Daten und Einschätzungen zur aktuellen Lage auf dem Arbeitsmarkt.
Hans-Martin Rump, Leiter der Agentur für Arbeit Kiel, sagte zur Entwicklung der Arbeitslosenzahlen im Kreis Plön:
„Zum Jahresstart steigt in der Regel saisonbedingt die Zahl der arbeitslosen Menschen gegenüber dem Vormonat Dezember an. Das ist auch in diesem Jahr so. Gegenüber Dezember legte die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer um 89 oder 2,9 Prozent zu. In einer längerfristigen Betrachtung ist dieser Anstieg von Dezember auf den Januar der geringste im Wechsel zwischen den Jahren seit Januar 1991,“ ordnet der Agentur-Chef die aktuelle Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer zwischen Lütjenburg und Schwentinental ein.
Passend zum saisonalen Einfluss übersteigt die Zahl der Zugänge vom Arbeitsmarkt die Zahl der Abgänge aus Arbeitslosigkeit. Im gerade abgelaufenen Monat meldeten sich insgesamt 740 Personen neu arbeitslos. Davon kamen 316 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 649 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 200 eine Erwerbstätigkeit auf.
„Das Saisongeschäft im Handel und Tourismus ist beendet, befristete Verträge sind ausgelaufen. Das ist ein für den Winter saisontypisches Szenario. Jahreszeitlich passt auch das Wetter. Der lokale Arbeitsmarkt zeigt sich aber im Kreis Plön „unbeeindruckt“ robust wie ehe und je.
Neben dem sehr moderaten Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat Dezember ist es vor allem der Vorjahresvergleich, der Grund zur Freude macht“, lenkt der Agentur-Chef den Blick auf den wichtigen Vergleich zum Januar 2025.
„Seit vergangenes Jahr im Juli haben wir - mit einer Unterbrechung im November – immer Rückgänge der Zahl der arbeitslosen Menschen im Kreis Plön zum jeweiligen Vorjahresmonat zu verzeichnen gehabt. Dieser Trend setzt sich erfreulicherweise auch im neuen Jahr fort. Der Rückgang zum Januar 2025 beträgt 100 oder 3,1 Prozent. Durch diesen Rückgang haben wir auch eine für einen Wintermonat sehr gute Arbeitslosenquote von 4,5 Prozent im Kreis Plön zu verzeichnen. Damit hat der Kreis derzeit die niedrigste Arbeitslosenquote im Januar in Schleswig-Holstein!“
„Arbeitgebende beschäftigten zunehmend“, fährt Rump fort, „auch das ist ein wichtiger Stabilitätsfaktor für den Arbeitsmarkt und in Hinblick auf künftige Fachkräftebedarfe – ihre Mitarbeitenden durch und verzichten auf Entlassungen im Winter. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Vielmehr erzeugen die derzeitigen wirtschaftliche und konjunkturelle Rahmenbedingungen ein schwieriger werdendes arbeitsmarktliches Umfeld. Deshalb haben Agentur für Arbeit und das Jobcenter Kreis Plön das Heft des Handelns in die Hände genommen und unterstützen arbeitslose Menschen gezielt mit arbeitsmarktpolitischen Angeboten.“
Im Januar 2026 waren 842 Menschen zwischen Lütjenburg und Schwentinental als Teilnehmer/innen in einem Qualifizierungsangebot registriert. Das sind 87 oder 11,5 Prozent mehr als im Januar des Vorjahres.
Der Verweis auf die Stellenseite des Arbeitsmarktes im Kreis Plön bestätigt laut Agentur-Chef dieses Bild:
„Das Jahr 2025 endete auf dem Stellenmarkt mit guten Ergebnissen. Eine Herausforderung für das Jahr 2026, die aber zumindest im Januar schon einmal gemeistert wird. Zum Jahresstart wurden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter im Kreis Plön 102 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet. Das sind lediglich 7 oder 6,4 Prozent weniger als im Januar des Vorjahres. Der Wert des Vorjahres war der beste der letzten zehn Jahre in einem Januar. Insofern kann sich das aktuelle Ergebnis sehen lassen und gibt Hoffnung, dass der gute Kurs auf dem Stellenmarkt in 2025 auch seine Fortsetzung im neuen Jahr finden wird.“
„Hinzu kommt ein guter Fundus an Stellen“, fährt Rump fort, „die wir im Bestand haben. Aktuell sind es 595 und damit 54 oder 10 Prozent mehr als im Januar 2025. Dies ist eine gute Basis, um Arbeitslosigkeit mit unserer Hilfe zu beenden oder auch für Berufswechsler sich zu verändern.“