Kölner Arbeitsmarkt geht optimistisch ins Frühjahr

54.277 arbeitslose Kölnerinnen und Kölner; 763 weniger Arbeitslose; Mehr Einstellungen als im Vormonat; Neuer Rekord: 622.524 Beschäftigte in Köln

28.03.2024 | Presseinfo Nr. 11

„Die Stimmung auf dem Arbeitsmarkt hellt sich auf. Die Zahl der Arbeitslosen sinkt, es ist eine leichte Frühjahrsbelebung zu spüren. Die Unternehmen haben im März wieder mehr Personal eingestellt. Gleichzeitig hat sich der Trend fortgesetzt, dass die vorhandenen Kräfte im Betrieb gehalten werden“, fasst Stephanie Lewejohann, operative Geschäftsführerin der Kölner Arbeitsagentur die Situation auf dem Arbeitsmarkt zusammen. „Unverändert melden uns die Betriebe ihren großen Bedarf an Fachkräften. Wir haben über 400 Stellen mehr in unserem Angebot als letzten Monat. Mehr als 5.000 ausgebildete Fachkräfte werden gesucht, aber daneben sind auch noch 1.500 Helferstellen zu besetzen“, so Lewejohann.

„Aktuell sind mehr als 2.500 Kölnerinnen und Kölner mit ihrer beruflichen Weiterbildung beschäftigt, auch im März haben knapp 400 angefangen sich neue berufliche Chancen zu erarbeiten“, so Stephanie Lewejohann. Knapp ein Drittel der Arbeitslosen in Köln hat keine abgeschlossene Berufsausbildung und damit ein hohes Risiko nach kurzzeitigen Beschäftigungsverhältnissen immer wieder arbeitslos oder sogar langzeitarbeitslos zu werden. Ausbildung, Qualifizierung und Weiterbildung sind die besten Mittel gegen Arbeitslosigkeit und gegen den Fachkräftemangel“, so Lewejohann. 

Unter den Ungelernten sind auch viele Geflüchtete. „Wir werden im April unsere zweite große Jobmesse speziell für Menschen mit geringen Deutschkenntnissen anbieten.  Hier stecken noch viele Potentiale für die Arbeitgeber. Wir unterstützen die Integration mit verschiedenen Qualifizierungsmaßnahmen und Fördermöglichkeiten und berufsbegleitenden Sprachkursen,“ so die operative Geschäftsführerin der Arbeitsagentur.

        Veranstaltungen von und mit der Agentur für Arbeit Köln:

  • 17.04.2024 Jobmesse Karrieretage (RheinEnergieSTADION)
  • 19.04.2024 Karrieretage Behörden (Agentur für Arbeit, Butzweilerhof/ Ausbildungen, duale Studiengänge bei Kölner Behörden)
  • 23.04.2024 Jobmarkt 2024 (für Geflüchtete) ( Jobcenter Köln Mülheim, Wiener Platz 3)
  • 27.04.2024 Tag der Logistik (Agentur für Arbeit, Butzweilerhof/ Mehr als 30 Unternehmen präsentieren ihre Ausbildungs- und Arbeitsangebote im Bereich Logistik und Transport).

Der Arbeitsmarkt im März

Im März sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 763 Personen auf 54.277. Gegenüber dem Vorjahr steigt die Zahl der Arbeitslosen um 2.093 Personen oder 4 Prozent.

Die Arbeitslosenquote beträgt unverändert zum Vormonat 8,9 Prozent. Im Vorjahr lag sie bei 9,2 Prozent.

Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), betreute im März 14.671 Personen. Das sind 531 Personen oder 3,5 Prozent weniger als im Februar und 1.365 Personen oder 10,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im aktuellen Monat 39.606 Arbeitslose. Das sind 232 Personen oder 0,6 Prozent weniger als im Februar und 728 Personen oder 1,9 Prozent mehr als im März 2023.

Geflüchtete aus der Ukraine

Geflüchtete Menschen aus der Ukraine werden seit dem 1. Juni 2022 durch das Jobcenter betreut und können dort Leistungen nach dem SGB II beantragen. Im März sind 5.555 arbeitssuchende Ukrainer und Ukrainerinnen in Köln gemeldet. Das sind 21 mehr als im Vormonat. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit beträgt im März in beiden Rechtskreisen 2.376 Personen, 150 weniger als im Vormonat.

Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner*innen, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmende in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen ist im Vergleich zum Vormonat und Vorjahr gesunken.

Neben den statistisch ausgewiesenen 54.277 Arbeitslosen suchten im März 12.979 Kölnerinnen und Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im März insgesamt 67.5861. Sie lag damit um 518 Personen oder 0,8 Prozent niedriger als im Februar. Gegenüber März 2023 sank die Unterbeschäftigung um 35 Personen oder 0,1 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote liegt im März wie im Vormonat bei 10,9 Prozent. Auch vor einem Jahr hat sie 10,9 Prozent betragen. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt im aktuellen Monat 80,3 Prozent, im Vormonat waren es 80,8 Prozent. Im Vorjahr lag der Anteil bei 77,2 Prozent.

Beschäftigung

Im März mussten sich 3.283 Menschen arbeitslos melden (Zahl der Entlassungen2. Das waren 5 Personen oder 0,2 Prozent mehr als im Vormonat und 305 Personen oder 10,2 Prozent mehr als im März 2023.

Im aktuellen Monat konnten 2.939 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit3 beenden. Das sind 468 Personen oder 18,9 Prozent mehr als im Februar und 394 Personen oder 15,5 Prozent mehr als im März 2023.

Ende September 2023, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf 622.524. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Zunahme um 9.033 oder 1,5%, nach +7.029 oder +1,2% im Vorquartal. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei Immobilien, freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+2.793 oder +3,3%); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung in der Arbeitnehmerüberlassung (–1.513 oder –9,6%).

Arbeitgeber meldeten im März 1.525 neue Arbeitsstellen. Das sind 29 weniger als im Februar (-1,9 Prozent) und 146 weniger als im Vorjahr
(-8,7 Prozent). Aktuell befinden sich damit 6.646 offene Stellen im Bestand.
Die offenen, sozialversicherungspflichtigen Stellen verteilen sich vor allem auf die folgenden Berufsbereiche: am stärksten nachgefragt sind Berufe aus den Berufsgruppen Lagerwirtschaft, Post, Zustellung, Güterumschlag (663 Stellen im Bestand); Verkaufsberufe ohne Produktspezialisierung (472); Büro und Sekretariat (247);  Objekt- und Personenschutz (237);  Unternehmensorganisation und -strategie (231); Informatik (231); Reinigung (229);  Energietechnik (212); Maschinenbau- und Betriebstechnik (184); Gastronomie (179).

Unternehmen, die noch keinen festen Kontakt im Arbeitgeber-Service haben, erreichen diesen telefonisch unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 20 oder per E-Mail unter Koeln.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de.

Die Datenangaben basieren auf vorläufigen Werten, die auf der Basis der bisher erfassten Fallzahlen hochgerechnet wurden. Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

2 = Zugang Arbeitslose aus Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)

3 =  Abgang Arbeitslose in Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)