Arbeitsmarktbericht für die Landeshauptstadt Kiel

Arbeitsmarkt gemischt wie das Wetter – von allem etwas; Saisontypischer Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Dezember; aber Rückgang gegenüber dem Vorjahr; gezielte Förderangebote sorgen für Entlastung; Start auf dem Stellenmarkt positiv

30.01.2026 | Presseinfo Nr. 9

Daten und Einschätzungen zur aktuellen Lage auf dem Arbeitsmarkt.

Hans-Martin Rump, Leiter der Agentur für Arbeit Kiel, sagte zur Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in der Landeshauptstadt Kiel:

Im ersten Monat des neuen Jahres steigt die Zahl der arbeitslosen Menschen in der Landeshauptstadt Kiel auf 11.737 an. Das sind 582 oder 5,2 Prozent mehr als im Dezember. Dabei wechselten 984 Menschen aus einer vorherigen Erwerbstätigkeit in Arbeitslosigkeit, 588 Frauen und Männern gelang es, mit einer beruflichen Tätigkeit Arbeitslosigkeit zu beenden.

„Das ist durchaus ein typisches Szenario für den Winter“, führt Rump aus. „Zum Ende des Jahres endeten Arbeitsverträge, aber auch das Saisongeschäft in Handel und Tourismus schwächt sich ab.“

Erfreulicher ist deshalb der Blick auf den wichtigen Vorjahresvergleich, wie der Agentur-Chef ausführt: „Der im Dezember begonnene Trend, dass die Zahl der arbeitslosen Menschen gegenüber dem Vorjahr zurückgeht, hat auch im Januar Bestand. Wirtschaftliche und konjunkturelle Rahmenbedingungen erzeugen aktuell ein schwieriger werdendes arbeitsmarktliches Umfeld. Wesentliche Ursache für den Rückgang der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr ist die gezielte Unterstützung arbeitsloser Menschen durch Förderangebote von Agentur für Arbeit und Jobcenter der Landeshauptstadt Kiel. „Wir nehmen das Heft des Handelns in die Hand und unterstützen mit arbeitsmarktpolitischen Instrumenten,“ sagt Hans-Martin Rump, Leiter der Agentur für Arbeit in Kiel. Im Januar 2026 waren 3.085 Kielerinnen und Kieler als Teilnehmer/innen in einem Qualifizierungsangebot 

registriert. Das sind 729 oder 30,9 Prozent mehr als im Januar des Vorjahres. „Insbesondere die Förderung der beruflichen Weiterbildung liegt uns dabei am Herzen. Sie macht in etwa ein Drittel aller aktuellen arbeitsmarktpolitischen Angebote aus. Weiterbildung ist wichtig, weil sich nach Branchen und Berufen betrachtet, eine sehr unterschiedliche Entwicklung der Nachfrage nach Arbeitskräften darstellt. Diesen begonnenen Weg werden wir in den kommenden Wochen und Monaten konsequent fortsetzen, mit dem Ziel bei uns arbeitslos gemeldete Menschen für die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes fit zu machen,“ weist Rump auf die deutliche Steigerung des Einsatzes von arbeitsmarktpolitischen Instrumenten in der Landeshauptstadt hin.

Im Januar 2026 wurden dort 558 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet. „Das ist ein gelungener Start ins neue Jahr“, ordnet Hans-Martin Rump das Ergebnis ein. „Die aktuelle Zahl der gemeldeten sozialversicherungspflichtigen Stellen ist der zweithöchste Wert in einem Januar der letzten acht Jahre – nur im Januar 2022 waren mit 675 mehr Stellen registriert worden. Das macht deutlich, die Stellenseite des Arbeitsmarktes in Kiel ist robust und macht Lust auf mehr. Aufgrund des aktuellen Winterwetters wird es sich vermutlich nicht um Vorzugseffekte für das Frühjahrsgeschäft gehandelt haben, dessen Ergebnisse sich üblicherweise in der März-Statistik ablesen lassen. Die Betriebe in der Landeshauptstadt beschäftigen vielmehr ihre Arbeitnehmer durchgehend und melden dort, wo neue Aufträge entstehen, kurzfristig Stellen für zusätzliches Personal“, folgert Rump. 

Diese Schlussfolgerung deckt sich auch mit dem Blick auf die einzelnen Branchen: „Das verarbeitende Gewerbe in Kiel – hinter dem sich auch die Betriebe der ‚Wehrtechnik‘ verbergen – stellt weiterhin massiv ein und setzt damit einen Trend der vorherigen Monate fort. 114 der im Januar gemeldeten 558 Stellen entfallen auf diesen Bereich. Industriearbeitsplätze ziehen immer eine Mehrzahl weiterer Beschäftigungsmöglichkeiten nach sich. So ist es wenig verwunderlich, dass der Sektor der freiberuflichen, technischen und wissenschaftlichen Dienstleistungen in diesem Monat 124 zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten bietet. Es folgen die öffentliche Verwaltung mit 68 und der Bereich der Logistik mit 58 gemeldeten sozialversicherungspflichtigen Stellen. Ein bunter Mix an neu gemeldeten Stellen stabilisiert zudem den lokalen Arbeitsmarkt“, schließt der Agentur-Chef seine Analyse für den Januar 2026.