch aktuell nicht zur Verfügung stehen und daher rechtlich nicht als arbeitslos gelten – wenn man zum Beispiel an einer Fördermaßnahme teilnimmt oder in Mutterschutz ist.
Stellenangebot
Die Arbeitgeber aus dem Kreis Minden-Lübbecke haben in diesem Monat 358 Stellen gemeldet und damit 121 weniger als im Vormonat (-25,3 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres steigt die Anzahl der neuen Stellenmeldungen um 55 Stellen (+18,2 Prozent). Im Bestand befinden sich insgesamt 2.135 offene Stellen, 444 weniger als vor einem Monat (-17,2 Prozent) und 568 weniger als vor einem Jahr (-21,0 Prozent).