LANDKREIS LUDWIGSBURG. Zum Jahresende hat sich die Arbeitslosigkeit im Landkreis Ludwigsburg nochmals leicht erhöht. Die Arbeitslosenquote lag im Dezember bei 4,2 Prozent (Vormonat 4,1 Prozent; Vorjahr 3,9 Prozent). Insgesamt waren bei der Agentur für Arbeit Ludwigsburg und dem kommunalen Jobcenter Landkreis Ludwigsburg 13.331 Menschen arbeitslos gemeldet. Das entspricht einem Anstieg um 230 Personen oder 1,8 Prozent gegenüber dem Vormonat sowie um 981 Personen oder 7,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Im Berichtsmonat nahmen 757 arbeitslose Menschen eine Erwerbstätigkeit auf. Das waren 48 Personen oder 6,8 Prozent mehr als im Dezember des Vorjahres. Gleichzeitig meldeten sich 1.180 Personen erstmals oder erneut arbeitslos – ein Plus von 130 Personen oder 12,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Leichter Zuwachs bei neu gemeldeten Arbeitsstellen – Bestand weiterhin niedrig
Arbeitgeber meldeten dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit im Dezember 739 neue Arbeitsstellen. Das sind 40 Stellen oder 5,7 Prozent mehr als im November und 114 Stellen oder 18,2 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Der Bestand an gemeldeten freien Arbeitsstellen belief sich im Bezirk der Agentur für Arbeit Ludwigsburg im Dezember auf 2.513 Stellen. Gegenüber dem Vormonat entsprach dies einem leichten Rückgang um 10 Stellen oder 0,4 Prozent. Im Vergleich zum Dezember 2024 fiel der Stellenbestand um 441 Stellen oder 14,9 Prozent niedriger aus.
Arbeitsmarkt getrennt nach Rechtskreisen
Im Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit Ludwigsburg (Sozialgesetzbuch - SGB III) waren im Dezember 6.651 Personen arbeitslos gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von 203 Personen oder 3,1 Prozent gegenüber dem Vormonat und 955 Personen oder 16,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Arbeitslosenquote im SGB III erhöhte sich auf 2,1 Prozent (Vormonat: 2,0 Prozent; Vorjahr 1,8 Prozent).
Im Rechtskreis SGB II (kommunales Jobcenter Landkreis Ludwigsburg) waren 6.680 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 27 Personen oder 0,4 Prozent mehr als im November und 26 Personen oder 0,4 Prozent mehr als im Dezember 2024. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 2,1 Prozent.
Arbeitsmarkt im Jahresrückblick 2025
Im Jahresdurchschnitt 2025 waren 13.208 Menschen arbeitslos gemeldet – ein Anstieg um 1.078 Personen oder 8,9 Prozent gegenüber 2024. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag bei 4,2 Prozent und damit um 0,3 Prozentpunkte höher als im Vorjahr.
Überdurchschnittlich betroffen waren Männer mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit um 11,6 Prozent. Bei den 15- bis unter 25-Jährigen - 1.243 Arbeitslose - fiel der Zuwachs mit 5,9 Prozent geringer aus als im Vorjahr. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen stieg im Jahresdurchschnitt um 273 Personen oder 7,4 Prozent auf 3.942. Im Durchschnitt waren 4.526 Arbeitslose (34,3 Prozent) 50 Jahre und älter, jede vierte arbeitslose Person (3.343 oder 25,3 Prozent) war mindestens 55 Jahre alt. 6.666 Arbeitslose – rund die Hälfte aller Arbeitslosen (50,5 Prozent) – hatten eine ausländische Staatsangehörigkeit.
Die Nachfrage nach Arbeitskräften ging im Jahresverlauf weiter zurück. Insgesamt wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Ludwigsburg 1.764 Arbeitsstellen oder 19,0 Prozent weniger gemeldet als im Jahr 2024. Der durchschnittliche Bestand an freien Stellen lag bei 2.581, das waren 776 Stellen oder 23,1 Prozent weniger als im Vorjahr.
Zum Stichtag 30. Juni 2025 waren im Landkreis Ludwigsburg 215.863 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das entspricht einem Rückgang um 1.114 Personen oder 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Besonders betroffen war das verarbeitende Gewerbe, in dem 2.198 Arbeitsplätze verloren gingen – vor allem in der Metall-, Elektro- und Stahlindustrie. Zuwächse verzeichneten hingegen die öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherungen (+712), das Sozialwesen (+571), das Baugewerbe (+145) sowie der Bereich Information und Kommunikation (+140).
„Mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat ging ein sehr herausforderndes und bewegtes Jahr am Arbeitsmarkt zu Ende. Trotz schlechter Nachrichten aus der Industrie mit spürbaren Arbeitsplatzverlusten zeigte sich der Arbeitsmarkt insgesamt bemerkenswert robust“, fasst Martin Scheel, Leiter der Agentur für Arbeit Ludwigsburg, die aktuelle Situation zusammen.
