Arbeitslosigkeit steigt zu Jahresbeginn

57.925 arbeitslose Kölnerinnen und Kölner; 2.759 Arbeitslose mehr als im Dezember, 749 mehr als vor einem Jahr; Quote liegt bei 9,3 Prozent; Ausbildungsmarkt: Jetzt mit dem Halbjahreszeugnis bewerben; Berufsberatung vor Ort: Messe für Ausbildung und Studium „Einstieg“ am 30. und 31. Januar in Köln

30.01.2026 | Presseinfo Nr. 4

Durch auslaufende Arbeitsverträge zum Jahresende und das abgeschlossene Weihnachtsgeschäft steigt die Zahl der Arbeitslosen im Januar saisonüblich an. In diesem Jahr fiel der Anstieg jedoch höher als im langjährigen Mittel aus. „Wir registrieren bereits seit einigen Jahren einen immer höheren Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Januar. In diesem Jahr sind es mehr als fünftausend Menschen, die ihren Arbeitsplatz zu Jahresbeginn verloren haben. Vor allem aus den Wirtschaftszweigen Information und Kommunikation, Rechts- und Steuerberatung Wirtschaftsprüfung, KFZ-Handel und Instandhaltung sowie im Gesundheitswesen kamen die Menschen zu uns. Gleichzeitig haben mehr als zweieinhalb tausend Menschen eine Beschäftigung aufgenommen. Der Arbeitsmarkt ist angespannt, bietet aber weiterhin auch Chancen“, erläutert Johannes Klapper, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Köln, die Situation am Kölner Arbeitsmarkt.
In der nächsten Woche bekommen die Schülerinnen und Schüler der Abgangsklassen ihre Halbjahreszeugnisse, mit denen sie sich bei Unternehmen um Ausbildungsplätze bewerben. Aktuell sind in der Arbeitsagentur Köln 2.542 Stellen für das neue Ausbildungsjahr gemeldet. Dem stehen 4.069 Bewerberinnen und Bewerber zur Verfügung. „Auch in diesem Jahr erwarten wir wieder ein höheres Interesse an Ausbildung als uns insgesamt Stellen zur Verfügung stehen. Es ist daher ratsam, sich frühzeitig zu orientieren und zu bewerben“, so Klapper. „Bei dieser Marktlage stehen die Chancen für Unternehmen so gut wie lange nicht mehr, passende Azubis zu finden.“ 
Am 30. und 31. Januar stehen Berufsberaterinnen und Berufsberater für individuelle Gespräche ohne Termin zur Verfügung auf der Messe „Einstieg“ in den Messehallen. Vorträge bietet die Arbeitsagentur u. a. zu kaufmännischen Berufen, zu Ingenieur- oder Lehrberufen, zum Medizinstudium und allgemein zum Prozess der Berufswahlentscheidung. Der Eintritt ist mit vorheriger Registrierung frei.

Der Arbeitsmarkt im Januar

Im Januar steigt die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 2.759 Personen oder 5,0 Prozent auf 57.925. Gegenüber dem Vorjahr liegt die Zahl der Arbeitslosen um 749 Personen oder 1,3 Prozent höher.
Die Arbeitslosenquote liegt in diesem Monat bei 9,3 Prozent und damit 0,5 Prozentpunkte höher als im Dezember. Vor einem Jahr lag die Quote bei 9,2 Prozent. 
Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), betreute im Januar 19.216 Personen. Das sind 1.947 Personen oder 11,3 Prozent mehr als im Dezember und 1.620 Personen oder 9,2 Prozent mehr als im Januar 2025. 
Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im aktuellen Monat 38.711 Arbeitslose. Das sind 812 Personen oder 2,1 Prozent mehr als im Vormonat und 871 Personen oder 2,2 Prozent weniger als im Vorjahr.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner*innen, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmende in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen und zum Vorjahr gesunken.
Neben den statistisch ausgewiesenen 57.927 Arbeitslosen suchten im Januar 9.393 Kölnerinnen und Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im Januar insgesamt 67.647 Personen. Sie lag damit um 2.008 Personen oder 3,1 Prozent höher als im Dezember. Gegenüber Januar 2025 sank die Unterbeschäftigung um 1.262 Personen oder 1,8 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote liegt im Januar bei 10,7 Prozent, letzten Dezember lag sie bei 10,3 Prozent, im Vorjahr bei 10,9 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt 85,6 Prozent, gegenüber 84,0 Prozent im Vormonat. Im Vorjahr lag der Anteil bei 83,0 Prozent.

Beschäftigung

Im Januar mussten sich 5.041 Menschen arbeitslos melden (Zahl der Entlassungen 1). Das waren 1.758 Personen oder 53,5 Prozent mehr als im Vormonat und 198 Personen oder 4,1 Prozent als im Januar 2025.
Im aktuellen Monat konnten 2.510 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit2 beenden. Das sind 151 Personen oder 5,7 Prozent weniger als im Vormonat und 193 Personen oder 8,3 Prozent mehr als im Januar 2025.
Ende Juni 2025, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Köln auf 631.907. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Zunahme um 4.699 oder 0,7 Prozent, nach +3.870 oder +0,6 Prozent im Vorquartal. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei Verkehr und Lagerei (+2.372 oder +5,3 Prozent); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung im Verarbeitenden Gewerbe (–1.888 oder –3,8 Prozent).
Die Arbeitgeber meldeten im Januar 11.458 neue Arbeitsstellen. Das sind 10.187 Stellen mehr als im Dezember und 7.470 mehr als im Vorjahr. Im Bestand befinden sich aktuell 16.715 Stellen, darunter viele Stellen der Bundeswehr, die ins Beamtenverhältnis führen und nicht sozialversicherungspflichtig sind. Im Januar sind 7.088 sozialversicherungspflichtige Stellen im Bestand. Das sind 182 Stellen oder 2,6 Prozent mehr als im Dezember und 1.563 sozialversicherungspflichtige Stellen oder 28,3 Prozent mehr als im Januar 2025.  
Die offenen, sozialversicherungspflichtigen Stellen verteilen sich vor allem auf die folgenden Berufsbereiche: Am stärksten nachgefragt sind Berufe aus den Berufsgruppen Lagerwirtschaft, Post, Zustellung, Güterumschlag (589 Stellen im Bestand); Verkaufsberufe ohne Produktspezialisierung (462); Unternehmensorganisation und -strategie (330); Büro und Sekretariat (257);  Maschinenbau- und Betriebstechnik (231); Energietechnik (216); Rechnungswesen und Controlling (185); Sicherheitsberufe (179); Erziehung (168);  Altenpflege (165); Gesundheits- und Krankenpflege (163); Informatik (153).
Unternehmen, die noch keinen festen Kontakt im Arbeitgeber-Service haben, erreichen diesen telefonisch unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 20.


 1 = Zugang Arbeitslose aus Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)
 2 = Abgang Arbeitslose in Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)