Der Kölner Arbeitsmarkt zeigt im Dezember eine leicht positive Entwicklung, bleibt jedoch insgesamt angespannt. Die Zahl der Arbeitslosen ist um über 400 Personen gesunken und mehr als 2.500 Kölnerinnen und Kölner konnten eine neue Beschäftigung aufnehmen. Allerdings mussten sich auch über 3.000 Menschen im Dezember arbeitslos melden. Dabei spielt oftmals die Qualifikation eine Rolle.
Zitat:„Wer fachlich gut aufgestellt ist und über relevantes Praxiswissen verfügt, wird seltener arbeitslos und findet auch schneller wieder eine neue Beschäftigung“, erklärt Johannes Klapper, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Köln.
Das Interesse an einer Verbesserung der eigenen Kompetenzen ist in Köln groß. „Aktuell absolvieren rund 2.700 Menschen eine berufliche Weiterbildung. Sie haben erkannt, dass man mit aktuellen beruflichen Kenntnissen die eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessert. Wir beraten daher sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitssuchende, welche Fähigkeiten aktuell auf dem Arbeitsmarkt nachgefragt sind und wie man sich diese aneignen kann“, sagt Klapper. Wer sich dazu informieren möchte, findet unter https://mein-now.de/ erste Ideen.
Einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu den neusten Stellenangeboten – dies erwartet die Kundinnen und Kunden an der Stellen2Go-Theke der Kölner Arbeitsagentur (im Eingangsbereich der Agentur für Arbeit, täglich von 08:30 bis 12:00 Uhr).
Eine Beratung zum Quereinstieg ins Lehramt bietet die Berufsberatung im Erwerbsleben am Mittwoch, 14. Januar 2026, von 14:00 bis 16:00 Uhr in den Räumen des Berufsinformationszentrums in der Agentur für Arbeit, Butzweilerhofallee 1. Unter koeln.182-berufsberatung-im-erwerbsleben@arbeitsagentur.de ist eine kostenfreie Anmeldung möglich.
Der Arbeitsmarkt im Dezember
Im Dezember sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 419 Personen oder 0,8 Prozent auf 55.168. Gegenüber dem Vorjahr liegt die Zahl der Arbeitslosen um 413 Personen oder 0,8 Prozent höher.
Die Arbeitslosenquote liegt in diesem Monat bei 8,8 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte niedriger als im November. Vor einem Jahr lag die Quote ebenfalls bei 8,8 Prozent.
Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), betreute im Dezember 17.269 Personen. Das sind 93 Personen oder 0,5 Prozent weniger als im November und 1.562 Personen oder 9,9 Prozent mehr als im Dezember 2024.
Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im aktuellen Monat 37.899 Arbeitslose. Das sind 326 Personen oder 0,9 Prozent weniger als im Vormonat und 1.149 Personen oder 2,9 Prozent weniger als im Vorjahr.
Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner*innen, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmende in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – ist im Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahr gesunken.
Neben den statistisch ausgewiesenen 55.168 Arbeitslosen suchten im Dezember 10.066 Kölnerinnen und Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im Dezember insgesamt 65.567 Personen. Sie lag damit um 233 Personen oder 0,4 Prozent niedriger als im November. Gegenüber Dezember 2024 sank die Unterbeschäftigung um 1.519 Personen oder 2,3 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote liegt im Dezember bei 10,3 Prozent, im November lag sie bei 10,4 Prozent, im Vorjahr bei 10,6 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt 84,1 Prozent, gegenüber 84,5 Prozent im Vormonat. Im Vorjahr lag der Anteil bei 81,6 Prozent.
Beschäftigung
Im Dezember mussten sich 3.283 Menschen arbeitslos melden (Zahl der Entlassungen1). Das waren 202 weniger Personen oder 5,8 Prozent weniger als im Vormonat und 97 Personen oder 2,9 Prozent weniger als im Dezember 2024. Seit Jahresbeginn mussten sich 44.003 Personen arbeitslos melden. Das sind 1.121 Personen oder 2,6 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Im aktuellen Monat konnten 2.661 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit2 beenden. Das sind 393 Personen oder 12,9 Prozent weniger als im Vormonat und 201 Personen oder 8,2 Prozent mehr als im Dezember 2024.
Ende Juni 2025, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Köln auf 631.907. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Zunahme um 4.699 oder 0,7%, nach +3.870 oder +0,6% im Vorquartal. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei Verkehr und Lagerei (+2.372 oder +5,3%); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung im Verarbeitenden Gewerbe (–1.888 oder –3,8%).
Die Arbeitgeber meldeten im Dezember 1.502 neue Arbeitsstellen. Das sind 172 Stellen weniger als im November (-10,3 Prozent) und 206 mehr als im Vorjahr (+15,9 Prozent). Im Bestand befinden sich aktuell 11.333 Stellen, 509 Stellen mehr oder +4,7 Prozent gegenüber dem Vormonat, und 5.189 Stellen oder 84,5 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Die offenen, sozialversicherungspflichtigen Stellen verteilen sich vor allem auf die folgenden Berufsbereiche: Am stärksten nachgefragt sind Berufe aus den Berufsgruppen Lagerwirtschaft, Post, Zustellung, Güterumschlag (673 Stellen im Bestand); Verkaufsberufe ohne Produktspezialisierung (543); Unternehmensorganisation und -strategie (335); Büro und Sekretariat (251); Maschinenbau- und Betriebstechnik (240); Rechnungswesen und Controlling (233); Energietechnik (225); Verwaltung (215); Fahrzeugführung im Straßenverkehr (201); Erziehung (165); Gesundheits- und Krankenpflege (165); Altenpflege (157); sowie Gastronomie (130).
Unternehmen, die noch keinen festen Kontakt im Arbeitgeber-Service haben, erreichen diesen telefonisch unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 20.
[1] = Zugang Arbeitslose aus Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)
[2] = Abgang Arbeitslose in Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)